In Cunter kommen historische Dorfbauten und unterschiedliche Wanderformate zusammen: vom 1,8 Kilometer langen Spaziergang bis zur Winterrunde. Der Ort gehört zur Gemeinde Surses in der Region Albula, im Kanton Graubünden. Für die Planung lohnt sich die Frage, ob Sie vor allem das Dorfgefüge erkunden, auf einem Weg starten oder beides verbinden möchten.
Historisches Dorfgefüge entlang der Julierroute
Die historische Siedlung Cunter liegt entlang der Julierroute, die zwischen 1834 und 1840 vollständig ausgebaut wurde. Im nördlichen Ortsteil steht eine Baugruppe mit Gebäuden, die sich um einen Platz mit großem Brunnen gruppieren. Eine große Zahl von Stallscheunen prägt den historischen Dorfcharakter und kennzeichnet Cunter als Bauerndorf.
Besonders deutlich tritt die Stallscheunengruppe von der Talseite hervor: Drei gleichartige Scheunen aus dem 19. Jahrhundert bilden ein räumlich gestaffeltes Ensemble. Die Kirche S. Carlo Borromeo, auch St. Karl Borromeo genannt, wurde 1677 als barocke Kirchenanlage neu erbaut. Ihr Langhaus hat zwei Seitenkapellen; der dreiseitige Chor ist nach Osten gerichtet. Die Ausstattung ist weitgehend ursprünglich erhalten.
Auch die Häuser machen verschiedene Bauzeiten und frühere Nutzungen sichtbar. Das spätklassizistische, herrschaftliche Wohnhaus Scarpatetti steht am südlichen Ortseingang; nach lokaler Überlieferung war es früher eine Wirtschaft. Die ehemalige Poststation besteht aus einem kleinen Stationsgebäude an der Straße und einer großen, etwas zurückversetzten Stallscheune. Beide Gebäudeteile sind außen gut erhalten und gelten als wichtige historische Zeugen der Passroute und des aufkommenden Fremdenverkehrs im späten 19. Jahrhundert.
Das Untere Haus Scarpatetti wurde 1622 als „feudales Engadinerhaus“ erbaut und nach einem Brandschaden 1824 erweitert. Im Haus Zur Taube ist eine Stube mit einer neunteiligen Felderdecke aus der Zeit um 1759 erhalten. Zur älteren Geschichte der Umgebung gehört auch eine bronzezeitliche Siedlung in Caschligns oberhalb von Cunter. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. und war vermutlich die früheste Wegverbindung zum Albulatal. Ein 1786 in Burvagn gemachter Schatzfund befindet sich teilweise im Rätischen Museum in Chur und im Landesmuseum in Zürich.
Vom kurzen Spaziergang bis zur Winterrunde
Der leichte Spaziergang von Cunter über Badogna und Lareschs nach Savognin ist 1,8 Kilometer lang. Er führt durch einen Lärchenwald zum Spielplatz Lareschs und weiter nach Savognin. Dort gibt es Holzelemente zum Balancieren und Klettern, Rutschbahnen, Schaukeln sowie eine Grillstelle mit Brennholz.
Eine andere Routenwahl bietet der Weg Plang la Curvanera–Motta Palousa–Promastgel–Cunter: Er führt durch das Naturwaldreservat La Niva und weiter nach Cunter. Motta Palousa ist ein Aussichtspunkt an der Route mit einem besonderen Blick ins benachbarte Albulatal. Der Abstieg nach Cunter verläuft über Promastgel.
Die Winterwanderung „Arvenduft und Suppentopf“ bildet eine Runde von Cunter über Muntschect, Promastgel und Caschligns zurück zum Ausgangspunkt. Prüfen Sie vor der Tour die saisonalen Wegverhältnisse. Ganzjährig beginnt und endet in Cunter der Themenweg Bergwald-Wundertüte. Er enthält 19 Wald-Spielideen für Kinder von 7 bis 12 Jahren. Route 1 führt durch den vorwiegend aus Lärchen bestehenden Wald von Lareschs bei Cunter und Savognin.
Anreise und Produkte aus den Hofläden
Die angegebene Verbindung nach Cunter führt mit der Rhätischen Bahn oder mit dem PostAuto bis Tiefencastel; von dort geht es mit dem PostAuto weiter nach Cunter. Prüfen Sie für Ihre konkrete Reise den aktuellen Fahrplan.
Für regionale Produkte kommen zwei Hofläden in Betracht. Im Hofladen Kaninchen Paradies gibt es Kaninchenfleisch und Kaninchen-Wurstwaren, Ziegenfleisch- und Geflügelprodukte sowie Weihnachtsgänse. Das Angebot im Hofladen Nalonder umfasst Capuns, Linzertorte, Fleisch, Käse, Sirup, Konfitüren und natürliche Dekorationen. Die Verfügbarkeit einzelner Produkte kann variieren.
Weitere Reiseziele entdecken: Surava, Brienz/Brinzauls, Savognin, Lantsch/Lenz, Alvaneu, Marmorera, Bergün, Sur.
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