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Im Reiat führt die Spurensuche von jungpaläolithischen Funden bis zu einer Ziegelei, deren Produktion 1917 endete. Dazu kommen eiszeitliche Gewässer, archäologische Fundplätze und Wege durch eine charakteristische Hügellandschaft. Natur und Kultur eröffnen dabei jeweils eigene Perspektiven auf die Region.

Höhlenfunde und Wege der Vorgeschichte

Das Kesslerloch zählt zu den bedeutendsten spätglazialen Fundstellen Europas. Die Höhle umfasst fast 200 m² und wird durch einen Felspfeiler geteilt. Ihre Siedlungsspuren aus dem Jungpaläolithikum gehören zur Magdalénien-Kultur und stammen aus der Zeit von 14.000 bis 12.000 v. Chr. Vom Bahnhof Thayngen erreichen Sie das Kesslerloch in etwa zehn Gehminuten; vor Ort gibt es mehrere Grillstellen und ein WC.

Der Steinzeitpfad beginnt an der Fundstelle Kesslerloch westlich des Bahnhofs Thayngen. Eine kurze Runde ist 8,4 Kilometer lang und dauert etwa 2 Stunden und 7 Minuten. Eine Route des Pfads führt an fünf archäologischen Fundstellen und zwei geologischen Stationen vorbei. Auch die Siedlungsreste von Thayngen-Weier erzählen von früher Besiedlung: Datierte Bauhölzer ordnen sie der Zeit zwischen 3800 und 3600 v. Chr. sowie der Pfyner-Kultur zu.

Hügelland, Wasser und Natur

Der Bezirk Reiat liegt im Kanton Schaffhausen, umfasst 39,33 km² und reicht von 391 bis 705 Metern über Meer. Das Landschaftsbild umfasst eine Hochebene nordöstlich der Stadt Schaffhausen und das anschließende, zur Biber hin ausgerichtete Hügelland. Durch den weiteren Reiat fließen die Biber und die Fulach.

Der Morgetshofsee ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung und ein Toteissee aus der Würmeiszeit. Als Amphibienlaichgebiet weist er acht nachgewiesene Arten auf und bietet Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tiere und Pflanzen. Die Schliffenhalde bringt andere Lebensräume zusammen: Feuchtgebiete, Hecken, Trockenstandorte und Naturwiesen; auch dort kommen seltene Tier- und Pflanzenarten vor.

Zu Fuß oder mit dem Velo

Der Reiatweg ist eine leichte, 19 Kilometer lange Rundwanderung durch die regionaltypische Hügellandschaft mit Wiesen, Feldern, Reben und Mischwald. Als Ausgangspunkt wird die Haltestelle Hüttenleben in Thayngen empfohlen. Unterwegs bietet die Route Ausblicke auf die deutsche Hegaulandschaft mit ihren erloschenen Vulkanen und auf die Alpenkette auf der Schweizer Seite.

Für eine Tour mit dem Velo ist die Reiat-Route eine andere Möglichkeit: Sie ist 30 Kilometer lang, weist 500 Höhenmeter auf und stellt mittlere konditionelle Anforderungen. Die Strecke führt durch typische Schweizer Dörfer mit historischen Dorfkernen und gut erhaltenen Fachwerkhäusern. So unterscheiden sich die beiden Wege nicht nur durch das Verkehrsmittel, sondern auch durch ihre Länge und die ausgewiesenen Anforderungen.

In Thayngen ergänzt der Biberweg das Angebot mit einem interaktiven Naturthema. Informationstafeln vermitteln verständlich Einblicke in die Lebenswelt des Bibers. Der Weg richtet sich an Familien, Schülerinnen und Schüler aller Stufen sowie Naturfreunde.

Industriegeschichte und Dorfkultur

Die Ziegelei Hofen wurde 1834 gegründet. Dort entstanden Backsteine, Tonrohre und Dachziegel, bis die Herstellung 1917 nach Erschöpfung der Rohstoffvorräte eingestellt wurde. Einen ganz anderen Einblick bietet das Schreibmaschinenmuseum Bibern: Es zeigt rund 470 Maschinen, von denen Besucherinnen und Besucher den größten Teil ausprobieren können.

Auch die Kirche St. Martin in Lohn lohnt den Blick auf einzelne Baudetails: Die mittelalterliche Dorfkirche besitzt einen charakteristischen Käsbissen-Turm und ein farbiges Chorfenster. Sie zählt zu den fünf Kirchen auf der Schaffhauser Landschaft mit bedeutendem vorreformatorischem Baubestand. In Bibern wiederum steht das Zwetschgenfest im Zeichen der lokalen Sorte „die Schöne von Bibern“.

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