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In Gojau (Kájov) liegen mehrere Jahrhunderte Bau- und Wallfahrtsgeschichte dicht beieinander. Die spätgotische Wallfahrtskirche Nanebevzetí Panny Marie, die frühere Pilgerstraße und eine jährliche Wallfahrt geben dem Ort einen klaren kulturellen Schwerpunkt. Auch für eine Reise mit dem Rad gibt es eine konkrete Möglichkeit: einen ausgeschilderten Rundkurs, dessen Länge und Charakter sich gut in die Planung einordnen lassen.

Ein Wallfahrtskomplex aus verschiedenen Bauzeiten

Die heutige spätgotische Gestalt der Wallfahrtskirche entstand zwischen 1471 und 1488. Seit 1995 ist sie ein nationales Kulturdenkmal. Zum Kirchenkomplex gehören außerdem die Kapelle Zesnutí Panny Marie, das Pfarrhaus und ein Hospiz. Das Ensemble gilt als außergewöhnlich gut erhalten und umfasst Bauwerke aus verschiedenen Perioden. So erschließt sich Gojau nicht nur über einen einzelnen Kirchenbau, sondern auch über das Zusammenspiel mehrerer Bestandteile.

Zur Ausstattung des Ortes gehört eine Statuengruppe der Heiligen Tadeáš, Josef und Antonín Paduánský, die in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeamt restauriert wurde. Ein weiterer Teil des Wallfahrtszusammenhangs ist die ehemalige Straße von Český Krumlov nach Kájov. Sie gilt als wertvolles Beispiel einer historischen barocken Verkehrsverbindung und ist eng mit dem Wallfahrtskomplex verbunden. Entlang dieser Straße wurden 1667 fünfzehn Granitsäulen aus Granit mit Darstellungen der Rosenkranzgeheimnisse errichtet.

Unterhalb der Kirche, am Ende der Wallfahrtsstraße, entstand zwischen 1686 und 1689 eine Kapelle mit einem Brunnen. Die Quelle, die den Brunnen speist, wird als Heilwasser beschrieben und vom Hauptaltar hergeleitet.

Wallfahrt und Besuchsmöglichkeiten

Die Kájovská pouť wird jedes Jahr im Oktober als Wallfahrtstradition fortgeführt. Ihr Termin fällt auf den zweiten Sonntag nach dem zweiten Oktobersamstag. Wenn Sie Ihre Reise darauf ausrichten möchten, prüfen Sie den konkreten Termin für das jeweilige Jahr. So lässt sich der Besuch mit der Tradition verbinden, ohne einen festen Kalendertag vorauszusetzen.

Das neue Pfarrmuseum kann nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden. Auch für Pilger auf dem Jakobsweg gibt es örtliche Angebote: Sie können in Kájov einen Stempel erhalten. Eine Übernachtung ist für Pilger ebenfalls möglich, jedoch nur nach vorheriger Vereinbarung und je nach örtlicher Verfügbarkeit.

Zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs

Als Spaziergang schlägt die Gemeinde eine Strecke von Kirche zu Kirche über Raziberk vor. Für eine Pause nennt sie die Bänke „Dubovky“: Dort können Sie sitzen und die umgebende Natur betrachten. Das sind zwei unterschiedliche Anlässe, die Wege im Ort in die eigene Tagesplanung einzubeziehen – eine vorgeschlagene Gehstrecke und einen benannten Platz zum Verweilen.

Für eine längere Runde ist die Route „Znovuobjevené Kájovsko–Boleticko“ ausgewiesen. Sie ist ein eintägiger, leichter Fahrradausflug über 20 Kilometer und als Rundkurs angelegt. Die Route ist ausgeschildert und gilt aufgrund ihres leichten Verlaufs als geeignet für Familien, weniger trainierte Radfahrer und Senioren. Die konkrete Eignung kann von den Bedingungen abhängen; prüfen Sie diese deshalb vor der Abfahrt. Die Länge von 20 Kilometern gibt einen greifbaren Anhaltspunkt für die Tagesplanung, ohne eine bestimmte Fahrzeit vorzugeben.

Zum archäologischen Kontext gehört außerdem das eisenzeitliche Hradiště Raziberk. Es liegt links der Strecke von Kájov in Richtung Boletice. Damit bietet Gojau neben seiner spätgotischen Kirche auch einen Bezug zu einer deutlich älteren Zeit. Wer sich für die historischen Schichten des Ortes interessiert, kann diese unterschiedlichen Themen bei der Wahl der Reisezeit und der eigenen Aktivitäten berücksichtigen.

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