Schlatt eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf Kulturgeschichte und Natur: Im Klostergut Paradies prägen Klosteranlage, Kirche und Eisenbibliothek das Bild, während das Gebiet Schaaren von Wäldern, alten Flussarmen und Tümpeln geprägt ist. Für die Entscheidung, ob Schlatt zu Ihrem Aufenthalt passt, lohnt sich der Blick auf beide Seiten.
Schaaren: Landschaft und Wege
Die weitgehend natürlich erhaltene Landschaft des Schaaren umfasst Auenwälder, alte Flussarme und Tümpel. Sie bietet seltenen Tieren und Pflanzen geeignete Lebensbedingungen. Das Gebiet gehört zu einem kantonalen Schutzgebiet mit 13 Hektaren Naturwaldreservat und 221 Hektaren Sonderwaldreservat; es gehört zu den Gemeinden Diessenhofen und Schlatt. Als Besucherangebot ist auch der Naturlehrpfad Schaarenwald genannt.
Der Gschichtli-Weg im Schaaren richtet sich an Kinder und Erwachsene. An zehn Stationen erzählen nummerierte QR-Codes jeweils einen Teil der Geschichte. Für 2026 beschreibt die Gemeinde einen Weg, der beim Parkplatz Petri beginnt und etwa 2,5 Kilometer lang ist. Grundsätzlich lässt er sich auch mit einem Kinderwagen begehen; Wurzeln und eine schmale, erhöhte Fussbrücke gehören jedoch zum Weg. Da sich sein Standort ändern kann, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die Routenbeschreibung.
Klostergut Paradies: Baugeschichte und Kultur
Das ehemalige Konventsgebäude im Kloster Paradies hat einen Kern aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde nach einem Brand 1587 neu erbaut. Die Anlage zählt wegen ihrer Geschichte, Gestaltung, ortsbaulichen Eigenschaften, Seltenheit und kunstvollen Ausstattung zu den bedeutendsten Bauten am Ort. Die Klosterkirche St. Michael ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Ihr Kirchenraum wurde zwischen 1726 und 1728 fast vollständig im Barockstil umgestaltet und mit wertvollen Grisaille-Malereien dekoriert.
Im Klostergut Paradies in Schlatt befindet sich die Eisenbibliothek. Sie wurde 1952 in den Gebäuden des ehemaligen Klosters eingerichtet; in ihren historischen Räumen liegt eine einzigartige Büchersammlung zur Geschichte von Wissenschaft und Technik. Auf einer geführten Tour können Besucher Ausstellungen in der Eisenbibliothek und im Kloster Paradies besichtigen. Kultur-Paradies veranstaltet seit 2003 jeweils in der Wintersaison sechs Konzerte in der restaurierten Klosterkirche Paradies. So stehen Sammlung, Architektur und Musik für verschiedene Zugänge zur Geschichte des Ortes.
Auch das Arboretum des Klosterguts setzt einen eigenen Akzent: Es beherbergt 60 Baumarten aus der gesamten nördlichen Hemisphäre, von Amerika bis Japan. Zusammen mit den historischen Räumen ergibt sich ein weiterer Blick auf das Klostergut, der über die Baugeschichte hinausgeht.
Kirchen und Türmli in Schlatt
Der Standort der heutigen reformierten Kirche wurde erstmals 1162 urkundlich erwähnt. Damals befand sich dort eine Margarethenkapelle, die zum Kloster Ittingen gehörte. Die reformierte Kirche von Schlatt wurde 1714 auf dem Grundstück der abgebrochenen Kapelle erbaut. Bei der Renovierung 1922 erhielt sie ihre Orgel und Kirchenfenster, die ein Kunstmaler aus Diessenhofen gestaltete.
Ein weiteres Zeugnis der lokalen Geschichte ist das Türmli in Mettschlatt: Es ist ein rechtskräftig geschützter Glockenturm und als besonders wertvoll eingestuft. Zwei Glocken stammen aus der abgebrochenen St.-Niklaus-Kapelle; eine davon wurde 1505 gegossen. Der Turm verbindet so ein noch vorhandenes Bauwerk mit dem Zeugnis einer früheren Kapelle.
Anreise zum Klostergut Paradies
Zum Klostergut Paradies führt die S-Bahn-Linie S8 ab Schaffhausen in Richtung Stein am Rhein bis Langwiesen oder Schlatt. Von dort sind es zehn Gehminuten. Prüfen Sie vor der Abfahrt die Bahnverbindungen und die Wegangaben.
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