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Gánovce lässt sich über zwei markante Themen kennenlernen: Travertin und die Spuren des Neandertalers. Hinzu kommen eine lange Quellengeschichte, Kirchen aus verschiedenen Epochen und Wanderoptionen. Die Orte und Routen setzen unterschiedliche Schwerpunkte – vom konkreten Fundort in Hrádok über die Kirchen in Gánovce und Filice bis zu einer Wanderroute ab Poprad.

Travertin und Neandertalerfund

Die Travertinstätte Hrádok in Gánovce erbrachte den Hirnschädelabguss einer Neandertalerin, die vor etwa 105.000 Jahren lebte. Damit steht ein einzelner Fund im Mittelpunkt der Ortsgeschichte: Der Abguss verbindet den Namen Gánovce mit einem sehr frühen Abschnitt der Menschheitsgeschichte. In Hrádok befindet sich außerdem die Fundstelle des Neandertaler-Schädelabgusses, die europäische und weltweite Bedeutung besitzt.

Wer das Thema weiterverfolgen möchte, findet im nahe gelegenen Poprad im Podtatranské-Museum die Ausstellung „Gánovce – Neandertaler und seine Umwelt“. Der Fundort in Hrádok und die Ausstellung in Poprad setzen unterschiedliche Akzente: hier die konkrete Fundstelle, dort eine Ausstellung, die den Neandertaler und seine Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

Auch Travertin ist Teil des Ortsbildes und seiner Geschichte. Das Nationale Naturdenkmal Gánovské travertíny umfasst zwei Hektar. Im Umfeld von Gánovce liegt zudem das Gebiet von europäischer Bedeutung Dolina Gánovského potoka. Dort gehören karpatische Travertin-Salzwiesen und salztolerante Vegetation zu einer Landschaft, die mit Mineralquellen verbunden ist. Das Open-Air-Minimuseum der slowakischen Travertine in Gánovce wurde mit dem Ziel konzipiert, Travertin-Solitäre aus verschiedenen Teilen der Slowakei zu sammeln und auszustellen.

Quellen und Kurgeschichte

Heilquellen in Gánovce werden bereits für das Jahr 1549 erwähnt. Um sie herum entwickelte sich nach und nach eine Kurortsiedlung. Neben der Heilquelle gibt es in Gánovce und Filice zwei Mineralwasserquellen. Zusammen erzählen diese Angaben von einer Ortsgeschichte, in der Wasser nicht nur als geologische Besonderheit, sondern auch als Ausgangspunkt einer Siedlungsentwicklung eine Rolle spielt.

Das Wasser der Heilquelle von AquaSpa Gánovce wird als gipshaltig, erdig und kohlensäurehaltig beschrieben. Zu den überwiegenden Bestandteilen zählen Hydrogencarbonat, Kalzium und Magnesium; die Wassertemperatur beträgt 24,2 °C. Diese Angaben geben der Quelle ein konkretes mineralisches Profil, ohne dass sie mit den zwei zusätzlichen Mineralwasserquellen gleichzusetzen ist.

Kirchen und historische Bauwerke

Die Kirche des heiligen Erzengels Michael in Gánovce ist frühgotisch und wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, etwa um 1260, erbaut. Sie besitzt gotische Wandmalereien aus der Mitte des 14. Jahrhunderts sowie einen unvollständigen spätgotischen Altar aus der Zeit um 1500. Bau, Malereien und Altar verweisen damit auf unterschiedliche Zeitabschnitte: von der frühen Gotik über die Wandmalerei des 14. Jahrhunderts bis zum Altar um 1500.

Eine andere Baugeschichte hat die evangelische Kirche in Filice. Ihr Bau begann 1873; nach fünf Jahren war sie fertiggestellt. Die Weihe fand am 29. September 1878 statt, am Michaelstag und zugleich am sechzehnten Sonntag nach Trinitatis. In Gánovce wurde außerdem die Kúria 1963 zum Kulturdenkmal erklärt. Im ART.4G.PARK fanden seit 2016 mehrere Ausgaben von Kunstsymposien statt.

Wandern: zwei unterschiedliche Routen

Die grün markierte Wanderroute „Zámčisko“ führt vom Bahnhof Poprad über Gánovce, die Siedlung Starý Juh und Kvetnica bis zum Zámčisko. Sie ist 9,5 Kilometer lang und dauert etwa zwei Stunden und 30 Minuten. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Bedingungen und Markierungen vor Ort.

Eine andere Möglichkeit ist die Rundstrecke „Po stopách neandertálcov“: Sie führt durch den Geopark Gánovce und über Poprad zurück. Die beiden Routen unterscheiden sich damit schon in ihrer beschriebenen Form. Bei „Zámčisko“ sind ein Endpunkt, die Länge und eine ungefähre Gehzeit genannt; „Po stopách neandertálcov“ ist als Rundstrecke angelegt und führt über Poprad zurück.

Gánovce für Ihren Aufenthalt einordnen

Für die Wahl des Reiseschwerpunkts hilft die Vielfalt der Themen: Hrádok und die Ausstellung in Poprad führen zur Neandertaler- und Travertingeschichte, während die Kirche des heiligen Erzengels Michael mehrere Epochen sakraler Kunst vereint. Die Geschichte der Quellen, die geschützten Travertingebiete und die Wanderwege ergänzen dieses kulturelle Profil um geologische und landschaftliche Aspekte. So können Sie bei der Planung entscheiden, ob Sie Ihre Zeit eher den historischen Bauwerken, der Quellen- und Travertingeschichte oder einer der beschriebenen Routen widmen möchten.

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