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Fleißen (Plesná) vereint eine ungewöhnliche Spannweite an Kulturthemen: Die Exposition Plesná führt in die tschechisch-bayerische Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, während Kirchenbauten verschiedene Baustile und Jahrhunderte sichtbar machen. Dazu kommen wechselnde visuelle Kunst, ein Lehrpfad zum jüdischen Waldfriedhof in Lomnička und als naturkundlicher Akzent die Radonka-Quelle. So lässt sich ein Aufenthalt nach Interessen ausrichten: Grenzgeschichte und Architektur stehen ebenso zur Wahl wie Kunst oder ein Weg mit historischem Ziel.

Grenzgeschichte und geologische Vergangenheit

Die Exposition Plesná behandelt zwei Themen, die unterschiedliche Zeitskalen eröffnen. Ihre Darstellung der tschechisch-bayerischen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte wird durch die Lebensgeschichte von Adolf Penzel konkret: Er war der Sohn des letzten deutschen Bürgermeisters von Plesná. An seinem Beispiel veranschaulicht die Exposition das Zusammenleben von Menschen zweier Nationalitäten im tschechisch-deutschen Grenzgebiet. Eine zweite Ebene ist die gemeinsame geologische Vergangenheit des Gebiets. Sie stellt die langfristige Geschichte der Landschaft neben die jüngere menschliche Geschichte. Wer sich besonders für das Grenzland interessiert, erhält über die Biografie einen persönlichen Bezug; wer stärker auf die Landschaftsgeschichte schaut, findet innerhalb derselben Exposition einen anderen Schwerpunkt.

Galerie TOSTA: Kunst und Workshops

Die Galerie TOSTA setzt einen anderen Akzent. Sie veranstaltet temporäre Ausstellungen visueller Kunst und bietet Workshops für Kinder an. Damit stehen neben den historischen und geologischen Themen der Exposition wechselnde Kunstpräsentationen und ein Angebot für junge Teilnehmende. Weil die Ausstellungen temporär sind, prüfen Sie vor der Reise, welche Ausstellung während Ihres Aufenthalts gezeigt wird.

Kirchen und ihre Baugeschichte

Die evangelische Kirche in Plesná ist ein Bau im Pseudorenaissancestil mit Turm und wurde 1847 errichtet. Im Inneren befindet sich ein barocker Altar mit Gemälden von Christus am Ölberg und vom Letzten Abendmahl. Bauform und Altar verweisen somit auf unterschiedliche Stiltraditionen. Auch kirchengeschichtlich ist das Gebäude markant: Es war die erste evangelische Kirche im Bezirk Cheb mit eigener Pfarrgemeinde. Bei der Kirche der Unbefleckten Empfängnis lässt sich dagegen eine Veränderung über die Zeit nachvollziehen. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert, war ursprünglich barock und wurde im 19. Jahrhundert im Empire-Stil umgebaut. In Lomnička wurde die Herz-Jesu-Kirche 1895 dem Herzen Jesu Christi geweiht. Die Weihe 1895 gibt der Kirche einen anderen historischen Bezug als die Bauphasen der beiden Kirchen in Plesná.

Jüdischer Friedhof und Wegbezug

Der jüdische Friedhof in Lomnička wurde 1822 angelegt. Der Lehrpfad in Lomnička führt zum jüdischen Waldfriedhof; vom Svobody-Platz in Plesná erreichen Sie den jüdischen Friedhof über die gelbe Wanderwegmarkierung in Richtung Lomnička. So verbindet dieser Themenbereich einen historischen Bezug mit einer konkreten Wegorientierung.

Ein naturkundlicher Akzent

Im zuletzt am 6. Juli 2025 aktualisierten Register wird die Radonka-Quelle als der radioaktivste oberirdische Quellaustritt in Tschechien geführt. Als naturkundlicher Akzent steht sie neben der kulturhistorischen Auswahl aus Exposition, Kirchen und Friedhof.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bezirk Eger.

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