Castaneda liegt auf den Terrassen an der Mesolcina-Seite. Die Terrasse des Ortes auf 800 Metern Höhe zeugt von einer mehr als 4.500 Jahre alten Landwirtschaft. Auch die Terrassen von Castaneda und Santa Maria blicken auf eine jahrtausendealte Siedlungsgeschichte zurück. Die Entdeckung einer Siedlung aus dem späten Neolithikum steht in diesem Zusammenhang. Archäologische Spuren und Wege durch die Landschaft geben dem Ort zwei unterschiedliche Zugänge: Wer sich für frühe Besiedlung interessiert, findet hier viel Geschichte; wer lieber unterwegs ist, kann sich an den beschriebenen Wegen und Etappen orientieren.
Nekropole und Funde aus der Eisenzeit
Die Nekropole von Castaneda umfasst bis zu 250 steinerne Grabkammern aus dem 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr. Die Verstorbenen wurden mit reichen Grabbeigaben bestattet. Zu den eisenzeitlichen Funden aus Castaneda und Cama zählen Fibeln, Anhänger, Ohrringe, Jadeschmuckketten, Situlen, Schnabelkannen, Eisenschwerter, Krüge und Kelche. Die Funde vermitteln einen vielfältigen Eindruck davon, welche Gegenstände zu den Bestattungen gehörten; sie stammen gemeinsam aus Castaneda und Cama.
Auch die Auseinandersetzung mit Tod und Bestattungsriten reicht in die Gegenwart. Ein auf 2024 datiertes Projekt für einen neuen Bereich der Dauerausstellung des Museo Moesano behandelt Tod und damit verbundene Riten während der Eisenzeit. Die Initiative entstand aus Ergebnissen archäologischer Ausgrabungen in Cama im Jahr 2019 und in Castaneda im Jahr 2020. So stehen die Fundorte und ihre archäologischen Erkenntnisse im Mittelpunkt dieses Ausstellungsthemas.
Santo Stefano: Geschichte in mehreren Bauphasen
Im Herzen von Castaneda liegt die barocke Pfarrkirche Santo Stefano. Sie wurde erstmals 1544 erwähnt und 1633 umgebaut und erneut geweiht. Im Laufe der Zeit kamen ein Kirchenschiff und ein Glockenturm hinzu. Die verschiedenen Bauphasen lassen sich auch an den Kunstwerken und Dekorationen ablesen: Im Chor befindet sich ein Gemälde von 1636, das Christus den Erlöser darstellt und in einem originalen Renaissance-Rahmen sitzt. Außerdem sind Spuren mehrerer Dekorationen aus dem 17. Jahrhundert erhalten. Kirche und Nekropole setzen unterschiedliche zeitliche Schwerpunkte: Hier führt der Blick zur Bau- und Kunstgeschichte, dort zu den Grabfunden.
Zu Fuss: alte Wege und benannte Etappen
Ein alter, von Trockenmauern gesäumter Maultierpfad führt von Castaneda nach Santa Maria; die Calanca Route umfasst diesen Weg. Für die Etappe Grono–Santa Maria der ViaCalanca sind 4 Kilometer und eine Gehzeit von zwei Stunden angegeben. Die tatsächliche Gehzeit kann je nach Bedingungen variieren. Diese Angabe hilft bei der zeitlichen Einordnung der Etappe, während für den Maultierpfad keine Gehzeit genannt ist.
Weitere Wege führen zu den Mühlen von Pisela. Der Historic Path von Grono passiert die Capela del Pciüti und führt zu den Mühlen; auch der Menö Trail führt dorthin. Von den Mühlen geht der Weg weiter zum Mola-Wald und nach Santa Maria iC. Von dort führt er zur Capela de Bolada auf 1.674 Metern Höhe. Die Namen und Ziele unterscheiden die beschriebenen Strecken; eine Gehzeit ist für diese Abschnitte nicht angegeben.
Mühlenlandschaft und Route 26
Der Komplex der Mulini di Pisela gehört zur Landschaft von Castaneda und liegt unmittelbar unterhalb des Dorfes. Zu den erhaltenen Resten zählen ein steinerner Mühlstein, ein Teil des Lagerraums und ein Teil eines Raums, der als Wohnraum vorgesehen war. Die Mühlen sind damit nicht nur ein Ziel auf den Wegen, sondern auch ein Ort, an dem sich die frühere Nutzung der Landschaft nachvollziehen lässt. Auf den Feldern bei den Mühlen wurden Kartoffeln, Mais, Hirse, Flachs, Roggen, Weizen und Buchweizen angebaut. Auch die Kastanie prägte früher die Ernährung in Buseno, Castaneda und Santa Maria: Die Bäume wurden geschont und zur Ernährung genutzt.
Für die Anfahrt und das Radfahren ist die Route 26 ein weiterer Bezugspunkt. Die alte Zufahrtsstraße am linken Talhang wurde zwischen 2021 und 2023 saniert. Wegen ihrer 26 Kehren heißt sie Route 26. Als Radroute führt sie von Grono zu den Dörfern Castaneda und Santa Maria und verläuft über die Kurven der historischen Strecke. Damit stehen neben den Fußwegen auch eine Radverbindung und ihre kurvenreiche Streckenführung als eigene Möglichkeit im Raum.
Weitere Reiseziele entdecken: San Vittore Gr, Roveredo, Misox, Soazza, Braggio, Cama, Santa Maria In Calanca, Selma.
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