Grad verbindet eine Burg auf einem erloschenen Vulkan mit einem markierten Themenweg, Olivinknollen und einer Wallfahrtskirche mit Geschichte bis ins 11. Jahrhundert. Wer den Ort erkundet, begegnet dabei sowohl der vulkanischen Landschaft als auch Zeugnissen des kulturellen Erbes.
Burg Grad und die Landschaft des Goričko
Grad Castle steht auf den Überresten eines erloschenen Vulkans, auf dem Hügel oberhalb des Dorfes Grad. Die Burg gilt als die größte Burg- und Feudalanlage Sloweniens. Schon ihre Lage macht den Vulkanboden zum Teil der Ortsbeschreibung: Burg und Hügel bilden hier einen gemeinsamen historischen und geologischen Bezugspunkt.
In den renovierten Räumlichkeiten von Grad Castle befinden sich zwei unterschiedliche Vermittlungsangebote. Eine Ausstellung behandelt den natürlichen Reichtum und die Kulturlandschaft des Goričko-Naturparks. Eine Präsentation widmet sich dem historischen und ethnologischen Erbe von Goričko. So stehen Naturraum und menschliche Geschichte nebeneinander, ohne dass die beiden Themen in einem einzigen Ausstellungsschwerpunkt aufgehen.
Der Olivinova Path: Dorf, Schlossbereich und Fundstelle
Der Olivinova Path verbindet den oberen Teil des Dorfes und den Schlossbereich mit dem unteren Dorfzentrum Pörgo sowie einem aufgelassenen Steinbruch aus vulkanischem Gestein. Dort befindet sich eine Fundstelle von Olivinknollen. Der Weg führt damit von den höher gelegenen Dorf- und Schlossbereichen hinunter nach Pörgo und zu einem konkreten geologischen Ort. Blaue Richtungspfeile weisen von einem Punkt zum nächsten und machen auf beschriebene Natur- oder Kultursehenswürdigkeiten aufmerksam.
Auch in den vulkanischen Gesteinen von Grad kommen Olivinknollen vor. Sie werden als Überreste eines früheren Vulkans beschrieben. Damit verbindet der Weg eine Fundstelle mit einer geologischen Spur, die zum Verständnis der Landschaft beiträgt. Für die Orientierung unterwegs sind die blauen Pfeile ein praktischer Unterschied zu einem Besuch, der – wie bei der Kirche – vorher vereinbart werden muss.
Vulkanija und die geologische Geschichte
Der Vulkanija Adventure Park erklärt Vulkane und die geologische Geschichte von Goričko mit Bildern, Texten, Filmen, spielerischen Elementen und interaktiven Inhalten. Zum Park gehören eine Fahrt mit dem Aufzug ins Zentrum des Goričko-Vulkans und die Rückkehr an die Oberfläche mit Olis Untergrundbahn. Die verschiedenen Formate setzen das geologische Thema also nicht nur als Text, sondern auch mit visuellen und interaktiven Elementen um.
Der Standort von Vulkanija liegt im Zentrum eines Kraters mit einem Durchmesser von 1 km, der zum letzten aktiven Vulkan Sloweniens gehört. Dieser Vulkan war vor drei Millionen Jahren aktiv. Das Geological Museum befindet sich in der Lednar Tannery. Es umfasst einen Olivinsaal, einen Geologiesaal, Olis Küche, eine Ausstellung und eine Reise durch Goričko. Der Park und das Museum bieten damit unterschiedliche Zugänge zu Vulkanen und zur Erdgeschichte: von der Fahrt ins Vulkanzentrum bis zu benannten Museumsbereichen.
Wallfahrtskirche und Spuren der Baugeschichte
Die Church of the Assumption of Mary in Grad ist eine Wallfahrtskirche, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Ihr Kirchenschiff wurde durch die Restaurierungsarbeiten von Jože Plečnik in den 1950er-Jahren maßgeblich geprägt. Eine Besichtigung lässt sich nach vorheriger Vereinbarung über das Pfarrhaus Grad organisieren. Dabei erläutern der Pfarrer oder eine Führungsperson die Geschichte der Kirche und Plečniks Arbeit.
Die Crypt im Weiler Kaniža ist die Gruft der Burgherren und liegt etwa 2 km vom Schloss entfernt. Sie hat eine Kuppel; ihre vier Fassaden sind mit Dreiecksgiebeln geschmückt. Die Gruft entstand vermutlich im Zuge des Schlossumbaus im Jahr 1751. Ihre Form und die qualifizierte Datierung machen sie zu einem weiteren Anhaltspunkt für die Baugeschichte rund um Grad Castle.
Das wichtigste Pfarrfest wird am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, gefeiert; entlang der Pörgo findet ein Jahrmarkt statt. Damit umfasst das kulturelle Bild von Grad neben Kirche und Baugeschichte auch einen Festtag, dessen Datum an den kirchlichen Kalender gebunden ist.
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