Bouldern im Kastanienwald und Baugeschichte im Dorf geben Chironico zwei unterschiedliche Schwerpunkte. Dazu kommen ein fester Orientierungslauf und eine Wanderung über den Übergang Piatto; sie erweitern die Auswahl, ohne dass daraus eine feste Tagesroute werden muss.
Bouldern im Kastanienwald
Die Area Boulder Chironico (6747 Chironico) ist eine Outdoor-Kletter- und Boulderanlage. Im Bouldergebiet liegen Hunderte Felsblöcke in einem Kastanienwald. Anfängerinnen und Anfänger ebenso wie erfahrene Kletternde können dort ihre Fähigkeiten erproben. Das Gebiet umfasst mehr als 2.000 Boulderprobleme auf engem Raum; die Wege zwischen ihnen sind relativ kurz. Das Gelände innerhalb des Gebiets ist relativ flach, und Wege erleichtern dort die Fortbewegung.
Auch die Entstehung der Felsblöcke gehört zum Charakter des Ortes: Der geologischen Deutung nach lagerten sie sich vor etwa 11.000 Jahren infolge eines gewaltigen Bergsturzes auf dem Hochplateau von Chironico ab. Der Hintergrund verbindet das Bouldergebiet mit der Landschaftsgeschichte der Gegend, ohne dass dafür eine bestimmte Kletterroute vorausgesetzt werden muss.
Für die Boulderplanung spielt die Jahreszeit eine Rolle. Im Frühling und Herbst sind die Temperaturen oft angenehm. Im Winter kann die Reibung besser sein, während das Wetter unbeständiger ist; im Sommer ist die Reibung bei höheren Temperaturen weniger günstig. Prüfen Sie vor dem Klettern die örtlichen Bedingungen.
Historische Bauwerke und Dorfstruktur
Im Ortszentrum von Chironico steht die gut erhaltene Torre dei Pedrini. Das sechsstöckige mittelalterliche Bauwerk ist etwa 18 Meter hoch und wurde im 13. Jahrhundert aus lokalem Stein erbaut. In der Torre befindet sich ein Fresko der Madonna mit Kind aus dem 15. Jahrhundert. Die Angaben zu Höhe, Bauzeit und Fresko geben dem Bauwerk mehrere konkrete historische Bezugspunkte.
Auch die Struktur des historischen Dorfteils unterscheidet sich von der heutigen Straßenführung: Er konzentriert sich um den ursprünglichen Durchgangsweg, der nicht mit der heutigen Straße übereinstimmt. Die Cappella dei Santi Ambrogio e Maurizio ist seit 1227 dokumentiert.
Die Chiesa di S. Maurizio besitzt ein einschiffiges, tonnengewölbtes Langhaus im neobarocken Stil. Ihr Hauptaltar besteht aus Marmor und stammt aus dem 19. Jahrhundert. In den vier Seitenkapellen befinden sich Scagliola-Altarvorsätze von Giuseppe Maria Pancaldi aus dem Jahr 1766. Hinzu kommen zahlreiche Holzhäuser in Blockbauweise, wie sie für die Leventina typisch sind. So stehen in Chironico unterschiedliche Zeugnisse von Bau- und Kunstgeschichte nebeneinander: vom mittelalterlichen Turm bis zu späteren Ausstattungsdetails der Kirche.
Weitere Möglichkeiten, den Ort zu erkunden
In Chironico gibt es einen festen Orientierungslauf mit leichten, mittleren und schwierigen Strecken. Die drei Schwierigkeitsstufen bieten eine andere Art, sich mit dem Ort zu beschäftigen als der Aufenthalt im Bouldergebiet. Welche davon für Sie infrage kommt, hängt davon ab, welche Herausforderung Sie suchen.
Als Wanderung führt die Strecke von Chironico nach Sonogno oder in umgekehrter Richtung über den Übergang Piatto. Prüfen Sie die Wegverhältnisse vor Ort, bevor Sie diese Tour einplanen. Für die Entscheidung zwischen den Themen ist damit ein einfacher Unterschied hilfreich: Beim Bouldern gehören saisonale Temperatur- und Wetterbedingungen ausdrücklich zur Planung; beim historischen Schwerpunkt stehen Bauformen, Materialien und Datierungen im Mittelpunkt.
Weitere Reiseziele entdecken: Dalpe, Cavagnago, Airolo, Sobrio, Lavorgo, Bedretto, Giornico, Prato
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Leventina.