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Çayırhan rückt Juliopolis in den Mittelpunkt eines Aufenthalts mit archäologischem und historischem Schwerpunkt. Die antike Stadt befindet sich in Çayırhan, in der Ortslage Gülşehri. Zu diesem Bezug gehören ein archäologisches Schutzgebiet, eine Nekropole, Grabungsbefunde und die Landschaft am Sarıyar-Stausee. Wer den Ort wegen seiner Geschichte auswählt, kann mehrere klar unterscheidbare Themen betrachten: die Einordnung Juliopolis' in der Antike, die Grabungs- und Fundgeschichte sowie die Verbindung von archäologischen Resten und Uferlandschaft.

Juliopolis und die archäologischen Stätten

Das archäologische Schutzgebiet Juliopolis I. und III. Grades befindet sich im Ortsteil Çayırhan, in der Ortslage Gülşehri, und wurde als archäologische Stätte eingetragen. Die Nekropole von Kanlıtepe befindet sich ebenfalls im Ortsteil Çayırhan, in der Ortslage Gülşehri; sie ist als archäologische Stätte ersten Grades eingetragen. In der Ortsbeschreibung stehen damit zwei klar benannte archäologische Bezugspunkte nebeneinander: ein Schutzgebiet, das mit Juliopolis verbunden ist, und die Nekropole von Kanlıtepe. Ihre Namen und Einstufungen geben der historischen Einordnung mehr Genauigkeit als ein pauschaler Hinweis auf Altertum.

Grabungen und Fundgeschichte

Bei den archäologischen Ausgrabungen an der Nekropole von Juliopolis wurden insgesamt 434 Gräber freigelegt. Seit 2009 werden die Ausgrabungen von einem Team aus Museumsarchäologen fortgeführt. Zahlreiche bei den Ausgrabungen gefundene Münzen aus der Münzstätte von Juliopolis halfen dabei, dieses Gebiet als Teil der Nekropole der antiken Stadt zu bestimmen. Die Zahl und die Münzen erzählen unterschiedliche Seiten der Forschungsgeschichte: Die 434 Gräber benennen einen konkreten Grabungsbefund, während die Münzen eine Rolle bei der archäologischen Zuordnung spielen.

Zwischen Stausee und Fluss

Einige Überreste der antiken Stadt Juliopolis sind am nordöstlichen Ufer des Sarıyar-Stausees teilweise sichtbar. Die Nekropole der antiken Stadt liegt auf einem Kalksteinvorsprung am Nordufer desselben Stausees. Die Ortsangaben bezeichnen zwei unterschiedliche Beziehungen zum Wasser: sichtbare Überreste am nordöstlichen Ufer und eine Nekropole auf einem Vorsprung am Nordufer. Zusätzlich wird das Gebiet der Nekropole vom Aladağ Çayı geteilt. So beschreiben Uferlage, Kalksteinvorsprung und Flusslauf verschiedene Merkmale der historischen Landschaft.

Antike Grenze und historische Route

Juliopolis lässt sich außerdem geografisch in die antike Geschichte einordnen. Die Stadt lag an der Grenze zwischen Bithynien und Galatien und war die östlichste Grenzstadt Bithyniens. Eine antike Route, die über Chalkedon, Nikomedia und Nikaia nach Ankyra führte, verlief durch Juliopolis. In römischer Zeit nutzten Heere und Zivilpersonen die antike Straße. Grenzlage und Straßenverlauf beantworten unterschiedliche Fragen: Die erste verortet Juliopolis politisch zwischen Bithynien und Galatien, der zweite setzt die Stadt in Beziehung zu einer Route nach Ankyra.

Ein eigener Blick auf die Brücke

Mit der bogenförmigen Çayırhan-(Davutoğlan-)Brücke kommt ein eigener architektonischer Bezug hinzu. Sie weist eine Bautechnik auf, die für ihre Bauzeit typisch ist. Damit unterscheidet sich der Blick auf die Brücke von der Nekropole: Bei der Brücke stehen Bogenform und Bautechnik im Vordergrund, bei der Nekropole Gräber, Ausgrabungen und Münzfunde. Wenn Sie Çayırhan nach historischen Themen auswählen, eröffnet diese Unterscheidung zwei verschiedene Perspektiven auf Kulturerbe: archäologische Arbeit rund um Juliopolis und bauliche Technik an einer benannten Brücke.

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