Stampa erschließt sich über mehrere konkrete Giacometti-Spuren: Ein fotografischer Rundgang hält Alberto Giacomettis letzte Aufenthalte im heimatlichen Bergell in 44 Schwarz-Weiß-Fotografien fest; einige davon waren zuvor unveröffentlicht. Daneben stehen die Geschichte eines Ateliers, familiäre Lebensstationen und archäologische Zeugnisse. Für Ihre Planung lohnt es sich, diese Schwerpunkte auseinanderzuhalten: Der Foto-Rundgang orientiert sich an Bildern und Aufnahmeorten, während kulturelle Spaziergänge weitere Stationen verbinden.
Fotografischer Rundgang und genaue Aufnahmeorte
Ein Karteneinleger hilft Ihnen, die genauen Aufnahmeorte des fotografischen Rundgangs Alberto Giacometti zu finden. Er schlägt einen dokumentierten Spaziergang durch Stampa bis zum Grab Alberto Giacomettis auf dem Friedhof San Giorgio bei Borgonovo vor. So stehen die Fotografien und die genannten Orte im Mittelpunkt, ohne dass der Spaziergang mit den anderen kulturellen Wegen gleichgesetzt wird. Der Rundgang ist frei zugänglich; prüfen Sie die aktuelle Information vor Ihrem Besuch.
Ateliergeschichte und Familienbezüge
Ein kleiner Stall im Ortskern von Stampa wurde 1906 auf Initiative von Giovanni Giacometti in ein Atelier umgewandelt. Seine Frau Annetta und seine Kinder standen ihm dort häufig Modell. Nach Giovannis Tod im Jahr 1933 nutzte sein Sohn Alberto das Atelier. Diese Abfolge verbindet den Ort mit unterschiedlichen Abschnitten der Familiengeschichte: der Umwandlung des Stalls, Giovannis Arbeit mit seiner Familie und der späteren Nutzung durch Alberto.
Im Ortskern befinden sich das Atelier Giacometti, das Haus, in dem Alberto Giacometti aufwuchs, und das Centro Giacometti. Für Giovanni, Augusto, Alberto und Diego Giacometti war Stampa ein fortwährender verbindender Bezugspunkt. Gerade bei Alberto lohnt eine Unterscheidung: Das in Borgonovo genannte Geburtshaus und das Haus seiner Kindheit in Stampa markieren unterschiedliche biografische Stationen.
Kulturelle Spaziergänge und ihre Stationen
Ein kultureller Spaziergang führt von Stampa durch Coltura und Borgonovo bis zum Museum Ciäsa Granda. Das Ciäsa Granda ist ein ethnografisches Museum; dort sind Werke mehrerer Mitglieder der Familie Giacometti ausgestellt. Der Weg verbindet damit mehrere benannte Orte und endet an einem Museum, dessen Sammlung auch einen Bezug zur Künstlerfamilie hat.
Ein weiterer kultureller Spaziergang umfasst den Palazzo Castelmur und die Kirche San Pietro. In der Kirche befindet sich ein Fresko von Augusto Giacometti aus dem Jahr 1743. In Borgonovo weist der Spaziergang auf die Geburtshäuser von Alberto und Diego Giacometti sowie von Annette Stampa hin. Auf dem Rückweg nach Stampa führt er an der Kirche San Giorgio vorbei, in der sich Gräber von Familienmitgliedern befinden.
Sentiero Giacometti, Kirchen und Wannengrab
Der Sentiero Giacometti führt von Borgonovo und San Giorgio über Creista, Samarovan, Coltura, San Pietro und Palü nach Stampa. Er vermittelt Schauplätze und Geschichten, die für die Kunst des 20. Jahrhunderts weit über die Landesgrenzen hinaus bedeutend sind. In Borgonovo wurde die Kirche San Giorgio 1694 wiederaufgebaut; in ihrem Innenraum befindet sich ein Glasfenster von Augusto Giacometti. Die Route lässt sich so auch nach ihren Orts- und Kunstbezügen betrachten.
Im Ortsteil Palü liegt das sogenannte Wannengrab von Stampa direkt am südlichen Ufer der Mera, die durch das Bergell fließt. Es ist das einzige bekannte Grab dieser Art in der Schweiz. Damit kommt neben den Biografien, Ateliers und Kunstwegen ein archäologischer Ort als eigener kultureller Schwerpunkt hinzu.
Für Ihre Auswahl können Sie sich fragen, ob Sie vor allem die fotografischen Aufnahmeorte verfolgen, die Lebensstationen der Giacomettis ordnen oder mehrere Kulturstationen auf einem Spaziergang kennenlernen möchten. Die beschriebenen Wege setzen dabei unterschiedliche Akzente; das Wannengrab ergänzt sie um einen archäologischen Bezug.
Weitere Reiseziele entdecken
Samedan, St. Moritz, Bondo Gr, Zuoz, Sils/Segl Baselgia, La Punt-Chamues-Ch, Surlej, Casaccia
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Maloja.