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Ein Aufenthalt in Ostruzno verbindet einen konkreten Literaturbezug mit kulturgeschichtlichen Spuren und einer Landschaft im Naturpark Kašperská vrchovina. Der Ort ist Schauplatz des Romans „Světák z Podlesí“ von Karel Klostermann. Hinzu kommen Bauwerke mit klaren Jahresdaten, religiöse Erinnerungsorte an verschiedenen Standorten und Ausblicke auf die umgebende Landschaft. Für die Reiseentscheidung ist gerade diese Kombination interessant: Kultur zeigt sich in Ostruzno sowohl im literarischen Bezug als auch in Steinbruchgeschichte und religiösen Bauwerken.

Kapelle, Schule und Steinbruchgeschichte

Auf dem Dorfplatz steht die Kapelle Mariä Himmelfahrt aus dem Jahr 1860. Unterhalb der Kapelle befindet sich die ehemalige Karel-Klostermann-Schule. Sie wurde 1874 erbaut und ist heute ein Privatobjekt. Dorfplatz und Schulgebäude sind damit zwei unterschiedliche, klar verortete Bezugspunkte der Ortsgeschichte.

Im Jahr 1874 begann man im Steinbruch Kokšovy bei Ostruzno, kleine Steinquader für die Herstellung von Denkmälern zu brechen. Damit gehören der Bau der ehemaligen Schule und die Steinbrucharbeit zum selben Jahr, stehen aber für unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte. Am Ende von Ostruzno in Richtung Albrechtice steht außerdem ein Bildstock, ein weiterer religiöser Erinnerungsort am Ortsende.

Kapelle und Schule liegen zeitlich 14 Jahre auseinander: Mariä Himmelfahrt stammt von 1860, die ehemalige Schule von 1874. Im selben Jahr begann auch die Steinquadergewinnung bei Kokšovy. So stehen sakrale Baugeschichte, Schulbau und Steinbrucharbeit als drei verschiedene Themen nebeneinander.

Religiöse Bauwerke an verschiedenen Standorten

Vor Ostruzno, an der Straße von Sušice nach Nezdice, steht eine Nischenkapelle. In der Nische an ihrer Vorderseite befindet sich eine Statue der Jungfrau Maria. Auf der Südseite ist ein längeres Gedicht über unerfüllte Liebe auf einem hölzernen Herzen angebracht. Marienstatue und Gedicht geben dem Bauwerk zwei unterschiedliche Lesarten: ein religiöses Bildmotiv und einen poetischen Text. Von der Nischenkapelle bietet sich außerdem ein schöner Blick nach Südosten.

Auch die religiösen Erinnerungsorte unterscheiden sich durch ihre Lage. Mariä Himmelfahrt steht auf dem Dorfplatz, die Nischenkapelle vor Ostruzno an der Straße von Sušice nach Nezdice und der Bildstock am Ende des Ortes in Richtung Albrechtice. Dorfplatz, Straßenrand vor der Siedlung und Ortsende bilden damit drei verschiedene Bezugspunkte. Kapelle, Nischenkapelle und Bildstock unterscheiden sich zugleich in ihrer Bauform. Für die Orientierung sind diese Standorte ebenso hilfreich wie die unterschiedlichen religiösen Bildmotive.

Wälder, Bergwiesen und Ausblicke

Die Landschaft rund um Ostruzno umfasst tiefe Wälder, zwischen denen sich Bergwiesen erstrecken. Von der Umgebung bietet sich ein Blick ins Landesinnere sowie auf die Šumava-Berge Ždánov und Javorník; beide sind über 1.000 Meter hoch. Der Blick nach Südosten von der Nischenkapelle ist davon als eigener Standortblick zu unterscheiden. So lassen sich ein konkret gerichteter Blick und die weiter gefasste Aussicht aus der Umgebung als zwei verschiedene Perspektiven einordnen.

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