Mutten verbindet eine markante Siedlungsgeschichte mit geschützten Trockenwiesen und Wanderungen, die von einem kurzen Aufstieg bis zu einer mittelschweren Etappe reichen. In Obermutten kommen dazu eine besondere Dorfkirche, ein Museum und winterliche Aktivitäten. So können Sie Ihren Aufenthalt nach Kultur, Landschaft oder Bewegung ausrichten.
Anreise und Wanderstart
Die Thusis–Mutten-Linie von PostAuto führt von Thusis entlang der Viamala-Schlucht nach Mutten und weiter bis Obermutten. Wenn Sie diese Verbindung für Ihre Anreise nutzen möchten, prüfen Sie vorab den Fahrplan. Mutten eignet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen; die Routen unterscheiden sich deutlich in Länge, Höhenmetern und Jahreszeit.
Obermuttens Ortsbild und Geschichte
Obermutten ist gemäss ISOS ein schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung. Die Siedlungsgeschichte lässt sich auch an den Folgen des Grossbrands von 1946 ablesen: Der östliche, vom Brand geschädigte Abschnitt wurde unter Berücksichtigung der örtlichen Bautradition mit weiter auseinanderstehenden Häusern wiederaufgebaut. Der westliche, unversehrte Teil bewahrt dagegen die kompakte Siedlungsstruktur aus der Zeit vor 1946.
Die Kirche von Obermutten besitzt eine reich bemalte Toggenburger Orgel und eine geschnitzte Kanzel. Bei der grossen Renovation von 1930 wurde der Bau mit Fichtenholz verschalt und mit einem Dachreiter versehen. Das Dorfmuseum befindet sich im ältesten Langhaus des Dorfes, einem Privathaus aus dem 17. Jahrhundert. Dort zeigt eine Ausstellung zur Geschichte der Beleuchtung rund 200 Ausstellungsgegenstände und 25 Farbtafeln. Das Museum ist nur auf Anfrage geöffnet; erkundigen Sie sich vorab nach einem Besuch. Dorfführungen führen durch Untermutten, Stafel und Obermutten.
Wanderungen zur Muttner Höhi und nach Obermutten
Für eine Wanderung mit beziffertem Umfang führt die sechste Etappe des Walserwegs Graubünden von Thusis nach Obermutten. Die mittelschwere Strecke ist 11 Kilometer lang; auf sie entfallen 1.450 Höhenmeter Aufstieg und 300 Höhenmeter Abstieg. Da die Routenbedingungen saisonabhängig sind, sollten Sie sie vor dem Aufbruch prüfen.
Von Obermutten führt ein leichter Wanderweg in etwa 25 Minuten und mit 140 Höhenmetern Anstieg zum Gipfel der Muttner Höhi. Der Aussichtspunkt liegt auf 2.003 Metern über Meer. Von dort reicht der Blick über das Domleschg, das Schams, das Albulatal und den Heinzenberg; oben gibt es zudem ein 360-Grad-Panorama, Bänke und eine Grillstelle. Die Angaben zum kurzen Aufstieg und zur Walserweg-Etappe helfen, die unterschiedlichen Anforderungen der beiden Wanderungen einzuordnen.
Winter in Obermutten
Das Natureisfeld liegt im Dorfzentrum von Obermutten auf 1.863 Metern über Meer. Während der Wintersaison steht es bei entsprechenden Temperaturen zum Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen zur Verfügung. Zwischen Obermutten und Stafel kann ausserdem Schlitten gefahren werden; dafür braucht es passende Schneeverhältnisse. Eine weitere Möglichkeit ist die Winterwanderung Obermutten–Faleia–Obermutten, die von Obermutten über Faleia zurück zum Ausgangspunkt führt. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Aktivität: Beim Eisfeld sind die Temperaturen entscheidend, beim Schlittenweg die Schneelage.
Trockenwiesen und lokale Spezialitäten
Die Muttner Alpweiden sind national geschützte Trockenwiesen. Die Trockenwiesen von Mutten beherbergen neun verschiedene Orchideenarten. Für die Bergwiesen von Obermutten erwarb Pro Natura 2009 rund 25 Hektar und pflegt sie seither gemeinsam mit einem Landwirt.
Muttner Alpkäse wird auf der Muttner Alp hergestellt. Sie können ihn im inscha Laada im Kulturtenn Obermutten oder während der Alpzeit direkt auf der Muttner Alp kaufen. Das Kulturtenn entstand aus einem Heustall, dessen Charakter erhalten blieb. Im Gasthaus Post in Obermutten werden saisonale Spezialitäten serviert. Damit gehören Landschaftspflege, ein regionales Produkt und saisonale Küche zu den unterschiedlichen Facetten eines Aufenthalts in Mutten.
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