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Alvaschein ist ein Dorf in der Gemeinde Albula/Alvra im Kanton Graubünden und gehört zum Bezirk Albula. Auf einer Terrasse hoch über dem zum Solis-Stausee aufgestauten Abschnitt der Albula verbindet der Ort einen intakten Dorfkern mit einem markanten Landschaftsbezug. Das Dorfbild von Alvaschein/Alvaschagn ist als „Ortsbild von nationaler Bedeutung“ ausgezeichnet. Für Ihre Reiseplanung ergibt sich daraus ein konkreter Schwerpunkt: Kirchenbau und Ortsgeschichte prägen den Ort, ergänzt durch die Lage an Albula und Stausee. Bis zum 31. Dezember 2014 war Alvaschein eine eigenständige politische Gemeinde; am 1. Januar 2015 fusionierte es mit Alvaneu, Brienz/Brinzauls, Mon, Stierva, Surava und Tiefencastel zur Gemeinde Albula/Alvra.

St. Peter Mistail und die Kirchenmalereien

Die Klosterkirche St. Peter Mistail wurde um 800 oder wenig früher erbaut und ist das älteste und am besten erhaltene Beispiel des rätischen Dreiapsidensaals. Drei Apsiden prägen diesen Bautyp und geben ihm seinen Namen. St. Peter steht auf einem Felsplateau über der aufgestauten Albula, am Eingang zur Schinschlucht. In der Kirche sind bedeutende Wandmalereien in vier Schichten erhalten. Die heute sichtbaren Fresken und Malereien entstanden um 1400 und stammen vermutlich von einem Einheimischen. Der frühe Bau und der wesentlich spätere Bildschmuck gehören somit zu unterschiedlichen historischen Phasen – ein konkreter Unterschied, wenn Sie sich für Architektur und sakrale Kunst interessieren.

Für die Besuchsplanung: Von einem Parkplatz nahe der Hauptstrasse bei der Abzweigung nach Alvaschein führt ein Waldweg zu St. Peter Mistail. Die Zugangsbedingungen können saisonal variieren; prüfen Sie deshalb vor dem Besuch die aktuelle Zugänglichkeit. Der unterste Teil des Solis-Stausees verfügt über einen Zugang über die Kraftwerkszufahrt. Wenn Sie diesen Bereich einbeziehen möchten, klären Sie vorher die geltenden Zugangsbedingungen.

St. Joseph und die Baugeschichte

St. Joseph in Alvaschein erzählt eine andere Baugeschichte. Auf Initiative der damals im Albulatal tätigen Kapuziner wurde die Kirche von 1653 bis 1655 als Filialkirche errichtet. Geweiht wurde sie am 28. Juni 1663 durch Bischof Ulrich VI. de Mont, dessen Amtszeit von 1661 bis 1692 dauerte. Die Weihe galt dem heiligen Joseph und dem heiligen Antonius von Padua. Baujahre und Weihejahr markieren dabei zwei getrennte Stationen. Der kreuzförmige Grundriss des Kirchenschiffs und der Hochaltar von 1657, geschaffen von Giovanni Giuliano, geben konkrete Einblicke in Bauform und Ausstattung. Nach einer umfassenden Restaurierung von 1971 bis 1974 wurde die Kirche unter den Schutz von Bund und Kanton gestellt.

Auch ein Wohnhaus im Dorf trägt um 1600 entstandene Fassadenmalereien von Hans Ardüser (1557–1614). Der Vergleich mit den Kirchen eröffnet einen anderen Blick auf das Ortsbild: In Mistail stehen Kirchenbau und Wandmalerei im Mittelpunkt, in Alvaschein kommt die bemalte Fassade eines Wohnhauses hinzu. Sakrale und profane Gestaltung bilden so zwei unterschiedliche Themen der Ortsgeschichte.

Albula und Solisviadukt

Der Solisviadukt der Rhätischen Bahn führt in schwindelerregender Höhe über die Albula. Als technisches Bauwerk setzt er einen anderen Akzent als Kirchen und Wohnhaus. Für Reisende, die sich neben sakraler Kunst auch für Eisenbahnbau und Landschaftsbezüge interessieren, ergänzt er die kulturhistorischen Themen um eine weitere Perspektive.

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