Rüthi liegt im Rheintal zwischen Altstätten und Buchs im Kanton St. Gallen. Im Osten bildet der Rhein die Gemeindegrenze und zugleich die Schweizer Grenze zu Österreich. Rüthi wurde erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen vom 5. Juni 820 erwähnt. Ortsgeschichte, Industrie und Gewässerlandschaft bieten verschiedene Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: Der Industrieweg vermittelt Themen der regionalen Industrie, Kultur und Freizeit; am Hirschensprung stehen auch frühe archäologische Funde im Blick.
Industrieweg Rheintal: wandern in Etappen
Der Industrieweg Rheintal führt zwischen Rheineck und Rüthi über 40,3 Kilometer und lässt sich in einer oder mehreren Etappen erwandern. Rüthi ist einer der Einstiegs- und Ausstiegsorte. Texttafeln sowie Film- und Tondokumente vermitteln entlang des Weges Themen aus Industrie, Kultur und Freizeit der Region. Wegweiser führen von den Einstiegsorten zum Weg. So verbindet die Route das Wandern mit einer thematischen Auseinandersetzung mit dem Rheintal. Wenn Sie die Strecke planen, können Sie zunächst entscheiden, ob Sie die Gesamtstrecke in einem Zug oder abschnittsweise angehen möchten.
Hirschensprung: Industriegeschichte und archäologische Spuren
Die enge Felspassage des Hirschensprungs verbindet Rüthi mit Oberriet. Hier wurden die ältesten Grabstätten im Kanton St. Gallen gefunden; sie stammen aus der Zeit von 3000 bis 1800 v. Chr. Auch die Industriegeschichte ist am Hirschensprung präsent: Die 1906 erbaute Fabrikantenvilla ist als Villa Nüesch bekannt. Zur dort vermittelten Geschichte gehört die Gründung der Rheintalischen Cementfabrik Rüthi AG durch Ernst Schmidheiny im Jahr 1906. In Rüthi wurde außerdem 1922 die Säntis Batteriefabrik gegründet. Damit liegen an diesem Ort archäologische Zeitspuren und unterschiedliche Kapitel der Industriegeschichte nebeneinander.
Museen: Dorfleben und Brauereigeschichte
Das Ortsmuseum Rüthi besteht aus zwei Häusern im Ortsteil Büchel. Im Schwärzerles-Theres-Hus dokumentieren zeitgemäß eingerichtete Wohn- und Arbeitsräume das Leben der Rheintaler Dorfbevölkerung vor über 100 Jahren. Im Alten Schulhüsli finden wechselnde Ausstellungen zur Lokal- und Regionalgeschichte statt. Das Biermuseum Zum alten Bock widmet sich einem anderen Thema: Seine umfangreiche Dokumentation behandelt das Brauwesen in verschiedenen Epochen. Bei Besuchen werden die Entstehung des Biers sowie die Entwicklung der Kloster- und Privatbrauereien erläutert. Ein Besuch ist das ganze Jahr über nach vorheriger Absprache möglich. Bei Führungen können ein Apéro, ein Mittagessen oder ein Abendessen bestellt werden; auch diese Arrangements sind im Voraus abzusprechen.
Binnenkanal und Wege in der Umgebung
Der Naturerlebnisraum Binnenkanal Rüthi ist eine Gewässerlandschaft, die durch naturnahen Wasserbau aus dem früher schnurgeraden Kanal hervorgegangen ist. Ein abgeschlossenes Projekt am Rheintaler Binnenkanal in Rüthi erweiterte das Gerinne von 20 auf 60 Meter und umfasste Kiesbänke, Sohlenstrukturen sowie natürlich gestaltete Böschungen. Die Wege am Kanal werden von Radfahrern, Inlineskatern und Fußgängern genutzt. Eine weitere Orientierung für Radfahrende bietet die 74 Kilometer lange Seen-Route zwischen Buchs und Rorschach, an der Rüthi liegt. Da sich Routenbedingungen ändern können, lohnt es sich, diese vor der Fahrt zu prüfen.
Auch die Umgebung bietet unterschiedliche Landschaftsbezüge: Uferbereiche im Rheintal, Weinberge und Hochmoore stehen neben Wegen in tieferen Lagen und Wegen zu alpinen Ausblicken. Bei der Auswahl einer Wanderung können Sie abwägen, ob Sie eher eine Tour in tieferen Lagen oder den Bezug zu alpinen Aussichten suchen. In der nahegelegenen Gemeinde Oberriet liegt die Burgruine Blatten auf dem Blattenberg am Waldrand. Erhalten sind Teile des Turms, der Burgmauer und ein überwölbter Keller. Diese Ziele ergänzen den Blick auf Rüthi um weitere Kultur- und Landschaftsthemen des Umlands.
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