Zum Inhalt

Ostrov erzählt Ortsgeschichte auf mehreren Zeitebenen: von prähistorischen Funden über eine seltene historische Siedlungsform bis zur Kirche des heiligen Imrich. Dazu kommt die Lage im nördlichen Teil der Trnavaer Lösshügellandschaft. Die unterschiedlichen Themen machen Ostrov zu einem Ziel für Reisende, die Archäologie, Ortsgeschichte und Bauformen interessieren.

Landschaft und frühe Spuren

Das Katastergebiet von Ostrov umfasst 802 ha. Seine Oberfläche besteht aus Braunerden über tertiären Ablagerungen, Flusskiesaufschüttungen und Löss. Diese Landschaftsangaben bilden den räumlichen Rahmen für die Fundorte, die verschiedene Abschnitte der Besiedlungsgeschichte sichtbar machen.

An der Fundstelle Stráne–Zábranie wurden Keramikscherben sowie polierte und geschlagene Steinindustrie aus dem Neolithikum und Äneolithikum gefunden. Die Funde stammen ungefähr aus der Zeit von 5000 bis 2000 v. Chr. Pažitie ergänzt dieses frühe Bild mit Scherben der Lengyel-Kultur aus etwa 3500 v. Chr. und einer Radiolaritklinge.

Die an Pažitie entdeckte Siedlung gehört zu einer prähistorischen Besiedlung, die sich auf der Dudváh-Terrasse konzentrierte und sich nordwärts bis Čachtice erstreckte. Damit lässt sich der Fundort in einen größeren Zusammenhang der Besiedlung einordnen, ohne die Geschichte auf einen einzelnen Platz zu beschränken.

Auch Sedlište umfasst mehrere Zeitschichten: Dort sind prähistorische und mittelalterliche Siedlungsspuren belegt. Zu den ältesten Funden zählen Scherben der jüngeren Linearbandkeramik aus etwa 5000 v. Chr. Die Konzentration mittelalterlicher Funde und die spätere Bezeichnung Sedliště deuten auf eine untergegangene Siedlung im Außenbereich von Ostrov hin.

Römische Spuren reichen bis ins 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. Nordöstlich des Friedhofs wurden Überreste einer Hütte aus dieser Zeit festgestellt. Außerdem fand man an mehreren Stellen im Katastergebiet rot glänzende römische Keramik, die Terra Sigillata. Dabei handelt es sich überwiegend um Schalen des Typs Drag.

Die historische Form des Ortes

Eine Katasterkarte aus dem Jahr 1898 zeigt Ostrov in einer seltenen Rundlingsform: Die Häuser waren um einen Platz angeordnet, und nur eine Zufahrtsstraße führte hinein. Später wurde diese Siedlungsform durch eine straßenbegleitende Reihensiedlung ersetzt. Der Vergleich mit den deutlich älteren archäologischen Spuren eröffnet eine weitere Perspektive auf Ostrov: Neben den Funden aus verschiedenen Epochen lässt sich auch ein Wandel der Ortsform nachvollziehen.

Kirche, Denkmal und Kapelle

Die Kirche des heiligen Imrich war ursprünglich barock und wurde 1804 im klassizistischen Stil umgebaut. Der einschiffige Bau besitzt einen vorgebauten Turm, eine flache Decke und ein oval abgeschlossenes Presbyterium. An der Stelle der heutigen Kirche könnten außerdem Spuren eines älteren Kirchenbaus und eines angrenzenden Friedhofs erhalten sein.

Ein weiteres benanntes Denkmal ist das Immaculata-Denkmal, „Pomník Panny Márie Immaculaty“. Es ist als nationales Kulturdenkmal im ÚZPF eingetragen. Auf dem Friedhof von Ostrov steht außerdem die Kapelle der Sieben Schmerzen Mariens. Die kleine gemauerte Kapelle hat einen rechteckigen Grundriss, einen geraden Abschluss, ein Stahlbetondach und ein verziertes Kreuz.

Die Kapelle ist zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto und mit dem Bus erreichbar; in der Umgebung gibt es kostenlose Parkmöglichkeiten. Prüfen Sie vor der Anreise die Zugangsmöglichkeiten und Parkhinweise.

Weitere Reiseziele entdecken: Krakovany, Moravany Nad Váhom, Pistian, Prasnik, Ducové, Rakovice, Banka, Chtelnica.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Piešťany.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.