Stierva verbindet eine spätgotische Pfarrkirche, eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung und Wege für unterschiedliche Aktivitäten. Das Dorf liegt im Parc Ela; zugleich wurde sein Dorfbild als Ortsbild von nationaler Bedeutung ausgezeichnet. Für die Wahl eines Aufenthalts sind Kulturgeschichte, Landschaft und Bewegung im Freien verschiedene Schwerpunkte.
Ortsbild und Alp da Stierva
In Stierva leben rund 140 Einwohner. Die Mehrheit spricht Rumantsch Surmiran; außerdem wird Deutsch gesprochen. Die Moorlandschaft Alp da Stierva erstreckt sich auf einer Hangterrasse bei Stierva/Stürvis. Von dort bietet sich Weitblick ins Albulatal und auf die Schutthalden des Piz Toissa. Auf der Alp ist eine traditionelle Siedlung aus Maiensässen und Feldscheunen in Blockhüttenbauweise erhalten; eine kleine Alpkapelle ergänzt sie. So gehören Natur- und Kulturlandschaft gleichermaßen zu den prägenden Themen rund um Stierva.
Kirche, Turm und Handwerk
Der heutige spätgotische Bau der Pfarrkirche St. Maria Magdalena wurde im Dezember 1521 vollendet. Zu den architektonischen Besonderheiten zählen das Netzrippengewölbe und der ebenfalls spätgotische Flügelaltar. Der Altar ist auf 1504 datiert und stammt aus der Werkstatt von Augustin Henckel – seine Entstehung liegt also vor der Vollendung des heutigen Kirchenbaus. Bei Renovierungsarbeiten an der Kirche wurden 1980–1981 drei Vorgängerbauten nachgewiesen. Darunter war eine vermutlich karolingische Saalkirche, die um 840 erwähnt wurde. Der mittelalterliche Wohnturm La Tour ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung.
Das Tgesa rasteler museum dokumentiert das Rechenmacherhandwerk mit Foto- und Filmmaterial. Hans Friberg gibt dort Führungen und erzählt vom Leben im 20. Jahrhundert im Bündner Bergdorf Stierva/Stürvis. Das Rechenmacherhaus steht der Öffentlichkeit als Museum offen und vermittelt die Geschichte des Hauses.
Wandern und weitere Aktivitäten
Die Veia digl Pader ist ein zwölf Kilometer langer Erlebnispfad von Stierva/Stürvis nach Savognin. Auf dem Weg finden sich Gedichte von Pater Alexander Lozza (1880–1953), die über die Parc Ela-App abgerufen werden können. Prüfen Sie vor der Tour, ob die Gedichte dort weiterhin verfügbar sind. Die Länge gibt einen konkreten Umfang für die Planung; die Winterwanderung Mon–Stierva bietet eine andere Orientierung: Sie ist sowohl hinsichtlich Technik als auch Kondition als leicht eingestuft.
In Stierva wurde außerdem der Spazierweg senda meir angelegt, auch Mäuseweg genannt: Viele Mäusesteine und Kurven kennzeichnen ihn. Für den Wintersport ist der 130 Meter lange Kleinskilift Sumvei mit seiner flachen, kinderfreundlichen Piste eine weitere Möglichkeit; Anfänger können dort ihre ersten Schwünge üben. Damit reichen die beschriebenen Aktivitäten von einem Spazierweg über längere und winterliche Wanderungen bis zu ersten Versuchen auf der Piste.
Anreise planen
Stierva liegt nicht an einer Durchgangsstraße und ist von Tiefencastel aus über die Gemeinde Mon erreichbar. Die PostAuto-Verbindung zwischen Tiefencastel und Stierva ist reservierungspflichtig. Prüfen Sie vor der Fahrt die Verbindung und beachten Sie die Reservierungspflicht, wenn Sie mit dem PostAuto anreisen.
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