Auf 1.301 Metern über Meer liegt Schmitten auf einer Sonnenterrasse, 400 Meter über dem Talboden. Kirchen, Ortsmuseum, ehemalige Erzgruben und Wege zum Landwasserviadukt setzen unterschiedliche Akzente: Sie können sich mit der Dorf- und Bergbaugeschichte beschäftigen oder Zeit für eine Wanderung einplanen.
Anreise und Wege zum Landwasserviadukt
Von Davos oder Lenzerheide ist Schmitten über eine sehr gut ausgebaute Straße und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Mit dem Viaduktshuttle kommen Sie von Filisur oder Alvaneu zur Haltestelle Schmitten GR Landwasserviadukt. Eine weitere Möglichkeit ist das Postauto von Chur nach Schmitten Dorf; von dort geht es zu Fuß weiter. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Fahrpläne.
Ein Sommerspaziergang von Schmitten führt zum Landwasserviadukt, das seit dem 7. Juli 2008 zum UNESCO-Welterbe gehört. Von der Haltestelle zum Viadukt sind es 0,6 Kilometer, etwa zehn Minuten auf einem gut ausgebauten Wanderweg mit Treppenstufen. Zur Aussichtsplattform Hennings gelangen Sie von derselben Haltestelle in ungefähr fünf Minuten. Die Angaben betreffen verschiedene Ziele; prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Wegverhältnisse.
Kirchen, Kreuzweg und Ortsmuseum
Die Pfarrkirche Allerheiligen steht auf einem länglichen Hügel hoch über dem Albulatal und besitzt einen gotischen Glockenturm. Ihr Bau begann möglicherweise um 1470. Zwischen 1703 und 1706 gestalteten Kapuziner aus Brixen die spätgotische Kirche in ihre heutige Form um; ihre Mauern umschließen bis heute das barocke Gotteshaus. Der helle Innenraum vermittelt durch den glanzvollen Altar und die Wandgemälde einen Raumeindruck aus barocker Zeit.
Zum Kirchhügel gehört auch der Kreuzweg: Vom 1707 erbauten Pfarrhaus führt ein Kreuzweg von 1761 mit sieben Stationskapellen. Seine Passionsbilder sind seit 1985 wieder vollständig renoviert. Die Kapelle St. Luzius ist spätromanisch und wird heute wieder als Gottesdienstraum genutzt. So stehen in Schmitten unterschiedliche Bau- und Glaubensgeschichten nebeneinander, von der spätromanischen Kapelle bis zur barock geprägten Kirche.
Das Ortsmuseum Schmitten befindet sich im ehemaligen Schulhaus. Es dokumentiert den sozialen Wandel mit dem Einzug der Moderne und vermittelt das Leben in einem einfachen Bündner Bergdorf im mittleren Albulatal. Zu den Themen gehören bäuerliche Arbeit, Handwerk, Bergbau, Brauchtum und kirchliche Traditionen. Tonbildschauen behandeln außerdem den Wandel des Dorfes im Lauf der Zeit und die Fresken in der St.-Luzius-Kapelle.
Von Juli bis Oktober kann das Ortsmuseum mittwochs zwischen 17:00 und 18:30 Uhr besucht werden; auf Anfrage sind Besuche jederzeit möglich. Prüfen Sie die Besuchszeiten vorab.
Erzgruben und sommerliche Unternehmungen
Etwa fünf Kilometer nördlich von Schmitten liegen die ehemaligen Erzgruben auf 2.546 Metern an der Südostflanke des Bleibergs, der auch Blyberg oder Schafläger genannt wird. Das Labyrinth aus Stollen und Gängen erstreckt sich über drei Stockwerke und ist für Touristen zugänglich. Im Schmittner Berg wurde mit Unterbrechungen von 1447 bis 1848 Erz abgebaut; die Gruben machen diesen Teil der Ortsgeschichte zum konkreten Ziel.
Von Juli bis Oktober werden geführte Touren zu den Erzgruben angeboten. Sie umfassen eine zweieinhalbstündige Wanderung ab der Schmittner Alp bis auf 2.546 Meter. Da das Angebot saisonal ist, empfiehlt es sich, die Toureninformationen vor dem Besuch zu prüfen. Im Sommer gehören außerdem Radtouren zur Schmittner Alp und auf den Touren der Umgebung zu den Möglichkeiten.
Der Wasserweg ansaina als längere Route
Wer mehr Zeit für eine Wanderung einplant, findet mit dem Wasserweg ansaina eine Route, die in Alvaneu Bad beginnt und dorthin zurückführt. Sie verläuft über das Schmittnertobel-Viadukt sowie Zinols und den Rözenwald. Auf 13,1 Kilometern dauert sie ungefähr zweieinhalb Stunden und ist als leicht eingestuft. An elf Stationen wird Wasser in seinen vielfältigen Facetten in der Kulturlandschaft sinnlich erfahrbar; unterwegs führt der Weg an Schwefel-Eisen-Quellen und am Landwasserviadukt vorbei. Prüfen Sie die Streckenangaben vor dem Aufbruch.
Weitere Reiseziele entdecken: Cunter, Filisur, Bivio, Tinizong-Rona, Stierva, Mons, Marmorera, Vaz/Obervaz.
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