Die Töss bildet im Norden die natürliche Gemeindegrenze von Pfungen. Im unteren Tösstal formten Gletscher und Gewässer der Eiszeiten die Landschaft. Beim Erkunden stehen unterschiedliche Perspektiven nebeneinander: Ufer, Naturschutzgebiet, Rundwanderung und historische Wegziele. Eine klare Planungsgrösse liefert die Rundwanderung «Von Pfungen um den Irchel» mit 10 Kilometern und etwa 3,5 Stunden. Wege zum Berenberg-Kloster setzen einen anderen Schwerpunkt und verbinden die Landschaft mit Ortsgeschichte.
Tösslandschaft und Natur
Der Kiesweiher in der Cholschwärzi und seine Umgebung sind ein kantonales Naturschutzgebiet. Am Tössdamm bei Pfungen steht ein öffentlich zugänglicher Beobachtungsturm. In der Tössallmend eignet sich der kiesige, wasserdurchlässige Boden für einen artenreichen Trockenstandort – ein anderer Naturraum als das Gewässer und sein Schutzgebiet.
Bei der Aufwertung der Tössallmend wurde im Sommer 2023 auf etwa einem Hektar nährstoffreiches Bodenmaterial abgetragen, um eine Magerwiese zu schaffen. Auf 200 Quadratmetern entstand eine Sandlinse als Lebensraum für bodennistende Wildbienen. Die Aufwertung schafft zudem Lebensräume für seltene Pflanzen, Heuschrecken, Schmetterlinge und Schnecken.
Für eine Pause gibt es die Holenwiese zwischen Grabi und Bläutschi beim Forsthaus Pfungen. Dort stehen zwei gemauerte Feuerstellen mit Grillrost, Brennholz, Tische und Sitzbänke zur Verfügung. Die Ausstattung macht diesen Ort zu einer anderen Art Aufenthalt im Grünen als der Beobachtungsturm oder der Spaziergang durch ein Schutzgebiet.
Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die Rundwanderung «Von Pfungen um den Irchel» beginnt und endet in Pfungen und führt über Dättlikon zurück. Ihre 10 Kilometer dauern etwa 3,5 Stunden. Unterwegs verläuft die Route durch Rebberge, Wäldchen und Obstplantagen sowie zu den Weilern Mittlerhueb und Oberhueb. Damit lässt sich ein konkreter Zeitrahmen mit einer abwechslungsreichen Folge von Kulturlandschaft und kleinen Siedlungen verbinden.
Die Route zum Berenberg-Kloster beginnt am Bahnhof Pfungen-Neftenbach und führt zunächst zum öffentlich zugänglichen Schlosspark von Pfungen. Danach verläuft sie an der westlichen Flanke des Rumstals entlang zum Grabibach-Tobel, einer schmalen, steilen Schlucht in bewaldetem Gelände. An der ehemaligen Klosteranlage stehen restaurierte Grundmauern und ein benachbarter Rastplatz; Informationstafeln vermitteln die Geschichte des früheren Franziskaner- und späteren Augustinerstifts.
Auf dem Rückweg nach Pfungen führt diese Route über die ehemalige Burgstelle Multberg. Die Habsburger zerstörten die Burg 1309, nach rund einem halben Jahrhundert ihres Bestehens. Andere Wegziele setzen ebenfalls eigene Akzente: Ein Weg über die Grabi und das Hölltobel führt mit Stufen und Stegen auf das Brüttener Plateau. Ein weiterer Weg zu historischen Stätten verläuft über Multberggrat, Seebelsattel und Beerenberg ins Weiertal. So unterscheiden sich die beschriebenen Wege nicht nur durch ihre Namen, sondern auch durch Landschaft, Gelände und historische Stationen.
Auch mit dem Fahrrad gibt es Verbindungen aus Pfungen: Ein Radweg führt über Waldi und Niederfeld (Wülflingen) nach Winterthur oder durch den Blauen nach Embrach. Die Bahnlinie Winterthur–Bülach–Koblenz–Basel führt ebenfalls durch Pfungen; die Route zum Berenberg-Kloster startet am Bahnhof Pfungen-Neftenbach.
Baden und Einblicke ins Dorfleben
Das Schwimmbad Reckholdern bietet ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein 20-Meter-Kinderbecken und ein Planschbecken. Hinzu kommen ein Sprungturm, ein Beachvolleyballplatz, eine Grillstelle, ein Kiosk mit Restaurant sowie eine Spiel- und Liegewiese. Der Mühlebach fliesst durch das Areal und kann dort zum Spielen genutzt werden. Die verschiedenen Becken und Anlagen geben dem Badeangebot konkrete Formen, ohne dass dafür ein ganzer Wandertag geplant werden muss.
Zu Pfungens historischen Quartieren gehören Hinderdorf, Oberdorf, Reckholdern und Buck. Sie zeugen vom Pfungen des 19. Jahrhunderts und von den bescheidenen Anfängen des Dorfes. An der Dorfstrasse 14 steht die Villa Schlosshalde, die als Kulturgut von nationaler Bedeutung in der Schweiz ausgewiesen ist.
In den Sommermonaten betreibt der Verein an der Dorfstrasse 22 den MÄRT-TRÄFF Pfungen als (Zwei-)Wochenmarkt. Kulinarische Angebote gehören zum Markt. In Dättlikon befindet sich zudem das gemeinsame Ortsmuseum Pfungen-Dättlikon im Spörri- und Bretscherhaus. Es ist von April bis Oktober jeweils am ersten Sonntag des Monats von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Wenn Sie einen Besuch einplanen, prüfen Sie die Öffnungszeit vor der Anreise.
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