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Ein Speicher aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, bäuerliche Höfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert und ein wertvolles Biotop geben Nennigkofen ein prägnantes Profil. Für Ihre Reiseentscheidung stehen zwei Blickwinkel im Vordergrund: das historische Ortsbild und die ländliche Landschaft, von der aus die Aussicht über die Aareebene bis zur Jurakette reicht.

Historischer Dorfkern und besondere Bauformen

Der historische Ortskern umfasst bäuerliche Höfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie sind teils haufenartig, teils locker gereiht angeordnet. Zu den gut erhaltenen Bohlenständerbauten zählen das Schulhaus und zwei Gasthäuser. Mächtige Walmdächer und abgedunkelte, verbretterte Fassaden prägen diese Bauten; sie stehen entlang eines klaren Siedlungsmusters an einem alten Wegnetz.

Im zentralen Abschnitt der Dorfstrasse säumen mächtige, weit auseinanderstehende Bohlenständer- und Riegelbauten die Strasse. Wiesenstücke und Hofplätze schaffen Freiräume, hohe Einzelbäume setzen Akzente. Auch die schmalen Strässchen tragen zum Charakter des Orts bei: Sie führen eher durch Wiesen, Bauerngärten und Vorplätze als direkt an den Häusern entlang.

An der Dorfstrasse 21 steht ein Speicher, der um 1650 als Bohlenblockbau errichtet wurde und als einer der ältesten Speicher der Region gilt. Er gehört zu einem Hofensemble mit einem Bauernhaus von 1787 und einem Ofenhaus von 1791. Das Gasthaus «Rössli» setzt einen anderen architektonischen Akzent: Das Gebäude steht an der Kreuzung mit der Hauptstrasse und ist ein verputzter Massivbau städtischen Gepräges mit herrschaftlichem Mansarddach. Es entstand zwischen 1824 und 1838; rückseitig befindet sich eine Curlinghalle aus dem dritten Viertel des 20. Jahrhunderts.

Landschaft und Natur rund um Nennigkofen

Die Hostetten mit ihren Hochstammobstbäumen gehören zu den prägenden Naturelementen des Dorfbildes. Im weiteren Gemeindegebiet bestimmen Landwirtschaftsflächen und Obstkulturen die Umgebung, die sich für Spaziergänge und Velotouren eignet. Westwärts folgt die Strasse vom zentralen Bereich Nennigkofens dem renaturierten Mühlebach. Die ehemalige Mühle liegt westlich der Siedlung in einer mit Obstbäumen bestandenen Bachmulde.

Auf der Westseite des Riembergs hat sich die Schiltiberggrube zu einem wertvollen Biotop entwickelt. Die Gemeinde hat die Grube für zehn Jahre per Vereinbarung dem Kanton abgetreten. Der Forstbetrieb Bucheggberg pflegt sie regelmässig, damit die Tümpel nicht verkrauten und die Pionierflächen nicht überwuchern. Dort kommen die stark gefährdete Gelbbauchunke und die Kreuzkröte vor. Festgestellt wurden ausserdem Brutvögel wie Goldammer und Mönchsgrasmücke, eine gesichtete und gehörte Nachtigall, seltene Libellen wie der Kleine Blaupfeil sowie eine Ringelnatter.

Wege, Kultur und Orientierung

Der Hofuren genannte Weg steigt vom Landgasthof «Weyeneth» südwärts steil den Wiesenhang hinauf bis zu einem weithin sichtbaren Riegelbau. Die Steigung ist ein markantes Merkmal dieser Wegverbindung. Als weitere Orientierung im Ortsbild dient der Blick über die Aareebene zur Jurakette.

Das Anwesen des Kulturhofs Weyeneth befindet sich seit 1793 im Besitz der Familie Weyeneth. Aus einem Bauernhof entwickelte sich über Generationen ein Gastronomiebetrieb, der weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt war. Heute erhält, pflegt und nutzt der Kulturhof seine Räumlichkeiten und vermietet sie auch an Dritte.

Der Kulturhof Weyeneth ist ab dem Hauptbahnhof Solothurn mit dem Bus Nr. 8 in zehn Minuten, mit dem Auto in fünf Minuten, mit dem Velo in zwanzig Minuten oder zu Fuss in einer Stunde erreichbar. Prüfen Sie für den Tag Ihrer Anreise die aktuellen Verbindungen. Auf Ebene der Gemeinde verbinden Buslinien Lüsslingen-Nennigkofen mit Solothurn, Büren an der Aare und weiteren Orten; die alte Hauptstrasse Solothurn–Büren und die nahe Autobahn A5 ermöglichen die Anreise mit dem Auto. Nennigkofen ist weitgehend vor dem Durchgangsverkehr geschützt, da die Durchgangsstrasse unterhalb der Dorfkerne verläuft.

In Lüsslingen-Nennigkofen ist der Bücherschrank rund um die Uhr zugänglich. Menschen aus dem Dorf, der Umgebung und Passanten können dort Bücher holen und bringen. Zusammen mit den historischen Bauten, den Obstkulturen und dem Biotop bietet der Ort damit unterschiedliche Anknüpfungspunkte für eine Entdeckung der Gegend.

Weitere Reiseziele entdecken: Mühledorf, Kyburg-Buchegg, Buchegg, Aetingen, Hessigkofen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bucheggberg.

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