Rossa Gr liegt auf rund 1.089 Metern im oberen Calancatal, nahe der Grenze zum Tessin. Als höchstgelegene Ortschaft des Tals verbindet Rossa ein ausgeprägtes bauliches Erbe mit Wegen durch eine vielgestaltige Berglandschaft. Für die Planung ist die Unterscheidung hilfreich: Im Dorf stehen Kirchen, Kapellen und historische Steinhäuser im Mittelpunkt; außerhalb führen Routen zu einem Bergsee, durch das Tal und in das Waldreservat Bedoleta.
Kirchen, Kapellen und historische Siedlung
Die Pfarrkirche San Bernardo wurde zwischen 1677 und 1684 erbaut. Auch die Kapellen erzählen von der langen Baugeschichte der Gegend: San Carlo al Sabbione stammt aus dem Jahr 1694 und bewahrt Gemälde von Giorgioli; Santa Maria della Neve in Valbella geht auf das Jahr 1683 zurück. In Santa Domenica steht eine Pfarrkirche, die zu den bedeutendsten barocken Sakralbauten Graubündens zählt. Historische Steinhäuser und Kapellen gehören insgesamt zum kulturellen Erbe des Dorfes.
Oberhalb von Rossa liegt La Scata / Calvari, eine aufgegebene historische Siedlung. Die Kapellen bei der Siedlung sind über einen malerischen Weg erreichbar. Einen anderen Akzent setzt Scata / Calvari als Kulturlandschaft: Das Gebiet ist vollständig mit Trockenmauern terrassiert. Am Eingang von Rossa, im Ortsteil Pighè, steht außerdem eine mehr als 200 Jahre alte Linde. So lassen sich bei der Ortsbetrachtung sakrale Bauwerke, traditionelle Steinarchitektur und Spuren der Kulturlandschaft auseinanderhalten.
Wege durch das Calancatal
Die ViaCalanca führt als Wanderweg durch das Val Calanca zwischen Grono und Rossa und kann in Etappen begangen werden. Die dritte Etappe verläuft von Selma nach Rossa. Zugleich ist die ViaCalanca Teil des Projekts „Itinerari culturali della Svizzera“, das historische Wege aufwertet und zur Erhaltung der Landschaft beiträgt. Wer eine Route mit einem klar benannten Ziel sucht, findet eine andere Orientierung bei der Wanderung zum Lagh de Calvaresc: Sie beginnt im Dorf Rossa nahe der historischen Pfarrkirche San Bernardo und führt zum See, der wegen seiner besonderen Form auch „herzförmiger See“ genannt wird.
Eine Schneeschuhwanderung nimmt wiederum eine andere Richtung durch die Gegend: Sie führt entlang der Calancasca nach Santa Domenica und auf dem Rückweg durch Augio. Diese Routen unterscheiden sich also nicht nur in ihrer Bezeichnung, sondern auch durch die genannten Ziele und Wegabschnitte. Welche davon in die eigene Reiseplanung passt, hängt davon ab, ob der Schwerpunkt auf der Etappe zwischen Orten, dem Bergsee oder der beschriebenen Schneeschuhtour liegt.
Bedoleta und die Landschaft der Gemeinde
Das Gemeindegebiet umfasst 58,89 km² und reicht über steile Hänge, Wälder, Bergbäche und alpine Wiesen. Im Waldreservat Bedoleta liegen die Höhen deutlich auseinander: Es erstreckt sich von 1.200 Metern bis zur oberen Waldgrenze, die zwischen 2.100 und 2.300 Metern liegt. Das Reservat umfasst etwa 727 Hektar und liegt am orografisch linken Talhang bei Valbella.
Zu den prägenden Naturmerkmalen zählen hoch gelegene Lärchenbestände mit monumentalen Bäumen, die zu den ältesten Exemplaren Europas gehören. Im Reservat lassen sich außerdem alpine Wildtiere beobachten, darunter Steinböcke, Gämsen, Hirsche, Birkhühner, Schneehühner und Steinadler; einzelne Sichtungen sind nicht garantiert. Rossa hat ein alpines Klima mit warmen Sommern und schneereichen Wintern. Diese jahreszeitlichen Unterschiede geben einen Rahmen für die Reiseplanung, ohne dass sie für sich genommen Aussagen über die Bedingungen einer bestimmten Route treffen.
Anreise und Übernachtung
Von Bellinzona aus führt die beschriebene Busverbindung Richtung Mesocco oder San Bernardino. In Grono steigen Reisende an der Haltestelle Bivio Calanca um und fahren anschließend mit dem Bus weiter nach Rossa. Prüfen Sie vor der Abreise den aktuellen Fahrplan, damit Sie den Umstieg und die Weiterfahrt passend planen können.
Im Ortsteil Augio dient das Kultur- und Freizeitzentrum La Cascata zugleich als Hotel und Restaurant. Da sich Besucherangebote ändern können, prüfen Sie vor Ihrer Planung den aktuellen Betrieb. Für die Wahl der Reisebasis bietet Rossa damit einen Bezugspunkt im Calancatal; die konkreten Orts- und Routenthemen reichen von den Kirchen und der historischen Siedlung bis zu Wegen und Landschaftsmerkmalen der Gemeinde.
Weitere Reiseziele entdecken: Braggio, Cama, Roveredo, San Bernardino, Lostallo, Soazza, Misox, Selma.
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