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Die Grotti di Cama sind natürliche Keller, die seit der Antike zur Aufbewahrung von Lebensmitteln genutzt wurden. Als bedeutender Komplex volkstümlicher Architektur zeigen sie eine besondere Seite der Region Moesa. Für den Komplex sind geführte Besichtigungen mit der Fondazione Cultura e Territorio di Cama möglich. Drei Grotti sind als Restaurants für die Öffentlichkeit geöffnet; klären Sie Besichtigungsangebot und Restaurantöffnung vorab.

Kulturgeschichte in Bauwerken und Sammlungen

Moesa liegt im italienischsprachigen Teil des Kantons Graubünden und umfasst die Täler Mesolcina und Calanca. Der Fluss Moesa durchzieht beide Täler, deren Charakter auch von ihrer natürlichen Schönheit und ländlichen Prägung bestimmt wird. In San Vittore befindet sich das Museo Moesano im historischen Palazzo Viscardi. Zu den ethnografischen Ausstellungsstücken gehören Rekonstruktionen einer traditionellen Küche und eines traditionellen Schlafzimmers.

Eine Dauerausstellung des Museums widmet sich den Magistri moesani: Architekten, Baumeistern und Künstlern, die vom 16. bis zum 18. Jahrhundert vor allem im Ausland tätig waren. Das pädagogische und experimentelle Archäologielabor richtet sich an Schulklassen und Erwachsenengruppen. Dort können Teilnehmende den Umgang mit früheren Werkzeugen und Materialien ausprobieren. Erkundigen Sie sich beim Museum nach der Verfügbarkeit der Programme.

Auch das Castello di Mesocco führt weit zurück: Seine Ursprünge reichen ins frühe Mittelalter. Die Burg gilt als eine der bedeutendsten Ruinen Graubündens und als die grösste der Schweiz. Eine Besichtigung ist ganzjährig täglich kostenlos möglich; prüfen Sie vor dem Besuch die Zugangsbedingungen. In Santa Maria in Calanca prägen ein mittelalterlicher Turm, die bereits 1219 erwähnte Pfarrkirche und ein Hospiz der Kapuzinerpatres das Ortsbild. Ein dichtes Netz gepflasterter Fusswege verbindet die steinernen Gebäude.

Entlang der Via San Bernardino begegnen Ihnen archäologische Zeugnisse, Türme und Burgen, darunter die Festung von Mesocco, sowie romanische und barocke Kirchen. Dörfer liegen terrassenförmig oder entlang der Route. Die ViaCalanca führt als historischer Wanderweg von Grono nach Rossa und folgt offiziellen Wegen der Schwierigkeit T1; Abzweigungen sind T2. Sie ist Teil des Projekts «Kulturwege Schweiz», das historische Wege aufwertet und zur Erhaltung der Kulturlandschaft beiträgt.

Historische Wege und unterschiedliche Massstäbe

Eine längere alpine Route ist der Sentiero Alpino Calanca: Der 45 km lange, 36-stündige Höhenweg führt von San Bernardino Ospizio nach Santa Maria in Calanca und ist als T3 eingestuft. Ein grosser Teil verläuft oberhalb von 2'000 m durch Hänge mit Rhododendren und lichte Lärchenwälder. Unterwegs gibt es Bergseen und Tiefblicke; Wildtierbeobachtungen sind möglich. Die Route ist saisonal, mit Juli bis September als Zeitfenster. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die alpinen Bedingungen.

Eine andere Orientierung bietet die Mulattiera von Selma nach Landarenca. Sie bewahrt einen grossen Teil ihrer historischen Originalsubstanz; entlang grosser Wegabschnitte ist ein Entwässerungskanal sichtbar. Die national bedeutende Route ist jährlich verfügbar, 2,20 km lang und mit einer Gehzeit von etwa einer Stunde angegeben. Auch hier sollten Sie die Bedingungen vor dem Losgehen prüfen.

Höhenlagen, Natur und Jahreszeiten

Im Val Calanca reicht die Höhenlage vom Talboden der Gemeinde Buseno auf 502 m bis zum Puntone dei Fraciòn auf 3'202 m. Diese grossen Höhenunterschiede tragen zur ausgeprägten Natur- und Tiervielfalt des Tals bei. Das Naturwaldreservat Bedoleta erstreckt sich über etwa 727 Hektar, von 1'200 m bis zur oberen Waldgrenze auf ungefähr 2'100 bis 2'300 m. Es ist in ein Inventar des regional bedeutenden Landschaftsschutzes aufgenommen. Pian di Alne, die Auenlandschaft am Fluss Calancasca, ist von nationaler Bedeutung und als Gebiet von nationaler Bedeutung für die Fortpflanzung von Amphibien inventarisiert.

Bei San Bernardino verändern sich die möglichen Aktivitäten mit der Jahreszeit: Im Winter gehören Skipisten dazu, im Sommer Outdoor-Aktivitäten. Das Langlaufgebiet umfasst mehr als 28 km Loipen für klassische Technik und Skating. Am Passo del San Bernardino zählen im Sommer Wandern, Radfahren und Mountainbiken zu den möglichen Unternehmungen. Von San Bernardino aus erreichen Sie den Lagh Doss über mehrere markierte Wege in weniger als einer Stunde. Im Sommer sind dort Baden und Wassersportarten wie Kajakfahren möglich. Das Gebiet neben dem See ist im Inventar der Hochmoore von nationaler Bedeutung aufgeführt.

Für die Orientierung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die PostAuto-Linie 541 relevant: Sie bedient die Haltestelle S. Bernardino, Ospizio und fährt im Sommer alle zwei Stunden in Richtung Nufenen. Da die Fahrplanangabe saisonal ist und sich ändern kann, prüfen Sie den Fahrplan vor Ihrer Reise.

Weitere Reiseziele entdecken: Braggio, San Bernardino, Cama, Roveredo, Santa Maria In Calanca, Soazza, Lostallo, Misox, San Vittore Gr, Castaneda Gr, Verdabbio, Rossa Gr, Selma.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Graubünden.

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