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Domoraz ist für Reisende interessant, die Baugeschichte an konkreten Details nachvollziehen möchten. Die Kapelle St. Anna am Dorfplatz, der Bildstock Boží muka westlich des Dorfes und der Hospodářský dvůr stehen für unterschiedliche Bauaufgaben: einen sakralen Volksbau, ein kleines neugotisches Bauwerk und einen Wirtschaftshof mit Renaissanceelementen. So lassen sich die Kulturdenkmäler nach Bauform und erhaltenen Details unterscheiden.

Kapelle St. Anna am Dorfplatz

Die Kapelle St. Anna ist ein sakraler Volksbau aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und liegt prominent auf dem Dorfplatz. Sie ist in einem regionalen Verzeichnis des denkmalgeschützten Kulturerbes erfasst. Ihr Eingang weist nach Südwesten; vor der Kapelle steht ein gusseisernes Kreuz auf einem Granitsockel. Eine niedrige Einfriedungsmauer umgibt die Kapelle und fasst einen kleinen Platz mit vier ausgewachsenen Bäumen ein. Eingang, Kreuz und eingefasster Platz liefern unterschiedliche architektonische Bezugspunkte. Für Kulturinteressierte verbindet sich die zeitliche Einordnung des Volksbaus so mit konkreten Details zu Ausrichtung und baulichem Umfeld.

Der Bildstock Boží muka

Der Bildstock Boží muka steht westlich des Dorfes an einem Feldweg. Das kleine, qualitätvoll ausgeführte neugotische Bauwerk stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist im Landkreis ein Einzelstück. Es gliedert sich in drei ungleich große, übereinander angeordnete Teile: Im unteren Abschnitt liegen vierpassförmige Nischen, in der Mitte befinden sich zwei Holzplastiken, und an der Spitze sitzt ein Metallkreuz. Diese Gliederung lässt sich von unten nach oben nachvollziehen, wobei jeder Abschnitt eigene Merkmale trägt.

An der Basis befinden sich außerdem Steinskulpturen. Eine Beschreibung aus dem Jahr 2021 sieht in ihren Formen unter anderem Ähnlichkeiten mit dem Kopf einer Schildkröte, einer Schlange, einem Sultan oder einem Bewaffneten. Die Vergleiche benennen mögliche Assoziationen, keine gesicherten Motive. So verbindet der Bildstock klar beschreibbare Bauformen mit einer Bildsprache, die sich eher über Ähnlichkeiten als über eindeutige Benennungen erschließt.

Der Hospodářský dvůr

Der Hospodářský dvůr in Domoraz, Hausnummer 1, hat seinen Ursprung in der Spätrenaissance; wertvolle Renaissance-Baukonstruktionen sind erhalten. Um einen U-förmigen Hof liegen ein Wohngebäude, ein Wirtschaftsgebäude und eine Scheune. Die U-Form beschreibt das Verhältnis der Gebäude zum Hofraum und macht die Anlage als Wirtschaftshof verständlich. Im Wohngebäude sind ein Renaissance-Dachstuhl und Renaissance-Giebel bewahrt. Gewölbe sind sowohl im Wohngebäude als auch in den Stallgebäuden erhalten. Der architektonische Schwerpunkt liegt damit nicht nur auf einem einzelnen Bauteil, sondern auch auf dem Zusammenspiel von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden rund um den Hof.

Anreise und Aufenthalt planen

Domoraz wird durch eine Busverbindung aus dem nahe gelegenen Nezamyslice erschlossen. Prüfen Sie den Fahrplan separat, bevor Sie Ihre Fahrt festlegen. Für einen kulturorientierten Aufenthalt können Sie Ihren Schwerpunkt wählen: Die Kapelle verbindet sakrale Architektur mit dem Dorfplatz, die Boží muka fällt durch ihre vertikale Gliederung und die offenen Bildassoziationen auf, und der Hospodářský dvůr zeigt die Anordnung eines Wirtschaftshofs mit erhaltenen Renaissanceelementen.

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