Mittelalterliches Erbe und Wege im Jura geben einer Reise nach Arzier zwei klare thematische Anker. Die Chartreuse d’Oujon liegt in einer Lichtung auf dem Gebiet der Gemeinde Arzier-Le Muids und gilt als älteste Kartause der Schweiz.
Kartause und lokale Geschichte
Die Kartause Notre-Dame d’Oujon wurde 1146 gegründet. Ihre Ruinen bewahren eine vollständige Klosteranlage in ihrem mittelalterlichen Zustand. Für Besucher sind sie mit Erläuterungstafeln aufbereitet. Gründungsjahr und erhaltene Anlage geben dem Ort einen konkreten historischen Rahmen.
Auch der markierte Chemin spirituel d’Oujon verbindet einen Weg mit einem historischen Thema. Er steht allen offen, führt durch die Gemeindegebiete von Arzier-Le Muids und Trélex und greift die mittelalterlichen historischen und spirituellen Verbindungen zwischen den Kartäusern und dem damals noch jungen Dorf Arzier auf.
Zur Geschichte des Orts gehört außerdem die reformierte Kirche, ehemals Saint-Antoine, in Arzier-Le Muids. Sie ist als historisches Denkmal geschützt und hat Holzarbeiten aus dem 18. Jahrhundert bewahrt.
Wege und Landschaft
Die Strecken unterscheiden sich deutlich in ihrer Länge: Der Chemin spirituel d’Oujon ist 1,50 Kilometer lang, der Abschnitt des Chemin au Loup zwischen Saint-Cergue und Arzier 6 Kilometer und der Sentier des Toblerones 18 Kilometer. So stehen ein kurzer Themenweg und längere Wanderstrecken als unterschiedliche Möglichkeiten nebeneinander.
Der Chemin au Loup beginnt am Bahnhof von Saint-Cergue und führt von dort in Richtung Arzier bergab. Durch den Wald erreicht der Weg einen Rastplatz mit Blick auf den Genfersee und die Alpen.
Der Sentier des Toblerones wird in Arzier-Le Muids als Spaziergangsidee vorgeschlagen. Der leichte Lehrpfad verläuft entlang von Befestigungen aus dem Zweiten Weltkrieg mit 3.000 dreieckigen Panzersperren. Informationstafeln behandeln den Wald, die Baumarten und die Befestigungslinie.
Eine weitere Wanderroute, De St-George à Arzier, führt durch die Gorges de Moinsel und erreicht Arzier. Saisonale Bedingungen können variieren.
Höhen und Naturraum
Das Gemeindegebiet von Arzier-Le Muids reicht vom Weiler Le Montant auf 596 Metern bis zum Gipfel des Noirmont auf 1.567 Metern. Arzier gehört zu den Waadtländer Gemeinden im national bedeutenden Landschaftsgebiet IFP 1022 Vallée de Joux et Haut-Jura vaudois.
Auf dem Gebiet von Arzier liegt das geschützte Naturgebiet Creux du Croue. Geologisch ist es eine antiklinale Mulde, in die die Schichten der Noirmont-Antiklinale eingeschnitten sind. Das Gebiet umfasst außerdem ein national bedeutendes Hochmoor mit peripherer Entwässerung.
Die bewaldeten Weiden von Arzier-Le Muids prägen eine typisch jurassische Landschaft und bilden ein außergewöhnliches Reservoir der Biodiversität. Die Wälder stehen allen offen; Spaziergänge führen durch Wälder und Weiden.
Bahn und Hotelsuche
Arzier wird von der Eisenbahn NStCM bedient. Der Bahnhof Arzier ist Ausgangspunkt für mehrere Spazierwege. Von dort reicht der Blick über den See, den Mont-Blanc sowie die Schweizer und französischen Alpen. Wenn die NStCM Teil Ihrer Anreise ist, prüfen Sie den Fahrplan für Ihre Reisedaten.
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