Ein Kalksteinmonolith mit ovaler Öffnung, prähistorische Fundstätten und historische Mühlen geben Courgenay Ju ein vielschichtiges Gesicht. Dazu kommen markierte Wanderwege und Naturgebiete. So lässt sich der Aufenthalt nach Interesse planen: mit Zeit für Kultur und Geschichte oder mit einem Schwerpunkt auf Landschaft und Bewegung.
Archäologische Spuren von der Steinzeit bis zur Römerzeit
La Pierre Percée steht am Ortsausgang von Courgenay in Richtung Porrentruy, neben der Kantonsstraße. Der etwa 2,50 Meter hohe und 2,30 Meter breite Kalksteinmonolith hat eine ovale Öffnung von 35 mal 41 Zentimetern. Er bildet die Fassadenplatte eines Dolmens, einer kollektiven Grabkammer, die wahrscheinlich um 3000 v. Chr. errichtet wurde. Die Maße und die Öffnung machen das steinerne Grabmal zu einem konkreten Anhaltspunkt für alle, die sich für archäologische Zeugnisse interessieren.
Eine andere zeitliche Spannweite bietet Derrière-Monterri auf dem Mont-Terri nahe Courtemautruy. Die Stätte umfasst Funde aus den prähistorischen und protohistorischen Epochen vom Neolithikum bis zum Ende der Römerzeit; ihre historische Entwicklung reicht über das Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit. Zum gallischen Oppidum gehören Keramikscherben, Münzen und Eisenobjekte. Ausgrabungen im Jahr 1984 legten außerdem ein römisches Dorf sowie Spuren der Bronze- und Steinzeit frei, die bis etwa 4000 v. Chr. zurückreichen. Zusammengenommen stehen hier also Zeugnisse verschiedener Epochen, nicht nur einer einzelnen historischen Phase.
Kapellen, Kunst und Mühlengeschichte
Die Kapellen setzen andere Akzente. Vacherie-Mouillard liegt auf dem Gebiet von Courgenay in Richtung Chainions und ist Notre-Dame des Ermites geweiht. Sie ersetzte ein früheres Oratorium und wurde als kleines ländliches Heiligtum wiederhergestellt. Auf ihrer Glocke stehen die Namen Jeanne und Amélie sowie die Jahreszahlen 1886 und 1888. Die Kapelle St-Eloi ist dem heiligen Eligius, dem Schutzpatron der Goldschmiede und Schmiede, und Notre-Dame de Lourdes geweiht. Nach dem Wiederaufbau 1843 wurde sie am 15. Juni desselben Jahres eingeweiht. Eine spätgotische Skulpturengruppe von etwa 1530 zeigt die Krönung der Jungfrau Maria.
Auch die Technikgeschichte ist an Wasserrädern ablesbar. Die restaurierte Roue du Martinet bewahrt das Rad eines Hammerwerks aus dem 18. Jahrhundert, das von einem höher gelegenen Teich gespeist wurde. Das Moulin de Paplemont stammt aus dem Jahr 1691: Sein vertikales Wasserrad wird über einen hölzernen Kanal versorgt. Mit 9,60 Metern Durchmesser gilt es als eines der größten der Schweiz. Die beiden Anlagen stehen damit für unterschiedliche Formen historischer Wasserkraft.
Zum baulichen Erbe gehört außerdem das Hotel de la Gare. Es wurde am 30. März 1877 gegründet, kurz nachdem die Eisenbahnstrecke von Delémont nach Porrentruy verlängert worden war. Für die eindrucksvolle Restaurierung des Gebäudes und seines Interieurs sowie die Weiternutzung zum ursprünglichen Zweck erhielt es eine besondere Auszeichnung. Im Hauptgeschoss bewahrt das Hotel historische Räume, außerdem Restaurant und großen Saal, die einst von Gilberte de Courgenay genutzt wurden. Ihr Name ist mit Courgenay verbunden; sie war eine Schweizer Kellnerin, die zum Soldatenidol wurde. Prüfen Sie vor einem Besuch die Öffnungsmodalitäten der historischen Räume.
Wanderungen, Wege und Natur
Fast 40 Kilometer markierte Wanderwege bieten Möglichkeiten, Courgenay und seine Landschaft zu erkunden. Der botanische Lehrpfad verläuft zwischen den Grottes de Saint-Nicolas und der Cabane des Echos. Die nahe bei Courgenay gelegenen Grotten liegen in steilen grünen Felswänden; ihre großen Hohlräume befinden sich in einer nahezu tropisch wirkenden Waldlandschaft. Die Combe Vatelin zwischen Courgenay und Fontenais setzt einen anderen Landschaftsakzent: Dort prägen stattliche Eichen und blühende Wiesen das Bild.
Wer eine längere Wanderung einplant, kann sich an der Route „Dans la forêt de Derrière le Château“ orientieren. Sie verbindet den Bahnhof Courgenay mit dem Bahnhof Saint-Ursanne und dauert zu Fuß mehr als vier Stunden. Die Dauer ist ein Richtwert und kann je nach Bedingungen variieren; prüfen Sie vor dem Start auch die Wegverhältnisse. Für kürzere Ausflüge gibt es die markierten Wege und den botanischen Lehrpfad als weitere Optionen, ohne dass damit eine bestimmte Gehzeit verbunden ist.
Le Martinet in Courgenay (Courtemautruy) ist ein Naturschutzgebiet mit Teichen, Wasserläufen, bewaldeten Ufern, Weiden und Feuchtwiesen. Es ist zudem eine national bedeutende Fortpflanzungsstätte für Amphibien. Die Anreise dorthin ist mit Zug bis zum Bahnhof Courgenay, Bus bis zur Haltestelle Courgenay Haut du village und anschließend zu Fuß beschrieben. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Für Radfahrende führt die Route du Jura über den Bahnhof Courgenay; für E-Biker folgt danach der Anstieg zum Col de la Croix mit etwa 300 Höhenmetern. Auch drei genehmigte Mountainbike-Strecken sind für Courgenay ausgewiesen.
Übernachten in Courgenay Ju
Das Bed & Breakfast Chambres d'hôtes - Moulin de Paplemont bietet zwei Gästesuiten für insgesamt bis zu 11 Personen. Wenn diese Unterkunft zu Ihren Plänen passt, prüfen Sie die Verfügbarkeit vor der Buchung. Direktzüge halten in Courgenay. So können Sie bei der Planung sowohl die Bahnverbindung als auch die unterschiedlichen Interessen an Archäologie, Kulturerbe, Wanderwegen und Natur berücksichtigen.
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