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Die Renaissancekanzel der Pfarrkirche von Kleinwangen stammt aus der Zeit um 1600. Das Dorf liegt am sonnigen Hang des Lindenbergs, eines fruchtbaren Moränenzugs, den der einstige Reussgletscher geformt hat. Kirche und Landschaft setzen damit unterschiedliche Akzente: die Geschichte eines konkreten Bauwerks und die geologische Prägung des Orts.

Kirche, Siedlungsgeschichte und archäologische Spuren

Die Pfarrkirche gilt als Wahrzeichen des Dorfs. Sie wurde 1724 erbaut und 1897 umfassend umgestaltet. Ihre Renaissancekanzel aus der Zeit um 1600 ergänzt diese Baugeschichte um ein älteres Ausstattungsmerkmal.

Auch die Ortsgeschichte reicht über die Kirche hinaus. Ferren, ein Teil von Kleinwangen, wird mit der für 893 überlieferten Siedlungsbezeichnung «Farihcin» identifiziert. Im Gebiet Muracker wurden die Grundmauern einer römischen Villa sowie weitere römische Funde entdeckt, darunter Ziegelreste und Münzen. Auf der Weidlihöhe kamen Gräber aus alemannischer Zeit zum Vorschein.

Auf dem Rütihubel östlich des Dorfs befindet sich eine kleine Wehranlage der Ritter von Wangen. Halsgraben und Burghügel sind dort sichtbar. Zugleich ist der Rütihubel ein vom Gletscher geformter Rundhöcker. An diesem Ort treffen somit eine erkennbare Geländestruktur und sichtbare Merkmale der Wehranlage zusammen.

Pilgerwege und Wanderungen

Drei Pilgerwege führen zur Wallfahrtskapelle Maria zum Schnee: Sie beginnen im Oberdorf von Kleinwangen, in Günikon und in Lieli und sind mit mannshohen Stelen markiert. Die restaurierte Kapelle lädt zum stillen Verweilen und Beten ein. Der letzte Wegabschnitt zur Kapelle ist von Kreuzwegstationen gesäumt. Die Wanderroute «Über den Lindenberg» führt vom Oberdorf in Kleinwangen ebenfalls zur Kapelle und zum Weiher im Ibenmoos.

Weitere Wanderungen setzen andere Orte und Verbindungen in den Mittelpunkt. Die Wanderung Baldegg–Schloss Heidegg–Gelfingen führt über Kleinwangen durch den Wald zum Schloss Heidegg. Für diese Route ist die Rückfahrt mit der S9 vom Bahnhof Gelfingen nach Baldegg möglich. Die Wanderung Gelfingen–Horben–Baldegg führt von Gelfingen über Lieli und Kleinwangen nach Baldegg; sie ist mit der S9 bis zum Bahnhof Gelfingen und mit der Rückfahrt ab Bahnhof Baldegg erreichbar. Die Buslinie BSF verbindet Hohenrain mit Hochdorf auf einem Rundkurs über Ottenhusen und Kleinwangen. Prüfen Sie vor der Abfahrt die Fahrpläne der genannten Verbindungen.

Landschaft, Aussicht und weitere Entdeckungen

Im Lieliwald liegt das Ballmoos, ein botanisch sehr reichhaltiges Bergföhrenhochmoor auf etwa 845 Metern Höhe. Es zählt zu den letzten Bergföhrenhochmooren im Schweizer Mittelland. In Hohenrain ist im Turm Roten bei der Johanniterkommende eine Ausstellung eingerichtet; der Turm bietet eine Aussicht über das Luzerner Seetal.

Auch die Geschichte des Ibenmoos umfasst mehr als die Pilgerkapelle. Seit dem 15. Jahrhundert suchten in- und ausländische Kurgäste im dortigen Heilbad Erholung und Gesundung. Der Kurbetrieb endete kurz nach 1830. Eine andere Facette lokaler Tradition zeigt die Ferrenmühle in Kleinwangen, wo nach traditioneller Art auf einer alten Mühle Mehl hergestellt wird.

Für Bewegung gibt es in Kleinwangen ein Beachvolleyballfeld. Die Sportanlagen bei den Schulhäusern stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. So stehen neben den historischen und landschaftlichen Themen auch Sportanlagen als eigener Aspekt des Orts zur Wahl.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hohenrain.

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