Mammern liegt am Südufer des Untersees; durch den See verläuft die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Stein am Rhein liegt vier Kilometer westlich. Der Ort verbindet Wege mit Ausblicken über den See und eine bemerkenswerte Baugeschichte. Für einen Aufenthalt können Sie Wanderungen, Kirchen und historische Anlagen in den Blick nehmen – mit Zeit für die Besonderheiten, die jede Station auszeichnen.
Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Wanderweg «Auf dem Höhenweg» beginnt am Bahnhof Mammern. Zunächst führt er durch Weinreben hinauf in den Wald; unterwegs öffnen sich immer wieder Blicke auf den Untersee. Die Strecke ist 9,6 Kilometer lang und dauert etwa 2 Stunden und 40 Minuten. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen. Wer eine ungefähre Gehzeit und Distanz für die Planung sucht, findet sie bei diesem Weg direkt angegeben.
Der Rundwanderweg Klingenzell-Hochwacht bietet eine andere Orientierung: Er führt von Mammern hinauf nach Klingenzell, weiter zum Grillplatz Hochwacht und anschliessend zurück nach Mammern. Entlang der Route gibt es viele Sitzgelegenheiten und nahe der Hochwacht einen öffentlichen Feuerplatz. Der Rundweg bietet nach Norden Ausblicke über den Untersee und den Rhein bis nach Süddeutschland. Bei guter Sicht reicht das Panorama im Süden bis zu den Alpen. So unterscheiden sich die beiden Wege in den beschriebenen Planungsdetails: Beim Höhenweg sind Länge und ungefähre Dauer beziffert, beim Rundweg stehen die Abfolge der Orte und der Rückweg nach Mammern im Vordergrund.
Oberhalb von Mammern liegt die mittelalterliche Ruine Neuburg. Sie ist die bedeutendste und grösste Burganlage am südlichen Unterseeufer und zugleich die am besten erhaltene. Die Ruine ist nur zu Fuss erreichbar; zwei Schautafeln erläutern ihre Geschichte. An der Anlage gibt es eine Grillstelle und Spielgelegenheiten. Wer die Burg einplant, kann also historische Spuren mit einem Aufenthalt an diesen Einrichtungen verbinden, sollte den Zugang aber zu Fuss berücksichtigen.
Kirchen, Fenster und Schlossgeschichte
In Klingenzell wurde die Wallfahrtskirche nach einem Brand 1704/05 von Baumeister Johann Dobler erbaut. Die Kirche «Sieben Schmerzen Mariä» bietet herrliche Aussichten über den Untersee. Baugeschichte und Aussicht geben dem Ort zwei verschiedene Akzente: Zum einen steht die Entstehung der Kirche nach dem Brand, zum anderen der Blick über den See im Mittelpunkt.
Beim Neuen Schloss in Mammern ist das Hauptgebäude im Kern bis heute erhalten. Die Schlosskapelle entstand 1749–50 im Auftrag des Klosters Rheinau; ihr Baumeister war Michael Beer von Bildstein. Auch die katholische Kirche St. Blasius verbindet Architektur und einzelne Kunstwerke. Sie wurde 1915 eingeweiht und besitzt einen Innenraum mit zierlichen neugotischen Stilelementen und Figuren. Die Kirche ist rechtskräftig geschützt und als besonders wertvoll eingestuft. Das Blasius-Fenster schuf Carl Elmpt 1913: Es zeigt den heiligen Blasius mit zwei gekreuzten Kerzen.
Die evangelische Kirche wurde 1910/11 nach dem Brand der alten paritätischen Kirche und der Auflösung des paritätischen Verhältnisses erbaut. Gustav Bühler und Friedrich Gilg aus Amriswil gestalteten sie im Heimatstil. Ihre Glasgemälde zeigen die Standfiguren Martin Luthers und Ulrich Zwinglis; hinzu kommen Ornamentfenster nach Entwürfen von Carl Roesch aus dem Jahr 1911. Tagsüber ist die Kirche geöffnet, Gesangbücher, Bibeln und ein Gästebuch liegen bereit. In Mammern wurden zudem im Gewann «Langhorn» prähistorische Pfahlbauten gefunden. Die Fundstelle ist seit 2011 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen».
Anreise und Aufenthalt am See
Mammern ist über die Hauptstrasse Schaffhausen–Rorschach erschlossen und hat einen Bahnhof an der Seelinie. Die planmässigen Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) verkehren täglich von April bis Oktober zwischen Kreuzlingen und Schaffhausen und legen in Mammern an. Prüfen Sie für Ihre Planung den aktuellen Fahrplan. Anregungen und praktische Informationen zur Region erhalten Gäste im Tourismusinformationszentrum in Mammern.
Im Sommer ist die Badi Mammern ein Treffpunkt zum Schwimmen und Sonnenbaden. Vom Badebereich bietet sich bei Sonnenuntergang eine besonders schöne Aussicht. Da die Nutzung saisonal ist, prüfen Sie den Zugang vor Ihrem Besuch. So ergänzen Seezeit und die Wege, Kirchen und historischen Orte die verschiedenen Möglichkeiten, Mammern zu entdecken.
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