Nová Ves U Bakova bietet für einen Aufenthalt mehrere konkrete Anknüpfungspunkte: Radwege, frühgeschichtliche Funde, einen Wald mit Höhle und eine Gedenktafel. Im Katastralgebiet liegen der Wald Lovotín und die Höhle Zlodějka; in Rečkov stehen Moorlebensräume und die Sibirische Ligularie im Blick. So spannt sich der Themenbogen von Bewegung über Geschichte bis zu Natur und Erinnerung.
Radweg und touristische Route
Der Radweg Nr. 241 führt durch Nová Ves U Bakova; die Gemeinde gehört zudem zum Pojizerské-Radwegenetz. Die touristische Route „Za zříceninami podél řeky Jizery“ ist bei Nová Ves U Bakova an einen Wegweiser angebunden und verläuft dort auf Route 241. Für die Planung lohnt es sich, die Angaben auseinanderzuhalten: Die Routennummer benennt den durch die Gemeinde führenden Radweg; der Netzname verweist auf die Zugehörigkeit zum Radwegenetz, und der Wegweiser stellt den örtlichen Anschluss der touristischen Route her. Ihr Verlauf auf Route 241 bezieht sich hier auf den Abschnitt bei Nová Ves.
Archäologische Zeitspuren
Die Gemeinde wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von den Herren von Zvířetice gegründet. Archäologische Funde im Katastralgebiet reichen deutlich weiter zurück: 1908 entdeckten Eduard Štorch und Karel Sellner dort eine Feuersteinklinge aus der älteren Steinzeit; außerdem wurden sieben Urnenfelder aus der späten Bronzezeit gefunden. Dabei bezeichnen 1908 das Jahr der Entdeckung und die ältere Steinzeit die Einordnung der Klinge – zwei verschiedene Zeitangaben. Die bronzezeitlichen Urnenfelder setzen einen weiteren vorgeschichtlichen Zeitrahmen. So treffen in der Geschichte des Ortes frühe Spuren aus zwei vorgeschichtlichen Epochen auf eine Gründung im 16. Jahrhundert.
Lovotín, Zlodějka und die Überlieferung um Babinský
Im Katastralgebiet von Nová Ves U Bakova liegt der Wald Lovotín mit der Höhle Zlodějka. Die Höhle taucht auch in lokalen Überlieferungen auf: Demnach hielt sich der bekannte Räuber Václav Babinský dort auf. Die Verbindung von Höhlenname und erzählter Figur gibt diesem Landschaftspunkt neben seiner geografischen Bezeichnung einen folkloristischen Bezug. Damit stehen archäologische Funde und eine überlieferte Erzählung als unterschiedliche Formen der Ortsgeschichte nebeneinander.
Moore und Sibirische Ligularie in Rečkov
In Rečkov umfasst das Gebiet Übergangsmoore und Schwingmoore sowie basenreiche Niedermoore. Dort befindet sich außerdem die individuenreichste Population der Sibirischen Ligularie (Ligularia sibirica) in der Tschechischen Republik. Die Lebensraumtypen und die Pflanzenart setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Die Moorangaben beschreiben die Biotope, die Ligularie lenkt den Blick auf eine einzelne Art mit einer besonders individuenreichen Population.
Gedenktafel für Alois Štorch
Eine Gedenktafel für Alois Štorch befindet sich am Giebel eines Familienhauses in Nová Ves U Bakova 38. Die Inschrift gibt an, er sei am 5. Juli 1918 in Riva von österreichischen Henkern hingerichtet worden. So lässt sich der Erinnerungsort im Ort von der Ortsangabe des auf der Tafel genannten Ereignisses unterscheiden: Die Tafel befindet sich in Nová Ves, während sie Riva als Hinrichtungsort nennt. Diese Verbindung zwischen konkretem Haus und Inschrift ergänzt die Gründungsgeschichte und die archäologischen Funde um eine Form des Gedenkens.
Weitere Reiseziele entdecken: Písková Lhota, Přepeře, Horní Bukovina, Strašnov, Hrušov, Sojovice, Ledce U Mladé Boleslavi, Jungbunzlau
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Mladá Boleslav.