Šestajovice liegt am linken Ufer der Metuje. Seine slawische Dorfanlage, der Naturraum um Stará Metuje und mehrere historische Zeugnisse geben dem Ort unterschiedliche thematische Zugänge. Natur und Kultur lassen sich hier konkret einordnen: von der früheren Flussführung bis zu Museum, Technikgeschichte und Gedenkorten.
Dorfanlage und Naturraum
Šestajovice ist als slawisches Rundplatzdorf geprägt: Der Grundriss hat Hufeisenform, die Fluren sind strahlenförmig angeordnet. Diese Siedlungsform beschreibt nicht nur einzelne Gebäude, sondern die räumliche Anlage des Dorfes als Ganzes. Stará Metuje war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts das Hauptbett der Metuje.
Das Naturdenkmal Stará Metuje umfasst 21,9187 Hektar und liegt unter anderem im Katastergebiet Šestajovice u Jaroměře. Es beherbergt eine langjährig vorkommende Population der seltenen Libellenart Klínatka rohatá (Ophiogomphus cecilia). Die Šestajovická stráň umfasst ein Eichen-Hainbuchenwald-Ökosystem mit typischer Waldflora und Lebensräumen geschützter Pflanzenarten. Dazu zählen Cypripedium calceolus, Platanthera bifolia, Trollius altissimus und Lilium martagon.
Die Naturthemen unterscheiden sich: Bei Stará Metuje steht eine langjährig vorkommende Libellenpopulation im Mittelpunkt, auf der Šestajovická stráň Waldökosystem und geschützte Pflanzen. Auf der Šestajovická stráň sollen Besucher auf den Wegen bleiben und den Unterwuchs nicht betreten.
Museum, Technik und Ortsgeschichte
Die Motogalerie Šestajovice z. s. betreibt in Šestajovice ein öffentlich zugängliches Museum für Motorräder und Spielzeug. In einem Getreidespeicher aus dem 19. Jahrhundert zeigt das Museum mehr als 100 Maschinen und Spielzeug aus dem 20. Jahrhundert. Die Präsentation kann sich ändern. Sammlung und Gebäude setzen dabei unterschiedliche Zeitbezüge: Die Maschinen und das Spielzeug gehören zum 20. Jahrhundert, der Getreidespeicher zum 19. Jahrhundert.
Zur technischen Ortsgeschichte gehören außerdem eine ehemalige Wassermühle aus dem Jahr 1495 und ein kleines Wasserkraftwerk mit einer Francis-Turbine aus dem Jahr 1904. Die Jahreszahlen bezeichnen unterschiedliche Zeugnisse: 1495 die ehemalige Mühle, 1904 die Turbine des Kraftwerks.
Zum Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkriegs wurde 1928 ein Granitdenkmal errichtet. Bei Haus Nr. 37 in Šestajovice steht eine Statue der Jungfrau Maria. Hinter Šestajovice befinden sich eine Kapelle und ein Friedhof. So kommen zu den technischen Zeugnissen Gedenk- und Glaubensorte hinzu.
Radwege für die Planung
Für Radfahrende sind zwei unterschiedliche Routenangaben relevant: Der Radweg 4034 verläuft durch Šestajovice, während der Radweg 4058 den Ort mit Veselice und Velká Jesenice verbindet. Damit lässt sich bei der Auswahl unterscheiden, ob eine Route durch den Ort oder eine Verbindung zu den beiden genannten Orten gefragt ist. Wenn Sie eine der Routen einplanen, prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Beschilderung, da sie sich ändern kann.
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