Hohenrain verbindet Zeugnisse der Johannitergeschichte mit einer Landschaft aus Wiesen, Feldern, Wäldern und dem Baldeggersee. Wer für eine Reise Kultur und Zeit im Freien sucht, findet hier unterschiedliche Anknüpfungspunkte: von historischen Bauten über die archäologische Anlage in Ottenhusen bis zu Wander- und Fahrradwegen am Lindenberg.
Johannitergeschichte und markante Bauwerke
Die Johanniterkommende mit dem Turm Roten gilt als Wahrzeichen der Gemeinde. Im 13. Jahrhundert war die Kommende eine Pilgerherberge und zugleich Verwaltungszentrum eines ausgedehnten Güterbesitzes im Seetal und seiner weiteren Umgebung. Der Wohnturm Roten wurde zwischen 1150 und 1490 erbaut. In Hohenrain lässt sich Geschichte so sowohl an einem markanten Bauwerk als auch an der einstigen regionalen Funktion der Kommende ablesen.
Zum Tor- und Pfarrhaus der ehemaligen Johanniterkommende kommt eine national überragende kulturgeschichtliche Bedeutung. Es zählt neben Schloss Heidegg zur ältesten integral erhaltenen profanen Bausubstanz des Kantons Luzern. Massive Mauerteile und Teile des Innenausbaus reichen bis in die Gründungszeit der Kommende zurück. Auch die Johanneskirche St. Johannes Baptista setzt mit ihrem spätgotischen Käsbissenturm einen eigenen historischen Akzent: Der Turm stammt aus dem Jahr 1550.
Die Ausstellung im Turm Roten vermittelt Wissen über die Landschaft, die Geschichte der Johanniterkommende und ihre Ordensritter. Eine gotische Stube zeigt ein Rundtonnengewölbe und Inschriften aus dem Jahr 1547. Ein zwölfminütiger Film behandelt die Entstehung des Seetals im Zusammenhang mit dem Reuss-Gletscher. Für die Weitsicht in die Zentralschweizer Berge stehen Ferngläser bereit. Architektur, Landschaft und Ordensgeschichte kommen hier in verschiedenen Ausstellungsdetails zusammen.
Römerzeit und besondere Ausblicke
In Ottenhusen liegt eine weitere Station für geschichtlich Interessierte: Die 1849 entdeckte Ruine einer römischen Villa gilt als vermutlich mehr als 2000 Jahre alt. Die archäologische Anlage ist an sieben Tagen in der Woche frei zugänglich. In ihrer unmittelbaren Umgebung und entlang des Weges zu einer nahe gelegenen Grillstelle im Wald informieren Tafeln über das Leben im Römischen Reich. Eine Schatzsuche im Römischen Gutshof Ottenhusen bildet das zweite Abenteuer des Kulturabenteuers Seetal.
Der Römerturm in Ottenhusen ist eine zwölf Meter hohe Holzkonstruktion und bietet einen weitläufigen Blick über die Alpen und ins Seetal. Ein anderer Blickpunkt ist die nahe gelegene Burgruine Nünegg in Lieli. Sie verfügt über eine Wendeltreppe und eine Aussichtsplattform über der Mauerkrone. Beide Orte setzen unterschiedliche Akzente: In Ottenhusen stehen römische Geschichte und Weitsicht im Mittelpunkt, in Lieli die Ruine mit ihren baulichen Merkmalen.
Landschaft, Wege und jahreszeitliche Möglichkeiten
Wiesen, Felder, tiefgrüne Wälder und der Baldeggersee prägen Hohenrains Natur- und Kulturlandschaft. An den sonnigen Hängen des Lindenbergs laden Hohenrain und seine Umgebung zum Wandern, Laufen und Biken ein; gepflegte Wander- und Fahrradwege bieten weitere Möglichkeiten, die Gegend in Bewegung zu entdecken. Das Hochmoor Ballmoos liegt auf 845 Metern über Meer im Lieliwald. Es zählt zu den letzten Bergföhrenhochmooren im Mittelland und ist botanisch reichhaltig: Dort kommen seltene Seggenarten und der fleischfressende Sonnentau vor.
Für ruhigere Momente lädt die Wallfahrtskapelle Maria zum Schnee in Ibenmoos zum stillen Verweilen und Beten ein. Der Kapellenweg im Seetal umfasst unter anderem diese Kapelle sowie St. Wendelin in Lieli und die Kapelle in Kleinwangen. So treten neben den Bauwerken der Kommende auch Kapellen und religiöse Orte als Teil des kulturellen Angebots hervor.
Auch die Jahreszeit kann bei der Auswahl eine Rolle spielen. In den Sommermonaten bieten der nahe gelegene Baldeggersee und der Hallwilersee Möglichkeiten zum Baden. Während der Wintermonate können im nahe gelegenen Horben ein kleiner Skilift und eine Langlaufloipe genutzt werden. Hohenrain und seine Umgebung bieten damit neben Kultur und Wanderwegen weitere saisonale Anknüpfungspunkte.
Anreise nach Hohenrain
Mit der Seetalbahn der SBB erreichen Sie Hohenrain von Luzern oder Lenzburg aus zunächst bis Hochdorf; anschliessend führt die Verbindung mit dem Bus der BSF weiter. Prüfen Sie vor der Abfahrt den Fahrplan, damit Sie Ihre Anreise passend planen können.
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