Im Wallis treffen alpine Berge und sonnige Täler aufeinander. Im zentralen Rhônetal zählt das Klima zu den trockeneren der Schweiz, während die höchsten Gipfel große Schnee- und Regenmengen erhalten. Auch die Landschaft wechselt ihre Maßstäbe: Das UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch umfasst den am stärksten vergletscherten Teil der Europäischen Alpen und den größten Gletscher Europas. Der Große Aletschgletscher ist Teil des Welterbes; im Aletschwald fallen die markante obere und untere Waldgrenze auf.
Gletscherlandschaften und Wege
Das Wallis verfügt über mehr als 8.000 Kilometer markierter Wanderwege. Die Bedingungen auf den Wegen können sich saisonal ändern. Eine besondere Kombination aus Bauwerk und Bergerlebnis bietet die Grande Dixence: Ihre Staumauer ist 285 Meter hoch. Im Inneren werden geführte Ton- und Lichtbesichtigungen veranstaltet, die saisonal zugänglich sind. Entlang der Staumauer verläuft außerdem die 700 Meter lange Seilrutsche AlpinLine; auch für sie gilt ein saisonaler Zugang.
Der Sentier des Bouquetins beginnt bei der Grande Dixence und führt an der Prafleuri-Hütte vorbei. Am Aletschgletscher stehen wiederum unterschiedliche Zeitangaben für verschiedene Erlebnisse: Ab der Riederalp wird eine sechsstündige Gletschertour angeboten; bei der UNESCO-Gletschertour ist eine zweistündige Wanderung am Seil Teil des Programms. Diese führt auf dem 20 Kilometer langen Aletschgletscher entlang.
Auch die Brücken setzen eigene Akzente. Die Hängebrücke Belalp–Riederalp überquert die Schluchten der Massa, ist 124 Meter lang und 80 Meter hoch. Sie ist über eine fünfstündige Wanderung zwischen Belalp und Riederalp erreichbar. Eine andere Verbindung schafft die Hängebrücke Aspi-Titter zwischen dem Aletschgebiet und dem Goms: Sie führt über die 120 Meter tiefe Weisswasserschlucht und liegt am Fuß des Fieschergletschers.
Kultur zwischen Sion und Saint-Maurice
In Valère befindet sich die erste Kathedrale der Stadt Sion, in der sich romanische und gotische Kunst verbinden. Valère beherbergt zudem die weltweit älteste noch spielbare Orgel aus dem Jahr 1390. Ein anderer Blick auf die Geschichte führt zu Tourbillon: Es wurde im 13. Jahrhundert erbaut und diente dem Bischof von Sion als Sommerresidenz.
Die Kantonsmuseen des Wallis umfassen ein Kunstmuseum, ein Geschichtsmuseum und ein Naturmuseum. Ihre ständigen oder zeitweiligen Ausstellungen werden durch Führungen, thematische Veranstaltungen und Workshops ergänzt; das besondere Programm kann variieren. Auch die Abtei Saint-Maurice eröffnet Einblicke in 1.500 Jahre Geschichte. Sie wurde für die Öffentlichkeit geöffnet; prüfen Sie vor einem Besuch die geltenden Öffnungs- und Zugangsbedingungen.
Wein und Raclette
Zur lokalen Esskultur gehört Raclette du Valais AOP: Der Käse wird bis heute aus Rohmilch nach traditionellem Rezept hergestellt. Die Käsetradition im Wallis reicht bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurück. Weinbau lässt sich im Weinmuseum in Salgesch vertiefen. Es vermittelt die Geschichte des regionalen Weinbaus und traditionelle Praktiken der Weinherstellung. Auf Anfrage bietet das Museum Führungen, Weinproben und einen Spaziergang auf dem Weinlehrpfad zwischen Salgesch und Siders an. Reservierungs- und saisonale Bedingungen können gelten.
Der Naturpark Pfyn-Finges erstreckt sich von Siders bis Gampel und von den Terrassenweinbergen bei Salgesch bis zum Bishorn. Diese Spannweite verbindet unterschiedliche Landschaftsräume im Wallis, ohne sie auf ein einziges Erlebnis zu reduzieren: Gletscher, Wanderwege, Weinbau und Kultur bilden jeweils eigene Anlässe, die Region zu entdecken.
Anreise und Orientierung
Das Wallis ist mehrmals täglich durch direkte Zugverbindungen aus Paris, Mailand und Hamburg mit dem Zentralwallis verbunden. Die Zugfahrt von Sion nach Leuk dauert weniger als 20 Minuten. Da sich Fahrpläne ändern können, prüfen Sie die aktuellen Verbindungen vor der Reise.
Weitere Reiseziele entdecken: Ering, Monthey, Siders, Raron, Entremont, Gundis, Martinach, Sitten, Brig, Visp, Goms, Leuk, Saint-Maurice, Conthey.
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