Bombinasco verbindet eine in die vorrömische Zeit datierte Siedlungsgeschichte mit einem Ortskern, der heute eine mittelalterliche Struktur aufweist. Der Ort ist eine Exklave der ehemaligen Gemeinde Curio, nordwestlich von Curio, unterhalb des Monte Lema und am Südosthang des Motto Croce. Er liegt auf etwa 588 m ü. M. So treffen in Bombinasco zwei unterschiedliche Zeitebenen zusammen: eine vorrömisch datierte Herkunft und eine bis heute erkennbare mittelalterliche Struktur.
Oratorio und Kunstgeschichte
Das Oratorio della Santissima Trinità wurde 1670 errichtet. Es besitzt einen barocken Hauptaltar aus Stuck mit einem Scagliola-Antependium; das Antependium ist ein Werk von Giuseppe Maria Pancaldi aus Ascona. An der rechten Chorwand befindet sich außerdem ein Fresko, das auf 1810 datiert ist. Zwischen dem Baujahr und der Datierung des Freskos liegen 140 Jahre. Für Reisende mit Interesse an Kunst und Geschichte stehen damit ein Baudatum und konkrete Ausstattungsdetails nebeneinander: der barocke Altar und das später datierte Wandbild.
Funde und frühere Besiedlung
Auch Funde aus der Umgebung fügen weitere, zeitlich klar unterscheidbare Hinweise hinzu. 1938 wurden in der Nähe von Froda entlang der Straße Bombinasco–Astano drei Gräber gefunden: ein Körperbestattungsgrab und zwei Brandgräber. Die beiden Brandgräber wurden anhand ihrer Urnen aus Speckstein in das 2. Jahrhundert n. Chr. datiert.
Der Sentiero del Parco Minerario del Malcantone
Bombinasco ist der siebte Punkt des Sentiero del Parco Minerario del Malcantone. Der Weg wurde angelegt, um einen Teil der Bergbaugeschichte dieses Gebiets wiederzuentdecken. Zeugnisse entlang des Sentiero belegen, dass die Ausbeutung unterirdischer Mineralressourcen in den Hügeln durch die dort lebenden Kelten vor mindestens 2.000 Jahren begann. Damit ergänzt die Bergbaugeschichte des Malcantone die Ortsgeschichte, die Gräber bei Froda und die Kunst im Oratorio um einen regionalen Blick auf frühere Rohstoffgewinnung. Prüfen Sie vor einer Tour die Routendetails.
Die Aurifodina in der Landschaft
Südlich von Bombinasco liegt die Aurifodina auf einem schmalen, steilen, bewaldeten Rücken. Sie befindet sich zwischen den Bacheinschnitten Froda im Westen und Val Grande beziehungsweise Valle del Mulino im Osten. Damit unterscheiden sich die räumlichen Bezugspunkte von Ortskern und Aurifodina: Hier steht die mittelalterliche Siedlungsstruktur im Vordergrund, dort die bewaldete Rückenlage zwischen zwei Bachrinnen. Dieser Landschaftsbezug ergänzt die historischen Datierungen um eine weitere Perspektive auf den Bergbau.
Wanderwege und Laghetto im benachbarten Astano
An die Exklave Bombinasco grenzt das benachbarte Astano. In Astano beginnen zahlreiche Wanderwege durch das Malcantone; außerdem gibt es dort den kleinen Laghetto, in dem Baden und Angeln möglich sind. Als unterschiedliche Schwerpunkte stehen so die Orts- und Bergbaugeschichte Bombinascos sowie Wanderwege und Wasseraktivitäten im angrenzenden Astano nebeneinander.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Curio Ti.