Aksaray lässt sich über unterschiedliche historische Zeugnisse entdecken: Im Zentrum stehen ein ungewöhnlich schiefes seldschukisches Minarett, mittelalterliche Medresen und ein osmanisches Hamam. Das Aksaray-Museum ergänzt die Baugeschichte um archäologische Funde, Teppiche und ethnografische Objekte. Für die Reiseplanung lohnt es sich, die Innenstadtdenkmäler von weiteren Zielen im Reiseziel Aksaray zu unterscheiden.
Seldschukische Baukunst und Medresen
Das Eğri Minare steht im Stadtzentrum von Aksaray an der Nevşehir Caddesi. Das erhaltene seldschukische Baudenkmal stammt aus dem 13. Jahrhundert; I. Gıyaseddin Keyhüsrev ließ es zwischen 1221 und 1236 errichten. Es besteht aus roten Ziegeln mit blau-grünen Fliesenmosaiken, ist 30,6 Meter hoch und besitzt 92 Stufen. Nach allgemeiner Einschätzung der Forschung wurde das Minarett absichtlich schief errichtet. Seine Neigung ist damit nicht nur ein markantes Merkmal, sondern auch Teil seiner Baugeschichte.
Auch die Ulu Camii verbindet Baugeschichte mit handwerklicher Gestaltung. Rükneddin Mesud, der Sohn Kılıçarslans, ließ die Moschee errichten. Zu ihren besonderen Ausstattungsstücken zählt eine Ebenholz-Minbar aus der Seldschukenzeit, geschaffen von Nüştekin'ül Cemali.
Die Zinciriye Medresesi wurde 1336 von Yahşi Bey aus dem Hause der Karamanoğulları errichtet. Ihre Anlage mit vier Iwanen und offenem Innenhof macht die Medrese als Gebäudetyp verständlich. Die Bedriye Medresesi liegt im Stadtzentrum im Viertel Taşpazar, gegenüber der Cıncıklı-Moschee. Bedr-üd-din Yusuf ließ sie während der Herrschaft des seldschukischen Sultans I. Gıyaseddin Keyhüsrev errichten. Heute nutzt die Stadtverwaltung Aksaray das restaurierte Gebäude für ihr Angebot „Kitap ve Kahve“. Die Zinciriye Medresesi dient städtischen sozialen und kulturellen Veranstaltungen. Wenn Sie einen Besuch mit einem bestimmten Angebot oder einer Veranstaltung verbinden möchten, prüfen Sie die aktuellen Hinweise und Termine.
Geschichtsstraße und Industriegeschichte
Auf der Geschichtsstraße an der Vehbibey Caddesi im Viertel Dere stehen Bauwerke aus vier historischen Epochen in einem Abstand von 50 Metern nebeneinander. An dieser Straße liegt auch die dreibogige Debbağlar-Brücke, ein Bauwerk der seldschukischen Zeit aus dem 12. Jahrhundert. Sie befindet sich neben der Azmi-Milli-Mehlfabrik. Die Fabrik wurde 1924 auf Wunsch von Mustafa Kemal Atatürk in Aksaray gegründet und gilt als erste Mehlfabrik der Türkei. Heute wird sie als Industrie- und Wissenschaftsmuseum genutzt; ihre Maschinenanlagen sind weiterhin funktionsfähig. Prüfen Sie aktuelle Besuchsinformationen, bevor Sie diesen Ort fest in Ihre Planung aufnehmen.
Archäologie und Sammlungen im Aksaray-Museum
Das Aksaray-Museum zeigt Funde aus verschiedenen Epochen und bietet damit einen anderen Zugang zur Geschichte als die Bauwerke im Stadtzentrum. Im Saal zu Aşıklı Höyük werden Funde aus der Ausgrabungsstätte einer vor 10.500 Jahren gegründeten ersten Dorfsiedlung der Region ausgestellt. Der Acemhöyük-Saal umfasst unter anderem Pithoi, ein verbranntes Türfragment, Wasserleitungen, Steinäxte und Tongefäße.
Zu den ethnografischen Objekten des Museums gehören Alltagsgegenstände, Kleidung für Hochzeiten und Feiertage, Schmuck und traditionelle Handwerkskunst. Das Museum bewahrt außerdem zahlreiche seldschukische und osmanische Teppiche sowie Gebetsteppiche aus der Ulu Camii; einige davon werden ausgestellt. Zur Sammlung zählen auch vier vollständige byzantinische Mumien, eine unvollständige Mumie eines Erwachsenen, unvollständige Kindermumien und zwei Katzenmumien. Einzelne Ausstellungsinhalte können wechseln. So lässt sich der Museumsbesuch nach Interesse an archäologischen Funden, Alltagskultur oder besonderen Sammlungsstücken gewichten.
Weitere historische Orte im Stadtzentrum
Das Paşa Hamamı ist ein osmanisches Bad und das einzige historische Hamam im Stadtzentrum von Aksaray, das seine Funktion bis heute bewahrt hat. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Hinweise zum Zugang. Auf dem Evrah-Friedhof im Zentrum befinden sich das Grabmal und der Gebetsraum von Somuncu Baba. Daneben wurde ein Kulturzentrum für den religiösen Tourismus gestaltet. Dazu gehören eine überdachte Moschee mit Holzdach und 800 Plätzen, Einkaufseinheiten und eine Bäckerei.
Das weitere Reiseziel Aksaray
Auch außerhalb der Innenstadt bietet das Reiseziel Aksaray historische Ziele. Die antike Stadt Nora liegt am Fuß des Hasan Dağı. Sie wurde seit der hellenistischen Zeit besiedelt und war ein strategisches Militärzentrum; ihre Ruinen stammen aus römischer und byzantinischer Zeit. Auf dem 200 Hektar großen Gelände wurden zusammen mit den Ruinen 32 Kirchenbauten und 20 Zisternen entdeckt. Am Ufer des Helvadere-Teichs gibt es Erholungsbereiche und Fischrestaurants mit unterschiedlichen Speisen. Da sich das Restaurantangebot ändern kann, ist eine aktuelle Prüfung vor der Planung sinnvoll.
Weitere Reiseziele entdecken: Gültepe Köyü, Ortaköy, Belisırma, Sultanhanı, Güzelyurt, Ihlara-Tal, Harmandalı Belediyesi.
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