Zwei acht Meter lange Abschnitte eines römischen Aquädukts wurden in Borex freigelegt. Die Leitung sollte Wasser von Divonne-les-Bains nach Nyon führen; ihre Geschichte reicht in die römische Zeit und in die spätere Ortsgeschichte. Dazu kommen die sanft gewellte Hochebene, die sich vom Ufer des Genfersees bis zum Fuß des Jura erstreckt, ein didaktischer Weg zur Geologie und der Jura-Höhenweg. Damit ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt: Ortsgeschichte, Landschaft und Wandern.
Römische Spuren und die Geschichte des Ortes
Die Maison Carrée ist ein historisches Baudenkmal mit einer Seitenlänge von zwölf Metern. Ursprünglich beherbergte sie den Beisitzer des Vogts der Herrschaft Borex und Crassier. Im Korridor des Gebäudes schmücken Terrakottaplatten aus dem römischen Aquädukt die Wände; in älteren Häusern des Dorfes wurden ebenfalls Platten der Anlage wiederverwendet. So begegnet die Geschichte des Aquädukts in Borex an verschiedenen Bauwerken und in unterschiedlicher Form.
Auch die Herrschaftsgeschichte liefert konkrete zeitliche Anhaltspunkte. Adlige der Herrschaft Borex und Crassier werden seit 1135 in schriftlichen Quellen erwähnt. Im Jahr 1642 wurde eine Hälfte des Ortes Jean-Jacques Quisard de Crans als Lehen übertragen; anschließend führte er den Titel Seigneur de Borex. Borex hat seine dörflichen Traditionen und seine Identität bewahrt. Dazu gehört der liebevolle traditionelle Beiname „Pêches-Lune“ für die Einwohner.
Hochebene, Findling und Jura-Höhenweg
Borex liegt auf einer sanft gewellten Hochebene, die sich vom Genfersee bis zum Fuß des Jura erstreckt. Zugleich liegt der Ort auf dem Jura-Höhenweg, auf der Etappe zwischen Nyon und Saint-Cergue. Der Jura-Höhenweg bietet Ausblicke auf den Genfersee, die Alpen einschließlich des Mont Blancs und Frankreich.
Für die Wanderplanung ist es hilfreich, die Etappe und den gesamten Weg auseinanderzuhalten. Der Abschnitt zwischen Saint-Cergue und Nyon ist etwa 25 Kilometer lang und dauert ungefähr sieben Stunden und 30 Minuten. Für den gesamten Jura-Höhenweg sind 91,4 Kilometer und 26 Stunden angegeben. Auch die Einstufung „ziemlich leicht“ bezieht sich auf den Gesamtweg, nicht eigens auf die Etappe bei Borex. Eine weitere Orientierung bietet die Straße: Borex liegt etwa auf halber Strecke an der Kantonsstraße zwischen Nyon und Divonne-les-Bains. Diese Straßenlage und die Wanderetappe mit ihren anderen Endpunkten lassen sich getrennt einordnen.
Ein didaktischer Weg in Borex hebt einen 24 Tonnen schweren Findling hervor und zeichnet die geologische Geschichte von Findlingen nach, die vor 15.000 bis 20.000 Jahren auf dem Rhônegletscher transportiert wurden. Das ergänzt die Bau- und Herrschaftsgeschichte um einen ganz anderen Zeithorizont: Hier geht es um die Entstehung der Landschaft und den Transport der Steine durch den Gletscher.
Ein Spaziergang oder eine längere Etappe?
„Borex walking“ ist ein wöchentlicher Spaziergang von ungefähr einer Stunde in der Umgebung von Borex. Der Treffpunkt ist mittwochs um 10:00 Uhr am Parking Pétaney. Je nach Gruppe und Wetter können sich Wochentag und Uhrzeit ändern. Prüfen Sie den Termin, wenn Sie den Spaziergang fest einplanen. Gegenüber der rund siebeneinhalbstündigen Etappe zwischen Nyon und Saint-Cergue ist das ein anderer Zeitrahmen: eine Gruppenrunde in der Umgebung statt einer langen Etappe des Höhenwegs.
Lokale Küche und Unterkunftssuche
Das Restaurant La Ferme in Borex setzt bei seinem Angebot auf lokale und saisonale Produkte. Zu den Spezialitäten zählen hausgemachte Malakoffs sowie Charbonnade und flambierte Potence. Wenn Sie gezielt wegen eines dieser Gerichte essen möchten, prüfen Sie vorab das aktuelle Angebot.
Für den rund einstündigen Gruppenspaziergang sollten Sie den veränderlichen Treffpunkt berücksichtigen. So lassen sich die verschiedenen Interessen und Zeitmaßstäbe für Ihren Aufenthalt abwägen.
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