In Lety verbinden sich verschiedene Formen des Gedenkens an Roma und Sinti in Böhmen: ein zentraler Pietní kruh, eine Innenausstellung und Wege mit Stationen im Freien. Die Angebote setzen unterschiedliche Schwerpunkte – von persönlichen Angaben zu einzelnen Gefangenen bis zu Audio-, Bild- und Textmaterial. Wenn Sie Ihren Aufenthalt planen, können Sie sich daran orientieren, welche Orte und Formate Sie besonders einbeziehen möchten.
Gedenken und persönliche Lebensdaten
Zentrales Element der Gedenkstätte ist der Pietní kruh. Er trägt die Namen von 1.294 registrierten Personen, die unter unzumutbaren Bedingungen im örtlichen sogenannten „Zigeunerlager“ leiden mussten. Die einzelnen Metallträger nennen ihre vollständigen Namen, Geburtsdaten und Geburtsorte, die jeweilige Haftzeit im Lager sowie ihr individuelles Schicksal. So stehen neben der Zahl der Betroffenen auch persönliche Lebensdaten und einzelne Schicksale im Mittelpunkt.
Ein Teil des Areals des Kulturdenkmals Lety wurde 1998 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. 2024 wurde in Lety ein neues Holocaust-Mahnmal für Roma und Sinti in Böhmen errichtet.
Innenausstellung: Objekte und interaktive Inhalte
Die Innenausstellung ist um vier Glassäulen mit historischen Gegenständen angeordnet. Hinzu kommt eine kreisförmige interaktive Zeitleiste. An 16 Informationspunkten werden audiovisuelle Inhalte durch die Interaktion der Besucher aktiviert. Objekte, zeitliche Orientierung und interaktive Medien bilden damit unterschiedliche Zugänge innerhalb der Ausstellung.
Wer den Besuch inhaltlich vorbereiten möchte, kann diese Formate als Orientierung für die eigenen Interessen nutzen: Die Metallträger des Pietní kruh führen zu Namen, Lebensdaten und individuellen Schicksalen; in der Innenausstellung stehen historische Gegenstände, Zeitleiste und audiovisuelle Inhalte im Vordergrund.
Erinnerungswege mit verschiedenen Formaten
Die Stezka paměti ist eine Freiluftausstellung mit acht Stationen, die Audioaufnahmen, Bildmaterial und Texte umfasst. Ihr Rundweg trägt die Namen aller Gefangenen und symbolisiert einen Ort des Gedenkens und der Stille. Der Lehrpfad „Lety u Písku – Putování krajinou paměti“ führt durch eine Landschaft, die mit dem tragischen Schicksal von Roma und Sinti während des Zweiten Weltkriegs verbunden ist, und umfasst zehn Stationen.
Für den Lehrpfad beträgt die Länge ungefähr 3 km; die empfohlene Gehzeit liegt bei 1,5 bis 2 Stunden. Bei der Auswahl spielen somit unterschiedliche Fragen eine Rolle: Die Stezka paměti verbindet mehrere Medien in einer Freiluftausstellung, während der Lehrpfad mit seiner ungefähren Länge und empfohlenen Gehzeit konkretere Anhaltspunkte für die Tagesplanung bietet.
Besuch und regionale Ergänzungen
Der Außenbereich der Gedenkstätte ist ganzjährig zugänglich, sofern Sie die Besucherordnung einhalten. Dazu gehört der Notfriedhof beim Kulturdenkmal Lety. Am Folterpfahl erinnert eine hängende Figurensilhouette, gestaltet nach einem Entwurf von Luboš Mazl, an das Leid.
Wenn Sie eine Ferienwohnung für einen Aufenthalt in Lety suchen, können Sie Ihre Planung am gewünschten Schwerpunkt ausrichten: Gedenkstätte, Ausstellung und Erinnerungswege oder zusätzlich Erholung und Aktivtourismus in der näheren Umgebung. Dort bieten der Orlík-Stausee und das Schloss Orlík entsprechende Möglichkeiten. Prüfen Sie vor der Fahrt die Zugänglichkeit und die konkreten Angebote dieser beiden Ziele.
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