Ein Bogen von 136 Metern spannt sich am Landwasserviadukt bei Filisur. Er gehört zu einer Bahngeschichte, die sich in Albula auch zu Fuß entdecken lässt: Die Albulalinie der Rhätischen Bahn ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Auf der 131 Kilometer langen Via Albula/Bernina folgen zehn Etappen den Spuren der Bahnpioniere, vorbei an Viadukten, Kehrtunnels und historischen Stationen. Ingenieurbau und Landschaft begegnen Ihnen hier entlang einer Fernwanderroute.
Bahngeschichte und Kulturerbe
Im Bahnmuseum Albula befindet sich zugleich das UNESCO Visitor Center der Rhätischen Bahn. Auf vier Stockwerken zeigt das Museum mehr als 800 Ausstellungsstücke aus über 135 Jahren Bündner Bahnkultur. Eine weitere Perspektive auf die Bahn eröffnet das Ortsmuseum Bergün: Der Albula Bahn Club betreibt dort eine Modelleisenbahn-Anlage der UNESCO-Welterbestrecke Bergün–Preda im Maßstab 1:87/HM0. Das Museum selbst ist in einem Engadinerhaus aus der Zeit zwischen 1560 und 1600 untergebracht und zeigt in historischen Zimmern die frühere Lebensweise und Kultur der Bergüner.
Auch St. Peter Mistail erzählt von weit zurückreichender Baugeschichte. Die ehemalige Klosterkirche wurde um 800, in der Zeit Karls des Großen, erbaut und gehört zu den ältesten Sakralbauten der Schweiz. Im Inneren befinden sich bedeutende Wandmalereien in vier Schichten. Das Ortsmuseum Schmitten vermittelt anhand einer Tonbildschau Einblicke in die Zeit vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Zu den Themen zählen bäuerliche Arbeit, Handwerk, Bergbau, Brauchtum und kirchliche Traditionen.
Berglandschaft und Natur
Die Region Albula umfasst das Albulatal und das Oberhalbstein im Julia-Tal sowie die sechs Gemeinden Albula/Alvra, Bergün Filisur, Lantsch/Lenz, Schmitten, Surses und Vaz/Obervaz. Sie reicht von 720 bis 3.416 Metern über Meer. Das Naturwaldreservat Crap Alv zeigt zwei Zeitmarken des Waldschutzes: Seit 1951 wird der Wald nicht mehr genutzt, seit 2015 ist er als Naturwald geschützt. Im Reservat liegen drei Hochmoore von regionaler Bedeutung.
Rund um den Piz Ela liegt das 1886 gegründete eidgenössische Jagdbanngebiet Ela. Auf der Alp Flix gibt es mehr als 2.000 Tier- und Pflanzenarten. Bei einer Wanderung durch die Landschaft am Albulapass kann der Lai da Palpuogna ein Rastplatz sein. Eine Bergtour in den Albula-Alpen führt an mehreren Bergseen und am markanten Piz Ela vorbei. Entlang des Pfads der Pioniere, der oberhalb der Albula von Surava in Richtung Alvaneu Bad verläuft, wachsen auf 120 Hektaren verschiedene Waldtypen, darunter Fichten sowie Berg- und Waldföhren.
Wanderwege mit unterschiedlichen Zielen
Der Bahnerlebnisweg Albula verläuft in drei Etappen zwischen dem Albulatunnel und dem Landwasserviadukt. Unterwegs vermittelt er Einblicke in Technik, Kultur und den Alltag der Rhätischen Bahn im Albulatal. Die dritte Etappe führt von Filisur zum Landwasserviadukt und zurück nach Filisur; sie ist eine einfache Wanderung auf gut ausgebauten Wegen.
Eine längere Verbindung durch das Gebiet bietet die Trans-Parc-Ela-Drei-Pässewanderung: Sie führt von Preda über Val Tschitta, Furschela da Tischtta, Lai Grond, Pass d’Ela, Pass digls Orgels und Lai Tigiel bis nach Savognin. Die Senda Segantini führt ebenfalls von Savognin aus, jedoch bis ins Oberengadin. Ihre Etappen verbinden Orte, die mit dem Künstler in Zusammenhang stehen. Die Routen unterscheiden sich damit sowohl in ihren genannten Zielen als auch in ihrem thematischen Bezug.
Wasserwege und saisonale Erlebnisse
Der Wasserweg ansaina macht an elf Stationen die vielfältigen Facetten des Wassers in der Kulturlandschaft erfahrbar. Sie erreichen ihn mit der Rhätischen Bahn bis Tiefencastel oder Filisur und anschließend mit dem Postauto bis Alvaneu Bad. Für Savognin besteht eine PostAuto-Verbindung ab Tiefencastel; von Chur erreichen Sie Tiefencastel mit der Rhätischen Bahn oder dem Postauto. Prüfen Sie die Fahrpläne vor Ihrer Reise.
Am Badesee Lai Barnagn gehören Schwimmen und der Verleih von Stand-up-Paddle-Boards, Ruderbooten und Tretbooten zum Angebot. Einrichtungen und Verleih sind saisonal; prüfen Sie daher die aktuelle Verfügbarkeit. Im Winter wird der geschlossene Albulapass zum Schlittelweg Preda–Bergün. Da die saisonale Nutzung variieren kann, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Bedingungen. Im Sommer bringt der Landwasser Express Besucherinnen und Besucher direkt zum Landwasserviadukt; prüfen Sie vorab die aktuellen Betriebsdetails. Im Kinderskiparadies La Nars führt der längste überdachte Zauberteppich der Schweiz durch einen 171 Meter langen Tunnel. Der Winterbetrieb ist saisonal.
Regionale Produkte und Herstellung lassen sich in Savognin ebenfalls entdecken: Die Buteia regiunala verkauft Produkte aus dem Parc Ela, darunter Delikatessen, Handwerkskunst, Mitbringsel und Geschenkkörbe von Produzentinnen und Produzenten aus dem Parkgebiet. Führungen in der Käserei Nossa Caschareia zeigen, wie Savogniner Heumilch-Bergkäse entsteht, wo er reift und wie die Milch von der Alp zur Käserei gelangt. Die Führungen sind saisonal oder an Termine gebunden; informieren Sie sich über die aktuellen Daten.
Weitere Reiseziele entdecken: Alvaneu, Bivio, Cunter, Surava, Lantsch/Lenz, Savognin, Alvaschein, Bergün, Vaz/Obervaz, Wiesen, Brienz/Brinzauls, Filisur, Mons, Tiefencastel, Sur, Alvaneu Bad, Riom-Parsonz, Tinizong-Rona, Salouf, Mutten, Schmitten, Stierva, Marmorera.
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