Der Turm des Schlosses Frauenfeld führt weit zurück: Sein Baubeginn lässt sich auf die Zeit um 1230 datieren. Das Schloss ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung; das dort 1960 eröffnete Museum vermittelt beinahe 800 Jahre Geschichte des Thurgaus. Wer Frauenfeld erkundet, begegnet so einer Stadt, deren Geschichte sich nicht auf eine Epoche beschränkt.
Ein Stadtkern mit langer Geschichte
Frauenfeld entstand im 13. Jahrhundert als befestigte kleinstädtische Siedlung. Ein späteres Kapitel erinnern die prächtigen Gesandtschaftshäuser der Tagsatzungsorte: Die Tagsatzung tagte zwischen 1712 und 1798 regelmässig in Frauenfeld. Auch das Rathaus erzählt von dieser Zeit. Es wurde von 1791 bis 1793 erbaut und besitzt einen repräsentativen Tagsatzungssaal. Die Gesandtschaftshäuser und der Saal geben unterschiedliche Einblicke in die politische Geschichte der Stadt.
Im Schloss vermittelt die Ausstellung «Geheimes Mittelalter» geschichtliches Wissen mit spielerischen Animationen, atmosphärisch inszenierten Schlossräumen und einem lehrreichen Rundgang. Das Historische Museum Thurgau bietet ausserdem speziell konzipierte, actionreiche Rundgänge für Familien mit Kindern jeden Alters. Einen anderen Zugang zur Vergangenheit eröffnet das Guggenhürli: Das historische Reb- und Sommerhäuschen beherbergt eine kleine Sammlung von Objekten, die an frühere Bewohner des Sommersitzes von Minister Johann Konrad Kern (1808–1888) erinnern, sowie dreissig Bilder der Frauenfelder Zeichnerin und Malerin Martha Haffter (1873–1951). Für Treffen steht es kleinen Gesellschaften offen.
Museen und besondere Erlebnisse
Das Museum für Archäologie Thurgau und das Naturmuseum Thurgau befinden sich gemeinsam an der Freie Strasse im Zentrum der Altstadt. Im Archäologiemuseum sehen Sie auf vier Stockwerken Objekte zum Alltagsleben der Menschen im heutigen Thurgau, von der Jungsteinzeit bis ins Frühmittelalter. Das Naturmuseum stellt die Natur der Region in den Mittelpunkt: Auf drei Stockwerken zeigt es mehr als 1000 Pflanzen- und Tierpräparate, viele davon in lebensecht nachgebauten Landschaften. Nach dem Ausstellungsbesuch laden das Café in der Museumslaube und der archäobotanische Garten zum Verweilen ein.
Wer die Stadt spielerisch erkunden möchte, findet mehrere unterschiedliche Rätselangebote. Beim Stadtgolf liegen alle zwölf Posten in Gehdistanz und laden dazu ein, Frauenfeld und seine Sehenswürdigkeiten zu Fuss zu entdecken. Der Detektiv-Trail führt mit 14 Rätseln zu einem Code an der Schatztruhe. Beim Krimi-Trail «Echo der Vergangenheit» verbinden sich zwölf Stationen und unterschiedliche Rätsel zu einer zweistündigen Spurensuche. So unterscheiden sich die Angebote durch ihre Zahl an Rätseln und Stationen sowie beim Krimi-Trail durch die angegebene Dauer.
Auch das Eisenwerk setzt einen anderen Akzent als Schloss und Rathaus: Es befindet sich in einer stillgelegten Schraubenfabrik, die in eine Genossenschaft für Wohnen, Arbeiten und Kultur umgewandelt wurde. Für einen geführten Blick ins Rathaus führt eine Rathausführung durch die verwinkelten Gänge bis in den grossen Bürgersaal.
Wege zwischen Murg und Stadt
Der Murg-Auen-Park verbindet verschlungene Wege mit der Möglichkeit, manchmal Biber oder Eisvögel zu entdecken. Auch der Weg entlang der Murg verknüpft Naturerlebnis und frühe Industriegeschichte der Stadt. Wer sich für Landschaft und regionale Zusammenhänge interessiert, findet am zwei Kilometer langen Waldlehrpfad Loo Informationen zu Flora, Geologie und Ökologie, Waldwirtschaft und heimischer Tierwelt. Der Weg führt durch Wald und Wiesen. An einem kleinen Feuchtgebiet können möglicherweise Frösche und Libellen beobachtet werden; ausserdem bietet sich ein Ausblick auf Frauenfeld und das untere Thurtal.
Ein Wanderweg entlang der Murg folgt dem Fluss durch Frauenfeld und führt anschliessend zum Bahnhof. Eine Wanderung entlang der Murg endet am Bahnhof Frauenfeld; danach ist eine Weiterfahrt mit dem Zug möglich. Direkt am SBB-Bahnhof gibt es zudem eine Velostation mit 125 Veloplätzen, sechs Ladestationen für E-Bikes und einem Servicebereich mit Pumpstation.
Lokale Produkte und Genuss
Bei GNUSSRIICH präsentieren 20 Produzenten mehr als 120 Produkte. Die Vinothek und das Spezialitätengeschäft befinden sich in der Stadtkaserne im Herzen von Frauenfeld. Im Brauhaus Frauenfeld können Besucher Biere vor Ort degustieren und beim Biershopping weitere Brauhaus-Produkte kaufen. Zum Angebot gehören auch Führungen durch das Haus und ein mehrgängiges Bier-&-Dine-Menü. Damit stehen neben der Stadtgeschichte und den Wegen entlang der Murg auch lokale Produkte und Einblicke ins Brauhaus als mögliche Entdeckungen auf dem Programm.
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