Zum Inhalt

Kartalkaya lässt sich über zwei Maßstäbe entdecken: die Geschichte des Dorfes und die Kultur- und Landschaftsorte im weiteren Umfeld. Der Name Kartalkaya wird darauf zurückgeführt, dass Adler auf den großen Felsen am Ort saßen. Außerdem gilt Kartalkaya als Dorf, das sich um 1952 von Dulkadirli abspaltete und anschließend neu gegründet wurde. Diese lokale Überlieferung gibt dem Ort einen eigenen historischen Rahmen; Aussichtspunkt und Felsarchitektur führen zugleich in unterschiedliche Teile der Umgebung.

Überlieferte Bräuche und Dorfleben

Eine ethnografische Erhebung von 2011 beschreibt die Saya-Tradition in den Dulkadirli-Dörfern, zu denen Kartalkaya zählt. Gruppen aus fünf oder sechs Personen verkleideten sich, musizierten und zogen zum Jahreswechsel von Haus zu Haus. Dabei sammelten sie Gaben wie Öl, Bulgur oder Geld. Für Hıdırellez Anfang Mai ist ein Picknick überliefert, zu dem verlobte junge Menschen und nahe Verwandte eingeladen wurden; gemeinsam wurde gegessen, getrunken und gefeiert.

Auch eine Hochzeit ist mit einer Abfolge von Bräuchen beschrieben: Die Braut wurde zunächst zu einem Friedhof gebracht, wo das Brautpaar betete, bevor sie zum Haus des Bräutigams weiterfuhr. Für Hochzeiten sind außerdem die Spiele Kelle, Tura, Sin Sin, Cirit und Halay überliefert. Cirit wurde zum Zeitpunkt der Erhebung bereits nicht mehr gespielt. Die Beispiele zeigen, wie Festtage, gemeinschaftliche Rituale und Spiele im überlieferten Dorfleben zusammengehörten.

Zur traditionellen Hochzeits- und Feiertagsküche der Dulkadirli-Dörfer zählen Arabaşı, Bulamaç, Ekmek Arası, Tuvalak, Gül Dolması, Pancar Aşı, Haside und Düğür Aşı, ein feiner Bulgurbrei. Als unverändert beschriebene Hochzeitsgerichte kommen Tarhanasuppe, Bulgurpilaw mit Kavurma, Fleischgerichte, gefüllte Paprika und Süßspeisen hinzu. Für kalte Wintertage ist Arabaşı als häufig zubereitetes Gericht überliefert. Diese kulinarischen Traditionen gehören zum kulturellen Bild der Dörfer; ein öffentliches Essensangebot ist damit nicht verbunden.

Kamelyalı Tepe und der Blick ins Umland

Ältere Beschreibungen nennen den Kamelyalı Tepe oberhalb von Kartalkaya als Aussichtspunkt. Von dort lassen sich außerdem neun Dörfer überblicken. Bei klarer Sicht reicht der Blick über den Seyfe-See bis zum etwa 150 Kilometer entfernten Berg Erciyes bei Kayseri. Wenn Sie den Aussichtspunkt einplanen, prüfen Sie vorab die Zugangsmöglichkeiten.

Felsarchitektur im weiteren regionalen Umfeld

Ein Beispiel für Felsarchitektur im weiteren regionalen Umfeld ist die Dulkadirli-Untergrundstadt. Ein 22 Meter langer, tonnenförmig überwölbter Tunnel führt in einen nach oben offenen Hof, der etwa 30 mal 50 Meter misst und rund 20 Meter hoch ist. Zum Hof gehören fünf in den Fels gehauene Säle und acht Räume; in Raum fünf befindet sich ein Wasserbrunnen. Die Maße und die Folge vom Tunnel in den offenen Hof geben der Anlage eine klare räumliche Gliederung.

Im weiteren regionalen Kontext liegt 130 Meter östlich der Dulkadirli-Untergrundstadt eine als Fortsetzung beschriebene Siedlung mit zwei Höfen. Zur Anlage gehört außerdem eine kleine, in den Fels gehauene Gebetsstätte mit Nischen, die vermutlich von Christen genutzt wurde. Nach Reinigungsarbeiten war die Untergrundstadt 2015 besuchbar. Wenn Sie einen Besuch erwägen, prüfen Sie die aktuellen Zugangsmöglichkeiten. So lässt sich die historische Beschreibung der Anlage von der praktischen Planung eines Besuchs unterscheiden.

Weitere Reiseziele entdecken: Kaman, Kırşehir, Demirli.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kırşehir.