Mase liegt in dominanter Hanglage auf halber Höhe an der Ostseite des Tals und hat einen ausgeprägt ländlichen Charakter. Die historische Siedlung ist in aufeinanderfolgenden Schichten angeordnet, die parallel zu den Höhenlinien verlaufen. Sie umfasst Häuser und Nebengebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert. So gehört nicht nur ein einzelner Bau, sondern auch die Gliederung des Dorfes zum historischen Ortsbild.
Im Verbund mit Nax und Vernamiège liegt Mase im Herzen des Wallis; zusammen befindet sich die Dorfgruppe auf etwa 1.300 Metern Höhe und rund 20 Minuten von Sitten entfernt. Dieser gemeinsame Rahmen ist von der Ortsgeschichte zu unterscheiden: Die historischen Bauten, Wege und Sehenswürdigkeiten im Folgenden liegen in Mase.
Kirche und Kapelle in Mase
Die Sainte-Marie-Madeleine-Kirche wurde 1910 errichtet; ein neues Kirchenschiff wurde 1988 geweiht. Einen anderen zeitlichen Akzent setzt die Chapelle du Prélet: Sie ist der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet und wurde 1687 geweiht. Ihr wichtigstes Ausstattungsstück ist ein kleiner barocker Altar im Stil des späten 17. Jahrhunderts. Zusammen bieten Kirche und Kapelle zwei konkrete Stationen, wenn Sie sich für die religiöse Bau- und Ortsgeschichte interessieren.
Ein Kreuzweg beginnt am unteren Ende der Straße zu den Mayens de Mase und führt zur Chapelle du Prélet. Wenn Sie ihn einplanen, prüfen Sie die Zugangsinformationen vor Ort.
Bisse de Tsa-Crêta: Bewässerung und Mühle
Der Bisse de Tsa-Crêta stammt aus der Zeit vor 1400 und wurde 2002 restauriert und wieder mit Wasser versorgt. Sein Wasser bewässert erneut die Wiesen und treibt in Mase eine alte Mühle mit horizontalem Wasserrad an. Damit verbindet sich die Geschichte der Suone mit ihrer Bedeutung für die Kulturlandschaft und einem erhaltenen technischen Detail. Der Weg zu den Maiensässen von Tsa Crêta führt Sie zugleich in eine Landschaft, in der die Suone nicht nur ein historisches Thema ist.
Wanderwege mit unterschiedlicher Reichweite
Ein markierter Weg führt vom Dorf Mase zu den Maiensässen von Tsa Crêta auf 1.600 Metern und verläuft von dort weiter bis zu den Mayens des Praz. Die Bedingungen können saisonal variieren; prüfen Sie sie vor der Wanderung. Als weiter gefasste Möglichkeit verbindet ein 15 Kilometer langer Naturweg Nax, Vernamiège, Mase und Saint-Martin. Der Wegführer behandelt Flora, Fauna und Suonen, darunter die Bautechniken der Suonen von Saint-Martin und Tsa Crêta. Für Ihre Planung ist der Unterschied klar: Der markierte Weg führt vom Dorf zu den Maiensässen; der Naturweg verbindet vier Orte.
Alpage de Mase: Wildtiere und saisonale Genüsse
Am Alpage de Mase können Besucherinnen und Besucher alpine Wildtiere beobachten, darunter Murmeltiere, Gämsen, Hirsche, Adler und Bartgeier. Die Saison beginnt, sobald es die Wetterbedingungen erlauben; üblicherweise öffnet der Alpage Ende Mai oder Anfang Juni und bleibt bis zum ersten Schnee, meist bis Mitte oder Ende Oktober, geöffnet. Prüfen Sie vor der Anreise, ob der Zeitpunkt Ihres Besuchs in die Saison fällt.
Am Alpage werden Verkostungen eigener Produkte von der Alp angeboten: Raclettekäse, Tommes, Sérac, Butter und Rahm. Damit lässt sich ein Naturthema mit regionalen Erzeugnissen verbinden. Die Verkostungen sind ein saisonales Angebot am Alpage.
Nuit du Conte und Dorfleben
Etwa Mitte Juli veranstaltet Mase die Nuit du Conte. Erzählerinnen und Erzähler treten im ganzen Dorf auf; zum Abschluss gibt es einen Umtrunk, Suppe und Kuchen mit dem gesamten Dorf. Wenn Sie Ihre Reise nach diesem Anlass ausrichten möchten, prüfen Sie die Veranstaltungstermine für Ihren geplanten Besuch. So lässt sich ein kultureller Schwerpunkt zeitlich anders setzen als ein Besuch am wetterabhängig geöffneten Alpage.
Weitere Reiseziele entdecken: Vernamiège, Les Masses, Evolène, Les Agettes, Eison, Nax, Saint-Martin Vs, Evolène
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ering.