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Pfyn liegt an der Thur zwischen Frauenfeld und Steckborn und ist eine politische Gemeinde im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz. Südlich grenzt das Thurvorland an den Ort, ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung. Flusslandschaft, Wege durch Auen und Zeugnisse aus mehreren Epochen geben Pfyn unterschiedliche Seiten: Naturwege stehen neben archäologischen, kirchlichen und industriegeschichtlichen Themen.

Auen, Weiher und Wanderwege

Durch das südlich angrenzende Thurvorland führen Wanderwege. Der WWF-Biberlehrpfad ist ein vier Kilometer langer Rundweg durch die Thurgauer Auen. Zehn Informationstafeln mit interaktiven und spielerischen Elementen begleiten die Strecke. Der Weg beginnt an der PostAuto-Haltestelle neben der Thurbrücke von Pfyn.

Für die Routenwahl ist der Unterschied konkret: Der Biberlehrpfad ist als Rundweg mit Länge beschrieben; die Wanderung über den Hirschensprung führt dagegen von Pfyn nach Dettighofen und bietet Ausblicke auf das Thurtal. Unterhalb des Städtlis liegt Frankrichli, ein idyllischer Badweiher. Auf einem Rundgang durch Pfyn lassen sich an zehn Standorten Hintergrundinformationen zur Geschichte des Ortes entdecken.

Römische und frühe Siedlungsgeschichte

Die alte römische Heerstrasse von Vitudurum (Oberwinterthur) nach Arbor Felix (Arbon) führte über Pfyn. Im Bereich des Städtlis sind Ruinen einer mächtigen, kurz vor 300 n. Chr. errichteten Festung sichtbar. Die Nordmauer und Teile der Westmauer sind recht gut erhalten. Eine kleine, neu gestaltete Ausstellung beim spätrömischen Kastell zeigt Funde aus der Römerzeit und aus der jungsteinzeitlichen Siedlung Pfyn-Breitenloo.

Die ältesten bekannten Siedlungsspuren liegen rund 1,5 Kilometer westlich von Pfyn im ehemaligen Torfmoor Breitenloo, in einer schwachen Senke einer Seitenmoräne des Thurgletschers. Sie stammen aus dem Jungneolithikum (4300 v. Chr.). Funde aus der Zeit um 4000 bis 3500 v. Chr. gaben der Pfyner Kultur ihren Namen. Auch auf einer Velotour von Oberwinterthur nach Pfyn lassen sich römische Stätten entdecken. Pfyns archäologische Geschichte reicht von den jungsteinzeitlichen Siedlungsspuren im Breitenloo bis zur römischen Festung im Bereich des Städtlis.

Kirchen- und Industriegeschichte

Die Kirche St. Bartholomäus wurde erstmals 1155 urkundlich erwähnt. Sie ist rechtskräftig geschützt und als besonders wertvoll eingestuft. Die Bartholomäuskirche im Innern des Kastells gehört zu den ältesten Kirchen im Thurgau. Das Museum zeigt mit seiner Sammlung einen Querschnitt durch die Geschichte von Pfyn.

Ein anderer Schwerpunkt liegt im VSP-Areal, das ein Stück thurgauischer und ostschweizerischer Industriegeschichte repräsentiert. Das ehemalige Direktorenhaus auf dem Areal gilt als denkmalpflegerisch wertvoll. Über den Ortsbereich hinaus führt eine Weinroute durch die Thurgauer Rebberge an Pfyn vorbei bis zum Fuss des Ottenberger Südhangs bei Weinfelden.

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