Eine ursprünglich romanische Kirche, ein 1695 errichteter Glockenturm, eine Festung aus dem 14. Jahrhundert und bronzezeitliche Funde stehen für unterschiedliche Kapitel der Geschichte Dřevčices. Auch die Landschaft prägt den Ort: Dřevčice liegt auf einer Geländestufe am Übergang von der Prager Hochebene zur Elbeniederung.
Landschaft und Orientierung
Etwa 250 Meter nördlich der durch Dřevčice führenden Hauptstraße fällt das Gelände in das große Tal „v Chobotech“ ab. Durch das Tal fließt der aus Vinoř kommende Vinořský potok, der auch Valcha oder Chobot genannt wird. So stehen neben der Geländestufe zwei weitere konkrete Bezugspunkte für die Ortslandschaft: das Tal und der Wasserlauf mit seinen verschiedenen Namen.
Die Straße II/610 führt durch das Zentrum von Dřevčice und verbindet Prag-Vinoř mit Brandýs nad Labem. Straßenbedingungen und Verkehrsführung können sich ändern; prüfen Sie diese Angaben vor der Anreise, wenn Ihre Planung von dieser Verbindung abhängt. Eine weitere Wegebeziehung nennt die Pilgerwanderroute „Pražská pěší pouť do Staré Boleslavi“: Bei Jenštejn zweigt sie in Richtung Dřevčice ab. Wenn Sie eine bestimmte Ausgabe der Wanderung planen, prüfen Sie deren aktuelle Termine und Durchführung, da die Veranstaltungsabläufe je nach Ausgabe variieren können.
Kirche, Glockenturm und Festung
Die ursprünglich romanische Kirche St. Bartholomäus stammt aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. An ihrer Südseite erhielt sie einen frühgotischen Anbau; im 18. Jahrhundert wurde ein neuer Chorraum errichtet. Diese Bauphasen geben der Kirche eine Entwicklung über mehrere Jahrhunderte. Der Glockenturm erzählt eine eigene Geschichte: Er wurde 1695 an der Stelle einer früheren Kapelle des heiligen Florian errichtet und bewahrt drei Glocken auf.
Die ursprünglich bischöfliche Festung Dřevčice entstand im 14. Jahrhundert auf einem Sporn und war durch eine Wasserbefestigung geschützt. Ihre erhaltenen Teile sind für die Öffentlichkeit zugänglich; dort finden verschiedene Veranstaltungen und Feiern statt. Falls Ihr Besuch an einer Veranstaltung hängt, prüfen Sie die konkreten Termine vorab, denn die Veranstaltungsplanung kann sich ändern.
Zur Geschichte der Festung gehören auch die barocken Portale von 1776. Sie bilden die Einfahrten zu Bauernhöfen, die durch die Aufteilung des herrschaftlichen Hofes an der ursprünglichen Festung entstanden. Die Portale verbinden damit ein sichtbares Bauelement mit der späteren Veränderung des Hofes. Zusammen mit der Kirche und dem Glockenturm zeigen sie unterschiedliche historische Bezüge, ohne dass diese Bauwerke dieselbe Entstehungszeit haben.
Archäologische Spuren
Die archäologische Fundstelle Dřevčice–Na Výsluní liegt am südöstlichen Rand des Ortes, neben der Straße nach Svémyslice und dem angrenzenden Friedhof. Bei ihrer Untersuchung wurden 95 archäologische Objekte mit Siedlungs- und Bestattungscharakter entdeckt und untersucht. Zu den Ergebnissen zählt ein bedeutendes Brandgräberfeld der jüngeren Bronzezeit, das der Knovízer Kultur der Urnenfelderzeit zugeordnet wird. Die angegebene Zeitspanne reicht von 1350 bis 1050 v. Chr.; sie ordnet den Fund in einen konkreten Abschnitt der Vorgeschichte ein.
Eine weitere Fundgeschichte ist mit dem sogenannten „Dřevčický příbor“ verbunden. Dabei handelt es sich um ein Keramikensemble, das am 24. Dezember 1932 beim Ausheben eines Grabens an der Straße von Dřevčice nach Popovice gefunden wurde. Das Ensemble befindet sich heute im Nationalmuseum und gilt unter anderem als Beleg für ein Ritual im Zusammenhang mit dem Trinken von Getränken. Während Kirche, Turm und Festung Baugeschichte greifbar machen, ergänzen solche Funde den Blick um archäologische Zeugnisse von Siedlung und Bestattung.
Wenn Sie einen Aufenthalt in Dřevčice planen, können Sie die unterschiedlichen Schwerpunkte gegeneinander abwägen: Kirchenbau und Festungsarchitektur, archäologische Geschichte oder die Lage zwischen Hochebene und Elbeniederung.
Weitere Reiseziele entdecken: Lázně Toušeň, Radějovice, Modletice, Výžerky, Dobročovice, Jevany, Jenštejn, Mukařov
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Praha-Východ.