In der näheren Umgebung südlich von Lomnice Nad Luznicí liegt das nationale Naturreservat Velký a Malý Tisý mit offenen Wasserflächen und angrenzender Feuchtvegetation. Ein Lehrpfad, Teiche mit eigenem Natur- oder Freizeitbezug und historische Bauwerke geben dem Aufenthalt verschiedene thematische Anknüpfungspunkte. Wer sich für Natur interessiert, findet hier andere Akzente als bei einem Schwerpunkt auf Kirchen- und Baugeschichte.
Landschaft, Lehrpfad und Angeln
Das Mosaik aus Wasserflächen und Feuchtvegetation kennzeichnet die Landschaft des Reservats. Ein weiterer Naturaspekt ist der Lomnický velký rybník: Er zählt im Třeboňsko zu den bedeutendsten Fundstellen der Schlankährigen Rispe (Coleanthus subtilis). Die Pflanze kommt dort regelmäßig und in großer Zahl auf einer Fläche von bis zu einem Hektar vor. Damit ist der Teich nicht allein wegen seiner Wasserlandschaft interessant, sondern auch wegen dieses konkreten Pflanzenvorkommens.
Der Lehrpfad Velký Lomnický ist insgesamt 6,5 Kilometer lang und verfügt über 15 Stationen. Die erste Station befindet sich in der Zámecká ulice auf dem Parkplatz bei der Farská louka. Wenn Sie diesen Ausgangspunkt für Ihren Besuch einplanen, prüfen Sie vorher die aktuelle Wegorientierung. Streckenlänge und Stationszahl geben einen konkreten Rahmen für die Tour; eine Gehzeit oder einen Schwierigkeitsgrad legen diese Angaben nicht fest.
Am Teich Peřinka ist Angeln für Personen möglich, die eine Genehmigung erwerben. Die Angelsaison reicht von April bis Oktober. Klären Sie vor einem geplanten Angeltag die aktuell geltenden Genehmigungen und Saisontermine.
Kirchen und Baugeschichte
Kostel sv. Václava
Kostel sv. Václava wurde 1359 von Vilém ml. z Landštejna gegründet, ursprünglich als Burgkapelle des Fronleichnams sowie der Heiligen Peter und Paul. Das gotische Gewölbe stammt aus derselben Bauzeit. Als prägendes Element im Inneren gilt ein frühbarocker Altar mit vier seitlichen Heiligenfiguren. Er stammt aus der Werkstatt des böhmisch-budweisischen Tischlers und Bildschnitzers Jan Martin Schwarzmaier und entstand etwa 1658. Gewölbe und Altar stehen damit für deutlich verschiedene Zeitschichten: auf der einen Seite die Bauzeit von 1359, auf der anderen die ungefähr drei Jahrhunderte spätere Ausstattung.
Kostel sv. Jana Křtitele
Am Standort von Kostel sv. Jana Křtitele bestand bereits vor der Anlage der Stadt und der Entstehung der Burg ein älteres Heiligtum. Das Gemälde des heiligen Johannes des Täufers am Hauptaltar schuf Josef Peške aus Lovosice im Jahr 1838. An der Südseite befindet sich ein mächtiger Turm, der vermutlich um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert errichtet wurde. Auch seine Einordnung als typisches spätgotisches Werk der Rosenberger Bauhütte gilt als wahrscheinlich.
Stará radnice
Die Stará radnice wurde vor 1604 erbaut und ist als unbewegliches Kulturdenkmal eingetragen. Ihre Datierung setzt neben den Kirchenbauten eine weitere historische Zeitmarke. Wer die Baugeschichte in den Mittelpunkt stellt, kann so die frühe Datierung des Rathauses mit den unterschiedlichen Bau- und Ausstattungsepochen der beiden Kirchen vergleichen.
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