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Steckborns Geschichte führt bis in die Jungsteinzeit. In der Bucht zwischen dem Delta von Steckborn und dem westlich anschliessenden Delta beim ehemaligen Zisterzienserkloster Feldbach liegt die Fundstelle Steckborn-Turgi/Feldbach. Sie ist eine neolithische Seeufer- beziehungsweise Pfahlbausiedlung und eine archäologische Fundstelle von nationaler Bedeutung. Untersuchungen legten dort ein mehrphasiges Schichtpaket der Pfyner Kultur frei. Die frühe Siedlungsgeschichte setzt damit einen anderen zeitlichen Akzent als die Bauten der Altstadt.

Pfahlbauzeit und Altstadtmauern

Auch im historischen Stadtkern sind Spuren älterer Zeiten erhalten: Reste früherer Befestigungsanlagen umfassen Abschnitte der Stadtmauer und den Pulverturm. Am Bachrain steht das grösste zusammenhängende Mauerstück der westlichen Altstadtfront. Es ist rund 100 Meter lang und bis zu 10 Meter hoch. Die beiden Zahlen beschreiben unterschiedliche Dimensionen des Abschnitts: seine ungefähre Länge und die maximale Höhe.

Ein weiteres markantes Bauwerk ist der Kirchturm der evangelischen Kirche. Der viergeschossige Turm besitzt eine begehbare Galerie und einen achteckigen Spitzhelm. Als klassizistischer Frontturm im Westen wurde er 1833–1835 errichtet. Der Aufstieg zur Aussichtsplattform führt über 176 Treppenstufen; sie liegt in etwa 35 Metern Höhe. Prüfen Sie vor dem Besuch, ob der Zugang aktuell möglich ist. Von oben reicht der Blick über Steckborn und den Untersee bis zur Höri und zum Seerücken.

Museum, Handwerk und Bühnen

Im Museum im Turmhof begegnen Ihnen Kultur, Geschichte und Handwerk der Stadt. Zu den urgeschichtlichen Funden gehören Stücke aus dem Neolithikum von Turgi-Steckborn und von der Insel Werd. Besondere Ausstellungsschwerpunkte sind ausserdem der Steckborner Ofenbau, das Klöppeln und Bernina-Nähmaschinen. Der Eintritt ist frei. So stehen frühe Siedlungsgeschichte und lokale Handwerkstraditionen im selben Museum nebeneinander.

Auch die Kulturorte setzen unterschiedliche Akzente. Das Haus zur Glocke ist ein Begegnungsort für interdisziplinäre zeitgenössische Kunst und deren Vermittlung. Ein übergeordnetes Jahresthema verbindet dort vier Gruppenausstellungen; jede setzt eigene Schwerpunkte und vertieft Themen anders. Führungen und Künstlergespräche begleiten die Ausstellungen, wobei die einzelnen Angebote variieren.

Das Phönix Theater ist seit Sommer 1990 im ehemaligen Wärmepumpenhaus auf dem Feldbachareal untergebracht. Heute finden pro Saison rund 30 Veranstaltungen statt. Wenn Sie einen Theaterabend in Ihren Aufenthalt einbeziehen möchten, prüfen Sie die Termine der jeweiligen Saison.

Kirchturm, Untersee und Wege

Steckborn liegt direkt am Untersee und besitzt eine Seepromenade. Von der Aussicht auf dem Kirchturm lässt sich die Umgebung aus erhöhter Perspektive erfassen; am Ufer kommt der See in der Promenade näher in den Blick. Wer lieber eine längere Strecke zu Fuss zurücklegt, findet zwei unterschiedlich verlaufende Wanderwege: Der aussichtsreiche Fabelweg führt über Oberfruthwilen von Steckborn nach Ermatingen und ist elf Kilometer lang.

Der Steckborner Rundwanderweg ist mit 13,5 Kilometern länger. Für ihn sind etwa vier Stunden Gehzeit und 263 Höhenmeter Aufstieg angegeben. Er beginnt am Bahnhof Steckborn und ist durchgehend mit gelb-blauen Wegweisern markiert. Unterwegs bietet er Aussicht auf die Unterseelandschaft und das Städtchen. Der Vergleich der Streckenlängen hilft bei der Planung; die genannten Angaben zum Zeitbedarf und zum Aufstieg beziehen sich auf den Rundwanderweg.

Auch eine Fahrt auf dem Wasser lässt sich ab Steckborn planen: Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein bietet Rundfahrten ab hier an. Ihre Kursschiffe verkehren von April bis Oktober zwischen Schaffhausen und Konstanz beziehungsweise Kreuzlingen. Prüfen Sie vor der Reise den Fahrplan für Ihre gewünschte Verbindung.

Übernachten und am See sein

Das Strandbad Steckborn verbindet Bademöglichkeiten und Erholung mit Aktivitäten wie Fussball, Tischtennis und Volleyball. Von Mai bis September dient es zugleich als Herberge mit 30 Betten; ausserdem können Zeltplätze gemietet werden. Wenn Sie diese saisonale Übernachtungsmöglichkeit einplanen, prüfen Sie vorab die aktuelle Bettenkapazität. Damit bietet Steckborn neben kulturellen Entdeckungen auch einen konkreten Anknüpfungspunkt für die Planung eines Aufenthalts am See.

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