Grüne Täler, schneebedeckte Gipfel und alpine Seen prägen Graubünden. Der Kanton umfasst 150 Täler, über 1.000 Seen und mehr als 900 Berggipfel. Drei Amtssprachen – Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch – gehören ebenfalls zu seinem Charakter; Graubünden ist der einzige Schweizer Kanton, in dem Rätoromanisch Amtssprache ist. Für die Reiseplanung hilft ein klarer Schwerpunkt: Bahn- und Kulturgeschichte, Wanderungen, Geologie oder Stadtbesuche. Legen Sie vor der Wahl Ihres Übernachtungsorts fest, welche Erlebnisse Sie in den Mittelpunkt stellen möchten, statt möglichst viele verschiedene Ziele in eine kurze Reise zu packen.
Bahnstrecken als Kulturerbe erleben
Das UNESCO-Welterbe „Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina“ verbindet zwei historische Bahnstrecken, die die Schweizer Alpen über zwei Pässe queren. Die Albulalinie ist 67 Kilometer lang und umfasst 42 Tunnel und überdachte Galerien sowie 144 Viadukte und Brücken. Die Berninalinie ist die höchstgelegene transalpine Bahnstrecke und zählt zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Die Berninabahn verbindet St. Moritz über den Berninapass mit Tirano in Italien. Wer sich für Bauwerke und Streckenverläufe interessiert, findet hier zwei unterschiedliche Seiten desselben Welterbes.
Als Wahrzeichen des Welterbes gilt der Landwasserviadukt. Der Landwasserviadukt-Weg führt vom Bahnhof Filisur entlang der Bahnlinie und durch den Wald zu einer Aussichtsplattform oberhalb des Viadukts. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen.
Wandern und Natur nach eigenem Zeitrahmen
Der Parc Ela liegt im Herzen Graubündens und vereint die Sprachkulturen Romanisch, Deutsch und Italienisch. Der Parc Ela Trek führt in 17 Tagesetappen rund um den Naturpark, über alpine Pässe und Alpweiden; prüfen Sie die Routendetails vor der Abreise. Als kürzere Wanderidee gibt es eine genussvolle Tageswanderung mit Rätselspass durch die Landschaften und Dörfer des Parc Ela. Ihre Angebotsdetails können sich saisonal ändern. Graubünden weist außerdem ein Netz von 11.000 Kilometern Wanderwegen und 4.500 Kilometern Biketrails aus. Für die Wahl einer Tour bieten die Tageswanderung und die Etappenroute unterschiedliche Zeitrahmen.
In der Swiss Tectonic Arena Sardona wird die Entstehung von Gebirgen durch die Kollision von Kontinentalplatten sichtbar. Dort sind die Glarner Hauptüberschiebung sowie die darüber und darunter liegenden Gesteine dreidimensional aufgeschlossen. Auf der Alp Flix wurden auf rund fünf Quadratkilometern bisher über 3.500 Pilz-, Pflanzen- und Tierarten beobachtet; solche Inventare können mit weiterer Forschung wachsen. Im Schweizerischen Nationalpark gilt eine klare Besucherregel: Verlassen Sie weder die markierten Wanderwege noch die mit Pfosten gekennzeichneten Rastplätze. Das Nationalparkzentrum präsentiert seine Ausstellung in vier Räumen mit interaktiven Stationen; die Gestaltung kann sich ändern.
Stadtgeschichte, Museen und besondere Bauwerke
In Chur lässt sich die Altstadt bei einem Spaziergang oder einer Altstadtführung durch verwinkelte Gassen erkunden; die Verfügbarkeit von Führungen kann variieren. Die Altstadt zählt zu den am besten erhaltenen der Schweiz, ist heute nahezu vollständig verkehrsfrei und wird durch rote Schilder zu Sehenswürdigkeiten, Plätzen und Gassen erschlossen. Das Rätische Museum erzählt die Geschichte Graubündens von den Anfängen bis in die Gegenwart. Seine Dauerausstellung erstreckt sich über vier Stockwerke, daneben gibt es wechselnde Sonderausstellungen. Die über 800 Jahre alte Kathedrale Sankt Mariä Himmelfahrt zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Schweiz.
Auch die Natur- und Erdgeschichte lässt sich in Chur vertiefen: Das Bündner Naturmuseum zeigt die Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Gesteine Graubündens. Seine Ausstellung zu den Erdwissenschaften erklärt, wie Klima, Wasser, Gletscher und Erosion die Alpen fortlaufend verändern. Im Heididorf können Sie Heidis Haus und die Alphütte mit Werkstatt des Großvaters, Ziegenstall, Heidis Heubett und Käserei erkunden. Hinzu kommen eine Dorfschule, in der Besucher den Schulalltag von Heidi und Peter erleben können, und die Ausstellung „Johanna Spyris Heidiwelt“. Der Heidiweg beginnt am Heidi-Shop an der Bahnhofstrasse, führt durch die historischen Gassen von Maienfeld und weiter zum Heididorf. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen.
Schlucht und Kirchenkunst
Die Viamala-Schlucht wurde vor Jahrtausenden von Gletschereis und dem Wasser des Hinterrheins in den massiven Fels geschliffen. Vom Besucherzentrum führen 359 Stufen in die Tiefe der Schlucht; der physische Zugang kann saisonal variieren. In Zillis besteht die Decke der Kirche St. Martin aus 153 einzigartigen quadratischen Bildtafeln aus dem 12. Jahrhundert. Die Ausstellung zur Kirche erläutert das geschichtliche und geografische Umfeld der Decke, ihre Konstruktion, ihren Erhaltungszustand und die Altersbestimmung der Tafeln. Damit stehen Naturform und gestaltetes Kulturerbe als unterschiedliche Schwerpunkte für die Reiseplanung nebeneinander.
Weitere Reiseziele entdecken: Moesa, Bernina, Maloja, Prättigau-Davos, Hinterrhein, Inn, Albula, Glenner, Imboden, Plessur, Landquart, Surselva.
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