Am 1. Juni 1259 wurde Vyšší Brod, auf Deutsch Hohenfurth, erstmals schriftlich erwähnt: in der Gründungsurkunde des Zisterzienserklosters. Für die Reiseplanung ergeben sich daraus mehrere unterschiedliche Schwerpunkte: die Geschichte des Klosters, der Kreuzweg nach Maria Rast und die Landschaft an der Moldau.
Klostergeschichte und Besichtigungsrouten
Das Zisterzienserkloster wurde 1259 von der Familie Rožmberk gegründet. Die Jahreszahl begegnet damit in zwei verschiedenen Zusammenhängen: Sie bezeichnet sowohl die erste schriftliche Erwähnung von Vyšší Brod als auch die Gründung des Klosters. Die Anfänge Hohenfurths stehen außerdem mit dem Handelsgeschehen an einer der ältesten Strecken in Verbindung, die Böhmen mit dem Donaugebiet verbanden.
Zum Klosterkomplex gehört eine mittelalterliche befestigte Anlage mit der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt. Das Kloster ist ein nationales Kulturdenkmal der Tschechischen Republik und bietet mehrere Besichtigungsrouten an; zu ihnen gehört die Klosterkirche. So stehen Baugeschichte und die Besichtigung des Kirchenbaus im Zentrum eines der kulturellen Themen Hohenfurths. Die Bahnstation Vyšší Brod–klášter liegt etwa fünf Gehminuten vom Kloster entfernt.
Im Areal des Zisterzienserklosters befindet sich auch das Poštovní muzeum NTM. Seine Themen umfassen die Entwicklung der Post- und Telekommunikationsdienste sowie die Geschichte des Postverkehrs. Einen weiteren Denkmalsschwerpunkt bilden die Kirche St. Bartholomäus und der zugehörige Friedhof in Vyšší Brod: Beide sind Kulturdenkmäler.
Maria Rast und der Kreuzweg
Maria Rast ist ein marianischer Wallfahrtsort mit einer Gebäudegruppe und einem Kreuzweg. Dieser führt von der Pfarrkirche in Vyšší Brod nach Maria Rast, umfasst 14 Stationen und wurde 1898 angelegt. Wallfahrtsort und Strecke lassen sich so als zusammenhängendes Thema betrachten, ohne die einzelnen Stationen mit den Gebäuden des Klosters gleichzusetzen.
Maria Rast gehört heute außerdem zum neu eingerichteten touristischen Rundweg Opatská stezka. Der Rundweg verbindet verschiedene Objekte im Waldgebiet hinter dem Kloster, die das Kloster geschaffen oder umgestaltet hat. Dazu zählen ein künstlicher Wasserkanal zur Wasserversorgung des Klosters, die Wasserfälle des heiligen Wolfgang und ein Hammer. Wer sich für die historische Verbindung von Kloster und Umgebung interessiert, findet hier einen anderen Schwerpunkt als bei den Besichtigungsrouten im Klosterkomplex.
Moldau und Landschaft
In Vyšší Brod beginnt ein schiffbarer Abschnitt der Moldau. Im Umfeld des Ortes liegt außerdem das Naturschutzgebiet Čertova stěna-Luč mit einem tiefen Flusscanyon. Dort fließt die Moldau durch ein natürliches, mit mächtigen Granitblöcken gefülltes Gerinne; typische Strudeltöpfe prägen diesen Abschnitt, der als Čertovy proudy bekannt ist. Damit kommen zu Kloster, Museum und Wallfahrt eigenständige Themen rund um Fluss und Landschaft hinzu.
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