Eine Sandsteingruppe von 1743 und eine Granitstatue von 1753 geben Ždírec zwei genau datierte barocke Heiligendarstellungen. Zusammen mit der Pfarrkirche St. Wenzel entsteht so ein klarer kulturgeschichtlicher Schwerpunkt. Wenn Sie Kirchen- und Denkmalgeschichte auf Ihrer Reise suchen, lässt sich der Ort an diesen konkreten Bau- und Kunstwerken orientieren.
St. Wenzel: Pfarrkirche und neugotischer Bau
Die Kirche St. Wenzel ist die Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarrei Ždírec. Auf dem Dorfplatz bildet sie einen markanten Punkt und ist von einem kleinen Park umgeben. Die heutige Kirche wurde von 1893 bis 1898 an der Stelle des Vorgängerbaus errichtet, nachdem dieser 1890 vollständig abgebrannt war. Der Entwurf stammt vom Baumeister Josef Šupich aus Havlíčkův Brod; der Neubau ist neugotisch. Diese Zeitangaben ordnen den heutigen Bau innerhalb einer älteren Orts- und Pfarrgeschichte ein.
Eine Kirche in Ždírec ist seit dem 14. Jahrhundert schriftlich belegt; St. Wenzel war bereits vor 1367 Pfarrkirche. Von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis 1622 diente sie Protestanten; Liebzeit war der letzte protestantische Pfarrer vor Ort. Das örtliche Pfarrhaus ging während des Dreißigjährigen Krieges unter und wurde 1690 wiederhergestellt. Die Pfarrgeschichte reicht damit weit über den neugotischen Bau hinaus.
Im Inneren befinden sich eine alte Orgel und Gemälde mit Szenen aus dem Leben des heiligen Wenzel. Von der ursprünglichen Innenausstattung sind nur ein großes Holzkreuz und vier steinerne Grabplatten erhalten; die heutige Ausstattung ist jüngeren Datums. Das ursprüngliche Holzkreuz überstand den Brand von 1890. Bei ihm befindet sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an die ermordeten Deutschen am Ort Budínka. St. Wenzel ist seit dem 3. Mai 1958 als Kulturdenkmal geschützt.
Zwei barocke Heiligendarstellungen
Die barocke Sandsteingruppe des heiligen Johannes von Nepomuk stammt aus dem Jahr 1743 und wird Václav Viktor Morávek zugeschrieben. Die Heiligenfigur ist lebensgroß. Rechts steht ein Engel mit einem Kreuz; links halten drei Putten eine Kartusche mit Madonnenrelief. Material und Figurenanordnung geben dem Denkmal eine eigene, klar beschriebene Gestalt.
Die ebenfalls barocke Statue des heiligen Antonius von Padua besteht aus Granit, stammt aus dem Jahr 1753 und wurde vom Bildhauer Václav Morávek aus Polná geschaffen. Sie steht im westlichen Teil von Ždírec an einer Straßenkreuzung mit Abzweigungen in Richtung Střítež und Měšín. Im Vergleich unterscheiden sich die beiden Bildwerke sowohl durch das Material – Sandstein gegenüber Granit – als auch durch ihre Datierung und die Art der Zuschreibung: Die Nepomuk-Gruppe wird Václav Viktor Morávek zugeschrieben, beim Antoniuswerk ist Václav Morávek als Bildhauer genannt.
Radwege und Orientierung im Umfeld
In Ždírec treffen zwei Radwege aufeinander. Durch den Ort führt dagegen keine markierte Wanderroute. Das unterscheidet die Orientierung für Radfahrende von einer Planung, die ausdrücklich einer markierten Wanderroute folgen soll. Da sich Routenverläufe ändern können, prüfen Sie den aktuellen Routenstand vor Ihrer konkreten Planung.
Busverbindungen sind in Richtung Jihlava, Polná, Žďár nad Sázavou und Olomouc angegeben. Diese Zielrichtungen bieten eine erste Orientierung für die Anreise; prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan für Ihren Reisetag.
Im näheren Umfeld von Ždírec steht die Gedenk-Waldkiefer etwa 600 Meter vom Ort entfernt auf einer gepflegten Raseninsel in den Feldern, links an der Straße von Ždírec nach Polná. Gleichen Sie die Lage vor Ort ab. Die Kiefer ist 11 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 235 Zentimetern; diese Maße können sich im Lauf der Zeit verändern.
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