Für Gutwasser sprechen drei unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte: die Barockkirche Panny Marie Bolestné, der Kreuzweg rund um sie und die Kapelle über der Quelle. Zusammen führen sie von Baukunst und religiöser Bildgestaltung zur Geschichte des Wassers und der Rohstoffe. Die Jahreszahlen helfen, diese Themen zeitlich auseinanderzuhalten; sie beschreiben nicht eine einzige Bauphase, sondern mehrere Entwicklungen über Jahrhunderte.
Kirche und Kreuzweg
Die Kirche Panny Marie Bolestné entstand von 1733 bis 1735 nach einem Entwurf des Architekten Kilián Ignác Dientzenhofer. Ihre malerische und stuckierte Ausstattung zählt zu den herausragenden Beispielen des Barock in Südböhmen. Bauzeit und Ausstattung geben zwei Anhaltspunkte für den Besuch: Der Entwurf verortet den Bau in einer konkreten Epoche, während Malerei und Stuck seine kunstgeschichtliche Bedeutung prägen. Die Kirche kann das ganze Jahr über besichtigt werden. Klären Sie vor der Anreise die örtlichen Zugangsmodalitäten, wenn Sie den Besuch fest einplanen.
Der Kreuzweg mit einem Heiligen Grab führt rund um die Kirche. Seine Kapellen wurden von 1837 bis 1839 errichtet; die ursprünglichen Bilder wurden 1996 durch neue Werke der akademischen Malerin Renata Štolbová ersetzt. Damit stehen der Bau der Kapellen und eine spätere Veränderung der Bildgestaltung nebeneinander. Bei einer im Jahr 2026 dokumentierten Wallfahrt hielten sich Pilger an den einzelnen Stationen des Kreuzwegs auf. Eine Fußwallfahrt führte am 11. Juli 2026 über Hosín, Rudolfov, Gutwasser, Nová Ves und Doudleby nach Římov.
Quelle, Wasser und Bergbau
Die Kapelle über der Quelle hat ihre heutige Gestalt aus dem Jahr 1830. Schon früh wurden dem Wasser von Gutwasser heilende Wirkungen zugeschrieben. Eine weitere Perspektive eröffnet die Geologie: Erzvorkommen beeinflussten die Zusammensetzung des aus den Felsen austretenden Wassers im Gebiet. So stehen die historische Überlieferung über das Wasser und die geologische Erklärung seiner Zusammensetzung nebeneinander.
Auch die Bergbaugeschichte reicht weit zurück. Zum historischen Bergbaugebiet von Dobrá Voda gehörte seit der Mitte des 16. Jahrhunderts die Gewinnung von Quarz mit vorwiegend Pyrit und Arsenopyrit sowie gediegenem Gold. Der Abbau reicht damit in eine Zeit zurück, bevor das Dorf bestand. Die Rohstoffgeschichte setzt also deutlich früher ein als die Bauphasen der Kirche und des Kreuzwegs.
Die Zeitangaben lassen sich als Vergleich lesen: Auf die Kirche aus den 1730er Jahren folgten die Kreuzwegkapellen in den späten 1830er Jahren; die Kapelle über der Quelle erhielt ihre heutige Gestalt bereits 1830, und der Bilderaustausch erfolgte 1996. Der Bergbau reicht noch weiter zurück, bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Je nach Interesse können Sie so den Schwerpunkt auf Barockarchitektur und Bildgestaltung oder auf die ältere Geschichte von Wasser und Rohstoffen legen.
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