Im Jura liegen Dinosaurierspuren nicht nur in Sammlungen: DINOTEC in Porrentruy zeigt mehr als hundert geschützte Spuren in einem öffentlich zugänglichen Außenbereich, auch nachts. Auf dem Lehrpfad „Sur les traces des géants“ in Courtedoux führt ein etwa einstündiger Rundweg mit nur geringem Höhenunterschied zu sichtbaren Spuren pflanzenfressender Sauropoden. Sie sind 152 Millionen Jahre alt. Bei den Fouilles du Banné können Familien und Studierende in einem Informationspavillon und einem Grabungsbereich den Beruf des Paläontologen praktisch kennenlernen.
Geschichte, die in den Städten sichtbar wird
In Delémont steht das Musée jurassien d’art et d’histoire auf der Stadtmauer der Altstadt. Seine Dauerausstellung stellt Ereignisse vor, die die Region Jura und ihre Bewohner geprägt haben; historische, künstlerische, archäologische und ethnografische Sammlungen geben weitere Einblicke. Die Museumsgebäude gehören zu einem architektonischen Ensemble des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch das Château de Delémont erzählt von mehreren Epochen: Das barocke Gebäude wurde an der Stelle eines mittelalterlichen Herrenhauses errichtet und zwischen 1716 und 1721 erbaut.
In Porrentruy war das Château von 1524 bis 1792 Residenz der Fürstbischöfe von Basel. Sein Burghof und der Tour Réfous sind täglich von 8 bis 18 Uhr frei öffentlich zugänglich; prüfen Sie die Angaben vor Ihrer Reise. Das Musée de l’Hôtel-Dieu befindet sich in einem ehemaligen Krankenhaus, das von 1765 bis 1956 die Kranken der Stadt und der gesamten Region versorgte. Das Jurassica Museum in Porrentruy ist wegen eines umfangreichen Renovierungs- und Umgestaltungsprojekts seit September 2025 geschlossen; das Ende der Schließung ist für 2027 vorgesehen. Prüfen Sie vor einer Reise den Wiedereröffnungsstatus.
Ein anderes Bild des Kulturerbes eröffnet Saint-Ursanne: Die mittelalterliche Stadt liegt in einem bewaldeten Tal am Doubs. Die Saint-Jean-Brücke überspannt den Fluss auf vier massiven steinernen Bögen und führt ins mittelalterliche Zentrum. Zum Ermitage de St-Ursanne gelangen Sie über etwa 200 Stufen. Dort hatte sich einst ein irischer Mönch niedergelassen; passende Schuhe sind für den Aufstieg sinnvoll.
Landschaften und Entdeckungen im Freien
Im Sommer gilt der Jura als Landschaft zwischen Teichen, Wäldern und Weiden. Bei Les Coeudres hat die Revitalisierung der Teiche zahlreiche Pflanzen-, Insekten-, Amphibien-, Vogel- und Säugetierarten geschützt. Auf dem Gebiet stehen zwei Beobachtungshütten mit Informationstafeln. Auch die Schluchten von Pichoux verbinden Landschaft und Naturkunde: Sie sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler eingetragen und beherbergen Quellen von besonders bemerkenswerter Qualität. Dort wurde 2002 die seltene Eintagsfliegenart Baetis nubecularis entdeckt. Sie kommt nur in kalten, sauerstoffreichen Gewässern des Jurabogens vor.
Für Wanderungen führt die Runde La Randoline von Saignelégier zum Étang des Royes und nach Les Cerlatez. Wer sich für Radstrecken interessiert, findet nahe Saint-Ursanne am Doubs die Mountainbike-Route Nr. 3 Jura Bike. Eine sportliche, 56 Kilometer lange Radtour durch die Landschaften der Ajoie verbindet Geschichte und Urgeschichte; prüfen Sie vor der Abfahrt die Streckenbedingungen. Die Chemins de fer du Jura verfügen über 74 Kilometer Schmalspurbahn in den Freibergen und im Berner Jura. Ihr Netz bedient hauptsächlich das Plateau der Freiberge sowie die Strecke Porrentruy–Bonfol in der Ajoie und erschließt weitläufige Erholungsgebiete für Wanderer, Radfahrer und im Winter Langläufer. Prüfen Sie den Fahrplan vor der Reise.
Im Botanischen Garten JURASSICA stehen Pflanzensammlungen neben dem Thema Artenschutz: Der Garten hat die Aufgabe, Pflanzenarten zu erhalten, und umfasst mehr als 3.000 erfasste Pflanzentaxa. Zu sehen sind unter anderem Iris-Sorten, Kakteen, Tillandsien, Orchideen und fleischfressende Pflanzen. So ergänzen sich im Jura sehr unterschiedliche Zugänge zur Natur – von botanischen Sammlungen bis zu Beobachtungshütten an revitalisierten Teichen.
Traditionen und regionale Produkte
Auch Veranstaltungen prägen den regionalen Charakter. Das Marché-Concours national de chevaux findet seit seinen Ursprüngen regelmäßig jedes Jahr statt; während des Ersten Weltkriegs fiel es in drei Jahren aus. Besucher können dort Pferdewettbewerbe, Reitvorführungen und ländliche Rennen verfolgen. Das St.-Martins-Fest findet am zweiten Novemberwochenende statt, das „Revira“ folgt am dritten. In Restaurants der Region werden traditionelle St.-Martins-Gerichte angeboten; konkrete Veranstaltungsdaten und teilnehmende Lokale variieren je nach Jahr.
Die Fromagerie des Franches-Montagnes vermittelt traditionelle Käseherstellung mit interaktiven Spielen im Produktionsbereich. Im Außenbereich bietet sie Käse und weitere regionale Produkte zur Verkostung an; klären Sie die Besuchsbedingungen vorab. Mit dem Jura werden außerdem Tête de Moine, Damassine und weitere regionale Produkte sowie Restaurants verbunden. Die Region ist überwiegend französischsprachig und katholisch geprägt. Für die Übernachtung werden auch agrotouristische Unterkünfte angeboten.
Weitere Reiseziele entdecken: Boncourt, Franches-Montagnes, Delsberg, Porrentruy, Waadt, Bern, Uri, Schwyz.
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