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In Cavaglia wird die Wirkung früherer Vergletscherungen an den zahlreichen Riesentöpfen im Gletschergarten sichtbar. Ein Weg entlang der Cavaglia-Schlucht führt zu weiteren Gletschertöpfen und eindrucksvollen Formen, die durch Erosion entstanden sind. Der Gletschergarten liegt im Val Poschiavo und ist vom nahe gelegenen Bahnhof Cavaglia mit dem Roten Zug erreichbar. So führt ein Naturerlebnis zur Bernina-Linie, die St. Moritz mit Tirano verbindet. Sie gilt als höchstgelegene transalpine Bahnstrecke und als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt.

Eisenbahn als Bauwerk erleben

Am südlichen Ortsrand von Brusio liegt das Kreisviadukt, vom Bahnhof aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die örtlichen Bedingungen. Der Berninazug fährt unter dem siebten Bogen hindurch und vollzieht dabei eine offene Schleife. Das Viadukt zählt zu den bedeutendsten Attraktionen der Berninabahn, die Teil des UNESCO-Welterbes der Rhätischen Bahn ist. Hier wird die Streckenführung selbst zum Thema: Nicht nur die Verbindung zwischen St. Moritz und Tirano, sondern auch die besondere Konstruktion prägt das Bild der Bahn.

Zwischen Höhenwegen und Talabschnitten

Das weitere Bernina-Gebiet ist von Gletschern, hohen Gipfeln, alpinen Seen, verschiedenen Tälern und Bergwiesen geprägt. Die mehrtägige Bernina-Tour umrundet das Berninamassiv in der Schweiz und in Italien und richtet sich an Wandernde und Trailrunner. Unterwegs führt sie durch drei Kulturräume: Engadin, Valmalenco und Val Poschiavo. Im Val Poschiavo reicht das markierte Wanderwegenetz vom schneebedeckten Piz Palü auf 3.905 Metern bis nach Campocologno an der Grenze zu Tirano auf 429 Metern; insgesamt sind es mehr als 250 Kilometer markierte Wege.

Eine andere Perspektive bietet der Alta-Tensione-Trail: Nach dem Lago di Poschiavo führt die Route zurück ins Tal. Auf dem letzten flachen Abschnitt folgt sie dem Poschiavino von Le Prese nach Poschiavo. Damit stehen für die Tourenplanung sowohl eine mehrtägige Umrundung des Berninamassivs als auch ein beschriebener Talabschnitt mit benannten Wegpunkten zur Auswahl.

Geschichte, Kunst und bäuerliches Leben

Das Museo Poschiavino vermittelt die Geschichte, Kunst und Kultur des Val Poschiavo anhand einer umfangreichen Sammlung von Dokumenten und historischen Fundstücken. Es dokumentiert auch das Leben, die Arbeit und die Auswanderung der Menschen von Poschiavo. Untergebracht ist das Museum im Palazzo de Bassus-Mengotti, einem kunsthistorisch und architektonisch bedeutenden Gebäude aus dem Jahr 1655.

Einblicke in eine andere Epoche bietet Casa Tomé: Das alpine Bauernhaus stammt aus der Zeit um 1350 und zählt zu den ältesten und besterhaltenen Bauernhäusern der Alpen. Seit 1993 ist es als geschütztes Gebäude eingetragen und vermittelt ein Zeugnis vergangener ländlicher Lebensweise. In Casa Tomé können traditionelle Tätigkeiten wie Brotbacken im Ofen, Wollverarbeitung, Wäschewaschen von Hand sowie die Herstellung von Butter und Käse durchgeführt werden.

Auch das Mulino Aino macht Handwerk und Technik zum Thema. Das historische, weiterhin betriebene Zentrum umfasst Getreidemühle, Sägewerk und Schmiede, die alle vom selben Wasser angetrieben werden. Es beherbergt das einzige hydraulisch betriebene Sägewerk in Graubünden. In der Vitruvianischen Getreidemühle mahlen drei Mahlsteine Buchweizen, Weizen und Mais. Kunstinteressierte finden in Casa Console eine bedeutende Sammlung von Gemälden, Zeichnungen und Skizzen aus der deutschen Romantik; die Stiftung veranstaltet regelmäßig Kammermusikkonzerte und weitere künstlerische Veranstaltungen.

San Romerio und lokale Entdeckungen

San Romerio liegt als Alp auf einer schwebenden Terrasse 800 Meter über dem Lago di Poschiavo und bietet Ausblicke in Richtung Tirano. Die Bergkirche wurde 1106 geweiht. Historisch führte die Via Valtellina am ehemaligen Hospiz von San Romerio vorbei und verband auf ihrer Route das österreichische Vorarlberg mit Tirano. Von der Postauto-Haltestelle Viano-Piaz aus ist San Romerio in 20 Minuten erreichbar; die Verbindung führt von Brusio dorthin. Prüfen Sie die saisonalen Verkehrsverbindungen vor Ihrer Planung. Der PubliCar-Dienst bringt Reisende von Brusio nach Viano, dem Ausgangs- oder Endpunkt der Wanderung zur Kirche. Von San Romerio aus können Mountainbiker Bergstraßen und Höhenwege befahren.

Weitere Einblicke in die Ortsgeschichte bieten Führungen: In Borgo di Poschiavo geht es um die wechselvolle Geschichte des Tals sowie um kulturelle, architektonische, religiöse und önogastronomische Aspekte. Eine Führung durch Le Prese vermittelt Geschichten über den Kräuteranbau und die frühere Bedeutung des Ortes für Kur- und Gesundheitstourismus. Zur regionalen Handwerkstradition gehört außerdem die Pro Tessitura in Valposchiavo, eine der letzten professionellen handwerklichen Webereien der Schweiz. Und beim Essen gibt das Programm 100% Valposchiavo eine konkrete Orientierung: Teilnehmende Restaurants bieten mindestens drei Gerichte an, die vollständig aus lokalen Zutaten zubereitet sind.

Weitere Reiseziele entdecken: Le Prese, Brusio, Poschiavo, Surselva, Plessur, Glenner, Albula, Landquart.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Graubünden.

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