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Diessenhofen liegt in einer Erholungslandschaft am Hochrhein. Seine mittelalterliche Altstadt ist die grösste im Kanton Thurgau und in das Schweizer Inventar der schützenswerten Ortsbilder aufgenommen. Türme, Kirchen und historische Häuser machen die Baugeschichte hier zu einem eigenen Entdeckungsthema. Allgemeine und thematische Stadtführungen widmen sich der Geschichte des Städtchens; prüfen Sie für Ihre Planung die aktuellen Termine und Buchungsdetails.

Altstadt und Baugeschichte

Der heutige Siegelturm wurde 1545 von Martin Henseler aus Stein am Rhein erbaut. Auch sein Uhrwerk bewahrt ein besonderes Detail aus dem Alltag früherer Technik: Das Schlagwerk wird weiterhin von Gewichten angetrieben, die täglich von Hand aufgezogen werden. So lässt sich an einem Bauwerk zugleich seine Entstehungszeit und eine bis heute gepflegte mechanische Funktion ablesen.

Die Stadtkirche nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des Kantons ein: Sie ist dessen erste urkundlich bezeugte Kirche. Ihr rekonstruierter Kirchenraum aus dem späten 14. Jahrhundert gilt als einzige durchgehende Staffelhalle der Schweiz. Auch Rathaus und Oberhof erzählen von unterschiedlichen Bauzeiten. Ein eigentliches Rathaus ist erstmals 1415 belegt; der schlossartige Oberhof entstand ungefähr in der Mitte des 14. Jahrhunderts.

Über den Rhein führt eine gedeckte Holzbrücke, die Diessenhofen mit der deutschen Nachbargemeinde Gailingen verbindet. Der Fluss ist damit nicht nur Teil der Landschaft, sondern prägt auch die grenzüberschreitende Orientierung des Orts. Wer sich für Kunst im öffentlichen Raum interessiert, findet am HochrheinKunstweg in Diessenhofen drei Sitzbänke: nahe der Schifflände, im Gries und beim Schupfen.

Museen und besondere Sammlungen

Das Museum kunst + wissen verfügt auf drei Ebenen über Räume für Ausstellungen und Veranstaltungen zu Kunst, Kultur, Natur und Ortsgeschichte. Zu seinen Themen gehört auch die frühere Rotfärberei und Stoffdruckerei: Im heutigen Museumsgebäude, dem Oberen Amtshaus, waren diese Betriebe im 19. Jahrhundert angesiedelt; das Museum zeigt Relikte aus ihrer Geschichte. Die Verbindung von Sammlung und Gebäude macht Industriegeschichte als Teil der Ortsgeschichte greifbar.

Weitere Sammlungen setzen andere Schwerpunkte. Das Haus zum Goldenen Leuen beherbergt eine pharmaziehistorische Sammlung mit einer alten Apotheke, historischen Utensilien und einer Bibliothek. Besuche dort sind nach vorheriger Vereinbarung möglich. Die Photobibliothek.ch macht Originaldokumente zur Geschichte der Fotografie von 1600 bis heute ebenfalls nach Vereinbarung zugänglich. Im ehemaligen Kornhaus des Klosters St. Katharinental umfasst das Schaudepot auf vier Etagen eine volkskundliche Sammlung mit rund 12.000 thematisch arrangierten Exponaten. Das Atelier des Künstlerpaars Margrit und Carl Roesch-Tanner ist in seinem ursprünglichen Zustand erhalten.

Auch die Klosterkirche St. Katharinental gehört zu den kunsthistorischen Themen der Gegend: Johann Michael Beer erbaute sie von 1732 bis 1734. Zusammen mit der Sammlung im ehemaligen Kornhaus eröffnet sie einen anderen Blick auf das kulturelle Erbe als die mittelalterliche Altstadt. Die beiden Schwerpunkte unterscheiden sich sowohl in ihrer Bauzeit als auch in dem, was sie über Kunst und Alltagskultur vermitteln.

Rheinlandschaft und Wege

Das Gebiet Schaaren ist ein kantonales Schutzgebiet der Gemeinden Diessenhofen und Schlatt. Es umfasst ein 13 Hektar grosses Naturwaldreservat und ein 221 Hektar grosses Sonderwaldreservat. Auenwälder, alte Flussarme und Tümpel bieten seltenen Tieren und Pflanzen geeignete Lebensbedingungen. Hier prägen nicht einzelne Bauwerke, sondern Wald- und Wasserlebensräume den Charakter der Landschaft.

Wanderwege erschliessen die Region und führen durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Wald, Wasser und zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die Hochrhein-Route verläuft durch Diessenhofen. Fürs Velofahren gibt es ausserdem eine 23,6 Kilometer lange Route vom Rheinfall in Schaffhausen nach Stein am Rhein am Bodensee, mit Diessenhofen als Etappenziel. Diese Angaben unterscheiden klar zwischen einer Route durch den Ort und einer längeren Strecke, auf der Diessenhofen als Etappe liegt.

Auch für Pilger gibt es einen konkreten Anlaufpunkt: Im Museum kunst + wissen erhalten sie ihren Diessenhofer Pilgerstempel freitags, samstags und sonntags. Da es sich um ein Besuchsangebot mit festgelegten Wochentagen handelt, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuelle Verfügbarkeit vor der Anreise.

Orientierung für den Aufenthalt

Die Badeanlage Rodenbrunnen ist ein Flussbad mit Steg, Treppen und kleinem Kiesstrand. Vom Bahnhof Diessenhofen sind es etwa 500 Meter zu Fuss. Die Beschreibung der Anlage gibt Ihnen einen Eindruck von ihrer Ausstattung; prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Bedingungen. Für eine spielerische Erkundung des Städtchens lädt ein Rätselpfad ein. Ein Kinderspielplatz mit mittelalterlicher Kulisse bietet eine grosse Rasenfläche, zahlreiche Spielgeräte und Sitzbänke.

Diessenhofen ist mit Bahn, Postauto und Schiff erreichbar. Fahrpläne können sich ändern, daher lohnt es sich, die Verbindungen für den gewünschten Reisetag zu prüfen. Ob Sie vor allem die geschützte Altstadt, Sammlungen und Baugeschichte oder die Flusslandschaft in den Mittelpunkt stellen: Die unterschiedlichen Schwerpunkte geben Ihrer Reiseplanung einen konkreten Ausgangspunkt.

Weitere Reiseziele entdecken: Diessenhofen, Schlatt, Bischofszell, Münchwilen, Frauenfeld, Steckborn, Arbon, Weinfelden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Thurgau.

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